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Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»

Tiefere Preise würden Kunden kaum zu einem Anbieter-Wechsel bewegen, sagt Swisscom-Chef Carsten Schloter. Der technische Fortschritt werde aber das Problem hoher Roaming-Gebühren in Kürze ohnehin lösen.

«Der Wettbewerb wird für sehr tiefe Preise sorgen»: Swisscom-Chef Carsten Schloter. (15. Februar 2012)
«Der Wettbewerb wird für sehr tiefe Preise sorgen»: Swisscom-Chef Carsten Schloter. (15. Februar 2012)
Keystone

Swisscom-Chef Carsten Schloter verteidigt die hohen Roaming-Gebühren in der Schweiz. Er geht aber davon aus, dass sich das Problem sowieso bald «in Luft ausflösen» wird, wie er im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt.

«Kommende Generation von Smartphones werden integrierte SIM-Karten haben, die auf mehrere Profile mit verschiedenen Rufnummern geladen werden können», sagt Schloter. In zwei bis drei Jahren werde es Applikationen geben, die einem Kunden ermöglichen, im Ausland ganz einfach zu lokalen Tarifen über den gewünschten Anbieter zu telefonieren oder zu surfen. «Die hohe Transparenz und der Wettbewerb werden für sehr tiefe Preise sorgen», so Schloter.

Wettbewerb bei Infrastruktur und Qualität

Die Roaminggebühren – also jene Gebühren, die bei grenzüberschreitendem Telefonieren und Internetsurfen per Handy bezahlt werden müssen – veranlassen die Kunden aber offenbar sowieso nicht, den Anbieter zu wechseln. «Den meisten Kunden sind Roaming-Gebühren egal, weil sie auf ihrer Rechnung nur wenig ausmachen», so der Swisscom-Chef.

Dieses Kundenverhalten stellt auch Swisscom-Konkurrent Sunrise fest. Im Interview mit der Zeitung «Sonntag» sagt Sunrise-Chef Oliver Steil, dass «die Kunden nicht in Scharen vom teuersten zum preiswertesten Anbieter wechseln». Der Wettbewerb in der Schweiz konzentriere sich stärker auf die Gebiete Infrastruktur und Qualität.

«Wer nur telefoniert, zahlt heute zu viel»

Im Interview mit der «SonntagsZeitung» kündigt Schloter zudem ein völlig neues Tarifsystem an: «Heute bezahlt ein Mobilfunkkunde, der nur telefoniert, zu viel im Vergleich zu einem Kunden, der sehr viel Kapazität für Datenübertragung braucht.»

Schloter verspricht: «Für diese Kunden wird es günstigere Angebote geben.» Sein Unternehmen werde in den nächsten 18 bis 24 Monaten das Tarifsystem anpassen. Die Stossrichtung ist klar: Wer viel Kapazität im Netz beansprucht, soll auch mehr zahlen.

Schloter sagt dazu: «Stellen Sie sich einmal vor: In einem Zug würde der erste Passagier einsteigen und gleich zehn Plätze belegen. Im Zug wäre es undenkbar, dass jener Kunde, der zehn Plätze braucht, gleich viel zahlt wie der Kunde, der nur einen Sitz beansprucht.»

SDA/rbi

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