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Swisscom-Chef glaubt an eine Fusion seiner Konkurrenz

Der Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche werde wegen Anbietern aus dem Internet schon bald viel intensiver, prognostiziert Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Interview.

Ist mit der Neuverteilung der Mobilfunkfrequenzen zufrieden: Swisscom-Chef Carsten Schloter. (27. November 2009)
Ist mit der Neuverteilung der Mobilfunkfrequenzen zufrieden: Swisscom-Chef Carsten Schloter. (27. November 2009)
Dominique Meienberg

Trotz der gescheiterten Fusion von Sunrise und Orange vor zwei Jahren halten sich Spekulationen, dass es doch noch zu einem Zusammenschluss kommt. Swisscom-Chef Carsten Schloter glaubt, in fünf Jahren werde es «eher zwei als drei» Anbieter geben.

Aber das werde bis zu diesem Zeitpunkt die Gemüter nicht mehr so erhitzen wie heute, erklärte Schloter in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» von heute. Der Wettbewerb werde mit Anbietern aus dem Internet wie Apple und Google dann viel ausgeprägter sein. «Diese Erkenntnis wird sich bis dahin wohl durchgesetzt haben.»

Mit der Neuverteilung der Mobilfunkfrequenzen in der Schweiz ist der CEO von Swisscom zufrieden: Auf die Frage, ob er sich mit dem Ergebnis den Vorsprung auf Sunrise und Orange dauerhaft gesichert habe, sagte er: «Es ist eine klare Verbesserung gegenüber dem Status quo.»

Bisher habe die Swisscom ein Drittel des verfügbaren Spektrums nutzen können, habe aber wegen ihres hohen Marktanteils rund zwei Drittel der Verkehrslast im Mobilfunk gehabt. Das habe es sehr aufwendig gemacht, Testsiegerin in punkto Netzqualität zu sein. Künftig verfüge man über 42 Prozent am Spektrum, «die Situation entspannt sich damit etwas».

Glasfaser: «Die Zukunft»

Beim Ausbau der Glasfasernetze sei die Swisscom im Zeitplan und werde gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern bis Ende 2015 rund ein Drittel der Schweizer Haushalte erschliessen. Zusätzlich erhalten Wohnungen und Geschäfte ausserhalb der Ballungszentren schnelles Internet.

In einem Technologiemix komme Glasfaser bis etwa 200 Meter vor die Gebäude, auf der restlichen Strecke bis in die Wohnungen bleibe das bestehende Kupferkabel im Einsatz. «Bis 2020 wollen wir für 80 Prozent der schweizerischen Haushalte Bandbreiten bieten, die deutlich über 100 Megabit pro Sekunde liegen», verspricht Schloter im Interview.

Er ist «überzeugt, dass mittelfristig auch die Kabelnetzbetreiber auf Glasfaser wechseln müssen». Das sei bei einigen innovativen kleinen Gesellschaften in der Schweiz bereits der Fall.

Fastweb: Turnaround läuft

Kein Thema ist ein Verkauf des Fastweb-Netzes. Der Turnaround bei der italienischen Breitbandtochter Fastweb laufe, «und wir sind auf gutem Weg», die jährliche Kostenbasis bis 2013 gegenüber 2011 um 120 Millionen Euro abzusenken. Man rechne für 2012 weiterhin mit einem stabilen Umsatz sowie einem leicht höheren Ebitda und Cashflow als 2011.

Aus der Steueraffäre bei Fastweb gibt es noch eine Pendenz. Auf die Frage, ob die zweite Einigung im Mehrwertsteuerverfahren mit der Justiz nun erfolgt sei und ob die Rückstellungen ausreichend waren, äusserte sich Schloter zuversichtlich, einen Vergleich noch 2012 abschliessen zu können. Die 2010 gebildeten Rückstellungen von total 70 Millionen Euro reichten aus heutiger Sicht aus.

SDA/rbi

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