Swiss-Manager räumt Fehler am Platz Genf ein

Die Fluggesellschaft Swiss wird ihr Ziel, bis Anfang 2017 in Genf schwarze Zahlen zu schreiben, nicht erreichen. Westschweiz-Chef Lorenzo Stoll nimmt Stellung.

Konkurrenz unterschätzt: Ein Airbus A320 der Swiss International Air Lines landet in Genf. (Archivbild)

Konkurrenz unterschätzt: Ein Airbus A320 der Swiss International Air Lines landet in Genf. (Archivbild) Bild: Fabrice Coffrini/AFP

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Die Fluggesellschaft Swiss hat nach Angaben ihres Westschweiz-Chefs Fehler gemacht in ihrem Bemühen, ihre Stellung am Flughafen Genf-Cointrin auszubauen. Laut Lorenzo Stoll hat Swiss die Konkurrenz von Platzhirsch easyJet unterschätzt.

«Wir wollten zu schnell zu viel», sagte Stoll in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Matin». Die Schwierigkeit, die eigene Marke jener von easyJet entgegenzustellen, sei unterschätzt worden. easyJet ist in Genf-Cointrin mit über 43 Prozent Marktanteil die mit Abstand grösste Airline. Swiss hat einen Anteil von 15 Prozent, British Airways folgt mit 4,7 Prozent.

Swiss will bis 2018 schwarze Zahlen

Vor einer Woche wurde bekannt, dass der deutsche Lufthansa-Mutterkonzern überprüft, ob Genf künftig von der österreichischen Billigtochter Eurowings bedient werden solle. Ein Entscheid soll aber erst in zwei bis drei Jahren fallen; Swiss bleibt vorerst in Genf. Swiss wollte in Genf Anfang 2017 schwarze Zahlen schreiben. Die Pläne wurden ein Jahr nach hinten geschoben.

Der Ausbau des Swiss-Netzes in Genf sei zu rasch vorangeschritten, sagte Stoll weiter. Ohne neue Flugzeuge einzusetzen, sei die Zahl der Routen von 13 auf 42 gewachsen. Künftig sollen noch rund 30 Destinationen angeflogen werden – teilweise mit erhöhten Frequenzen. Bessere Geschäftszahlen erhofft sich Swiss auch durch den Einsatz der spritsparenden Bombardier-Flugzeuge ab dem kommenden April.

Mit einem Potenzial von 25 Millionen Passagieren im Jahr 2030 sei der Flughafen von fundamentaler Wichtigkeit und den Standort zu verlassen, sei nicht «denkbar», sagte Stoll weiter. Doch es sei möglich, dass dereinst eine andere Fluggesellschaft den Betrieb übernehme, räumt er ein. (chk/sda)

Erstellt: 29.08.2016, 04:43 Uhr

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