Tamedia steigert Umsatz dank Goldbach und Zattoo

Der Medienkonzern ist im ersten Semester vor allem dank den Übernahmen gewachsen. Der Betriebsgewinn dagegen hat sich vermindert.

Das publizistische Kerngeschäft bleibt unter Druck: Blick auf das Logo am Eingang der Tamedia AG in Zürrich. (Keystone/Ennio Leanza/12. März 2019)

Das publizistische Kerngeschäft bleibt unter Druck: Blick auf das Logo am Eingang der Tamedia AG in Zürrich. (Keystone/Ennio Leanza/12. März 2019)

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Tamedia wuchs im ersten Halbjahr vor allen dank Akquisitionen. Im angestammten publizistischen Kerngeschäft hält der Kriechgang indes weiter an. Und auch die erfolgreichen Marktplätze spüren vermehrt Konkurrenz, was erhöhte Investitionen notwendig macht.

Der Umsatz des grössten privaten Medienkonzerns in der Schweiz, der auch diese Zeitung herausgibt, nahm in den ersten sechs Monaten 2019 um 9,8 Prozent auf 524,1 Millionen Franken zu. Treiber des Wachstums waren dabei vor allem die übernommenen Unternehmen Goldbach und Zattoo, wie Tamedia am Dienstag mitteilte.

Der Betriebsgewinn verminderte sich dagegen um gut 22 Prozent auf 41,0 Millionen Franken. Der Rückgang wird vor allem mit erhöhten Abschreibungen als Folge der Übernahmen sowie mit Investitionen in die Digitalplattformen und Bezahlmedien begründet. Die Marge betrug 7,8 Prozent nach 11,0 Prozent im Vorjahr.

Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 53,6 Millionen Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von gut 34 Prozent. Darin enthalten ist indes ein ausserordentlicher Gewinn aus dem Verkauf des Tamedia-Anteils an Localsearch an Swisscom in Höhe von rund 18,7 Millionen Franken.

Die ausgewiesenen Zahlen liegen bezüglich Umsatz über, auf Ebene Ebit indes klar unter den Schätzungen der ZKB. Das Zürcher Kantonsinstitut rechnete mit einem Umsatz von 495,5 Millionen und einem Ebit von 46,4 Millionen.

Print bleibt unter Druck

Mit Blick auf die Segmente zeigt sich in der Publizistik das bereits gewohnte Muster. Das Geschäft mit gedruckten publizistischen Zeitungen und Zeitschriften bleibt unter Druck. «Im Vergleich zum Vorjahr haben wir rund 18 Millionen Franken im Printwerbemarkt verloren, die digital nicht kompensiert werden konnten», lässt sich CEO Christoph Tonini in der Mitteilung zitieren. Die rückläufigen Umsätze belasten insbesondere im Geschäftsfeld Bezahlmedien auch stark die Profitabilität. Auf Stufe Ebit betrug die Marge hier noch magere 0,8 Prozent.

Klar besser sieht es diesbezüglich im Bereich Pendlermedien und Vermarktung aus. Der auch hier spürbare Druck auf die gedruckten Ausgaben der Pendlerzeitungen wurde im Halbjahr durch die stark wachsenden Digitalwerbeerträge sowie durch das durch Zukäufe gestärkte Geschäft mit der Werbe-Vermarktung überkompensiert.

Marktplätze sind gefordert

Und anders als in früheren Perioden laufen auch die Geschäfte im Bereich Marktplätze und Beteiligungen nicht mehr ganz so gut. Die digitalen Marktplätze spüren gemäss Tonini die Konkurrenz von internationalen Anbietern.

Um einer möglichen Disruption zuvorzukommen, investiert Tamedia hier deshalb in den Ausbau von Personal und IT, was markant auf die Margen drückt. Das Management gibt sich überzeugt, dass diese Investitionen langfristig gewinnbringend sein werden. (fal/sda)

Erstellt: 27.08.2019, 07:49 Uhr

Diverse Interessenten für «Annabelle»

Die zum Verkauf stehende Frauenzeitschrift «Annabelle» stösst auf reges Interesse. Es hätten sich erfreulich viele mögliche Käufer gemeldet, erklärte Tamedia-CEO Christoph Tonini am Dienstag an einer Telefonkonferenz. Man werde nun einer ausgewählten Zahl von Interessenten vertieften Einblick gewähren. «Ich bin guten Mutes, dass wir einen geeigneten Käufer finden», so Tonini weiter.

Das Zürcher Medienhaus Tamedia hatte im Juli mitgeteilt, dass es sich von der «Annabelle» trennen will. Die stark vom Werbemarkt abhängige Zeitschrift passe nicht mehr in die Strategie des Konzerns, so die Begründung. (sda)

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