Tamedia stellt «Le Matin»-Printausgabe ein

Die Westschweizer Zeitung erscheint ab August nur noch online. Betroffen sind 41 Mitarbeiter.

Erscheint nur noch digital: Die Westschweizer Zeitung «Le Matin» wird ab Ende Juli nicht mehr gedruckt.

Erscheint nur noch digital: Die Westschweizer Zeitung «Le Matin» wird ab Ende Juli nicht mehr gedruckt. Bild: Valentin Flaurand/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Mediengruppe Tamedia stellt die gedruckte Ausgabe der Westschweizer Zeitung «Le Matin» auf Ende Juli ein. Sie sei defizitär, heisst es zur Begründung. Danach soll es das Medium nur noch online geben.

Dies teilte Tamedia am Donnerstagmorgen mit. Betroffen seien maximal 41 Mitarbeitende, davon 24 in der Redaktion. Für die Betroffenen gebe es einen Sozialplan. Tamedia treffe sich an diesem Freitag mit der Arbeitnehmervertretung sowie den Gewerkschaftsvertretern, um das Konsultationsverfahren einzuleiten und einen Sozialplan auszuhandeln.

Seit 20 Jahren defizitär

Grund für die Einstellung der gedruckten Ausgabe – voraussichtlich auf den 21. Juli – seien die seit 20 Jahren anhaltenden Verluste. Im vergangenen Jahr lag das Defizit von «Le Matin» bei rund 6,3 Millionen Franken, über die letzten zehn Jahre gesamthaft bei 34 Millionen Franken.

Trotz grosser Anstrengungen habe keine nachhaltige Lösung gefunden werden können, um das gedruckte Angebot von «Le Matin» aufrechtzuerhalten, schreibt Tamedia. «Le Matin Dimanche» sei von der Einstellung der gedruckten Ausgabe von »Le Matin« nicht betroffen.

Digitale Ausgabe weiterentwickeln

Künftig soll die digitale Ausgabe mit einer 15-köpfigen Redaktion weiterentwickelt werden. Diese wird dabei eng mit dem Sport-Center von Tamedia und dem Newsexpress sowie für allgemeine Nachrichten mit dem Netzwerk von «20 minutes» zusammenarbeiten.

Die Website lematin.ch sei mit 581'000 Nutzerinnen und Nutzern (NET-Metrix Profile 2018-1) bereits heute eine der reichweitenstärksten Newsplattformen der Romandie, schreibt Tamedia. Als digitale Medienmarke solle «Le Matin» die «einzigartige Positionierung» in der Romandie bewahren und den Leserinnen und Lesern in allen Kantonen der Romandie «weiterhin pointierte, unterhaltsame und populäre Inhalte mit einem hohen Sport-Anteil bieten«.

«Le Matin» werde damit die erste Schweizer Tageszeitung, die sich vollständig auf eine rein digitale Version fokussiert.

Neuer Chefredaktor

Die Chefredaktion geht von Grégoire Nappey an Laurent Siebenmann über. Nappey, seit 2014 Chefredaktor von «Le Matin», wollte die Zeitung in dieser neuen Form nicht mehr leiten, schreibt Tamedia. Er werde den Übergang zu seinem Nachfolger Siebenmann sicherstellen und das Unternehmen verlassen. (ij/sda)

Erstellt: 07.06.2018, 10:12 Uhr

Artikel zum Thema

Blocher verlässt Basel

Der SVP-Übervater verkauft die «Basler Zeitung» an Tamedia. Beobachter sagen, was sie sich von der neuen BaZ wünschen. Mehr...

«Die Mehrheit ist wohl froh, gehört die BaZ nicht mehr Blocher»

Interview Die «Basler Zeitung» unter Christoph Blocher habe die Stadt verändert, sagt der Basler Publizist Philipp Cueni. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Blogs

Geldblog So riskant ist die Osram-Übernahme für AMS
Sweet Home Willkommen im Weihnachtswunderland

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Ein Märchen aus Lichtern: Zum ersten Mal findet das Internationale Chinesische Laternenfestival «Fesiluz» in Lateinamerika, Santiago de Chile statt. Es dauert bis Ende Februar 2020. (3. Dezember 2019)
(Bild: Alberto Walde) Mehr...