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Tesla: Innovation ja, Organisation nein

Beim Elektroauto-Hersteller in Fremont arbeiten 6000 Menschen. Parkplätze hat es für 4500. Ein Albtraum.

Wer sein Auto am Tesla-Firmensitz in Palo Alto abgestellt hat, braucht beim Ausparken Geduld. (Foto: Instagram.com/teslaparkinglot)
Wer sein Auto am Tesla-Firmensitz in Palo Alto abgestellt hat, braucht beim Ausparken Geduld. (Foto: Instagram.com/teslaparkinglot)

Die Autos parken kreuz und quer, halb im Kiesbett, halb auf dem Bordstein, sie haben tiefe Dellen und Kratzer. Die Nerven liegen offenbar blank bei vielen Mitarbeitern des amerikanischen Elektroauto-Herstellers Tesla. «Nächstes Mal bekommst du die Reifen aufgeschlitzt», steht auf einem Zettel, der an der Windschutzscheibe eines Autos hängt, dessen Besitzer falsch geparkt hat. Einige wütende Kollegen haben ihm die böse Botschaft geschrieben.

Tesla setzt auf elektrische Antriebe, elegantes Design und auf Autos, die ohne Fahrer ans Ziel kommen. Doch das innovative Unternehmen hat ein sehr banales Problem: Es gibt zu wenige Parkplätze auf dem Firmengelände. Sowohl am Hauptsitz im kalifornischen Palo Alto als auch am Standort in Fremont kämpfen die Mitarbeiter Tag für Tag darum, ihr Auto irgendwo abstellen zu können. Einer von ihnen dokumentiert das Grauen auf der Internetplattform Instagram und lädt dort die schlimmsten Fotos von den beiden Parkplätzen hoch.

Tesla hat in den vergangenen Jahren viele neue Mitarbeiter eingestellt, seine Parkflächen aber kaum erweitert. So kommt es, dass allein in Fremont 6000 Mitarbeiter um 4500 Parkplätze streiten. Die Tatsache, dass wegen der Schichtarbeit nie alle Angestellten gleichzeitig auf dem Gelände sind, entschärft die Lage kaum. Um einen guten Stellplatz zu ergattern, kämen manche Mitarbeiter schon Stunden vor der Arbeit und machten noch ein Nickerchen im Auto, sagte eine ehemalige Tesla-Mitarbeiterin dem «Wall Street Journal».

Die Parkplatzsituation sei einer seiner grössten Albträume, sagt Tesla-Chef Musk

Auch in Deutschland gibt es Unternehmen mit Parkplatznot, zum Beispiel den Autokonzern Daimler. Gerade nach zehn Uhr könne man schon mal länger nach einem Parkplatz suchen, sagt Arno Frietsch, Betriebsrat in der Stuttgarter Zentrale. So dramatisch wie in Kalifornien gehe es aber nicht zu. «Die Situation entspannt sich gerade, weil 800 neue Parkplätze geschaffen werden», sagt Frietsch. Manche Unternehmen stellen Mitarbeitern überhaupt keine Parkplätze zur Verfügung. Verpflichtet sind sie dazu ohnehin nicht. Wenn die Arbeitnehmer auf Supermarktparkplätze ausweichen oder ihren Wagen in nahe gelegenen Wohnvierteln abstellen, droht ihnen wiederum Ärger mit Händlern und Anwohnern. Als vorbeugende Massnahme bieten viele deutsche Konzerne ihren Mitarbeitern vergünstigte Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr an.

Und auch bei Tesla will man nicht mehr länger zusehen. Die Parkplatzsituation im Unternehmen sei einer seiner «grössten Albträume», soll Tesla-Chef Elon Musk kürzlich gesagt haben. Seit einiger Zeit lässt er einen Teil der Angestellten mit Shuttle-Bussen zur Arbeit bringen, ausserdem will das Unternehmen seine Mitarbeiter zunehmend dazu bringen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Bislang scheint allerdings auch der Zweiradparkplatz bei Tesla nicht besonders grosszügig zu sein.

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