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Tischspiel und Automaten reichen nicht mehr

Die Schweizer Casino-Branche verlor seit 2007 satte 25 Prozent Erträge. Das Malaise zeigt sich im neuen Casino Zürich, wo das Ziel deutlich verfehlt wird. Nun kommen die Spielbetriebe mit neuen Ideen.

Als mit dem klassischen Roulette noch Gewinne geschrieben werden konnten: Andy Egli bei der Eröffnung des Casino St. Gallen. (Archiv 2003)
Als mit dem klassischen Roulette noch Gewinne geschrieben werden konnten: Andy Egli bei der Eröffnung des Casino St. Gallen. (Archiv 2003)
Keystone

Das Anfang November 2012 eröffnete Casino in Zürich läuft schlechter als geplant, wie es heute an der Jahrespressekonferenz von Swiss Casino hiess. Spätestens 2014 würden aber schwarze Zahlen geschrieben, sind die Verantwortlichen überzeugt. Der Projektaufwand für den Zürcher Betrieb hat der Swiss Casinos Holding für 2012 einen Verlust von 7,8 Millionen beschert.

Alle vier bestehenden Swiss-Casino-Spielbanken in Pfäffikon SZ, St. Gallen, Schaffhausen und Bern hätten trotz sinkenden Bruttospielerträgen Gewinne gemacht, sagte Finanzchef Stefan Meyer am Dienstag vor den Medien in Zürich.

In Zürich wurden im November und Dezember 2012 gut 10 Millionen Franken umgesetzt, was der Swiss Casinos Holding ermöglichte, den gesamten Bruttoumsatz gegenüber dem Vorjahr um 3 Millionen auf 105,8 Millionen Franken zu steigern.

Im Zürcher Betrieb, dem grössten Casino der Schweiz, würden im laufenden Jahr wohl nicht wie geplant 100 Millionen Franken umgesetzt, sondern bloss etwa 70 Millionen, sagte der Zürcher Casino-Chef Michael Favrod. Damit sei man etwa beim Break-even. 2014 sei mit einem Gewinn zu rechnen.

Spielbankenmarkt schrumpft

Der gesamte Spielbankenmarkt in der Schweiz stehe im Gegenwind, sagte Peter Meier, Delegierter des Verwaltungsrates der Swiss Casinos Holding. Im letzten Jahr seien in der Branche die Spielerträge um 8 bis 9 Prozent zurückgegangen. Seit 2007 betrage der Rückgang 25 Prozent.

Das klassische Glücksspiel an Tischen und Automaten allein reiche heute für den Geschäftserfolg nicht mehr aus, fügte der für Projekte zuständige Erwin Cresta an. Deshalb baute die Swiss Casinos ihre Angebote aus.

Erfahrungen sammeln will das Unternehmen mit Spielen im Internet. Für ihr Gratis-Online-Casino seien bereits 4000 Spieler eingeschrieben, sagte Cresta. Zu gewinnen gibt es Warenpreise, die in den Casinos eingelöst werden können. Das Angebot sei eine Vorbereitung auf die Zeit ab 2018, wenn es in der Schweiz Konzessionen für Online-Casinos geben werde.

Im Gebäude des Zürcher Casinos, dem Haus Ober, sind laut Cresta weitere Angebote für ein «umfassendes Ausgehvergnügen» geplant. Voraussichtlich in einem Jahr werde im fünften Stock ein Restaurant mit Aussicht und gehobenem Standard eröffnet.

Ideen für eine Weiterentwicklung zu einem eigentlichen Unterhaltungszentrum nicht nur für spielende Gäste gebe es auch für die weiteren, heute noch vermieteten Flächen.

153 Millionen Franken Spielerlös

An den vier Spielbanken in Zürich, Schaffhausen, Pfäffikon SZ und St. Gallen ist die Swiss Casinos Holding zu 100 oder fast 100 Prozent beteiligt, an jener in Bern zu knapp einem Drittel. Die fünf Betriebe haben 2012 einen Bruttospielerlös von 153,3 Millionen Franken erbracht. Die Spielbankenabgaben an Bund und Kantone betrugen 72 Millionen Franken.

Während vor einem Jahr noch ein Gewinn von 5,2 Millionen Franken resultierte, gab es 2012 einen Verlust von 7,8 Millionen. Ende 2012 waren 640 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

(SDA)

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