Zum Hauptinhalt springen

Trotz A380-Vorfall: Rolls-Royce holt Milliardenauftrag in China

Der Triebwerk-Hersteller hat einen lukrativen chinesischen Kunden gewonnen. Schützenhilfe hat Rolls-Royce vom britischen Premier erhalten, der mit einer riesigen Wirtschaftsdelegation in China weilt.

Lukrativer Staatsbesuch: David Cameron weilt mit einer Wirtschaftsdelegation in China. Hier vor einem britischen Supermarkt-Ableger.
Lukrativer Staatsbesuch: David Cameron weilt mit einer Wirtschaftsdelegation in China. Hier vor einem britischen Supermarkt-Ableger.
Keystone
Feierliche Ankunft: Der britische Premier am Flughafen von Peking.
Feierliche Ankunft: Der britische Premier am Flughafen von Peking.
Keystone
Intensive Verhandlungen: Die britische Delegation im Gespräch mit Chinas Führung.
Intensive Verhandlungen: Die britische Delegation im Gespräch mit Chinas Führung.
Keystone
1 / 6

Der britische Triebwerk-Hersteller Rolls-Royce hat einen Milliarden-Auftrag in China ergattert. Die chinesische Fluggesellschaft China Eastern bestellte bei Rolls-Royce die Motoren des Typs Trent-700 für 16 Airbus-Maschinen vom Typ A330, wie das britische Unternehmen mitteilte. Ausserdem soll Rolls-Royce der chinesischen Airline helfen mit einem effizienten Treibstoff-Management die 300 Maschinen starke Flotte umweltverträglicher zu unterhalten. Der Auftrag hat einen Wert von 1,2 Milliarden Dollar. Rolls-Royce ist als Hersteller der Triebwerke des Qantas-Airbus, der letzte Woche in Singapur notlanden musste, stark unter Druck geraten.

Das Abkommen hat der britische Premierminister David Cameron bei seinem Staatsbesuch in China eingefädelt. Vier Minister und rund 50 Unternehmensvertreter haben Cameron für umfassende Wirtschaftsverhandlungen nach China begleitet. «Es handelt sich um die grösste britische Delegation, die jemals China besucht hat», schrieb der britische Premier kurz vor seiner Abreise im «Wall Street Journal». Cameron erhofft den jährlichen bilateralen Handel mit China bis 2015 auf mehr als 100 Milliarden zu verdoppeln. 30 Milliarden Dollar jährlich sollen darauf auf britische Exporte entfallen. Momentan stammen lediglich 2 Prozent aller chinesischen Importe aus dem Vereinigten Königreich.

Liu Xiaobo im Blickpunkt

Der Besuch des britischen Premiers steht unter besonderer Beobachtung, denn Cameron ist der erste westliche Gast in Peking seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an den inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo. Ausserdem hat Peking Lius Anwalt gestern die Ausreise verweigert. Mo Shaoping, dessen Anwaltsbüro Liu vertritt, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Behörden hätten ihn am Flughafen von Peking daran gehindert, zu einer Konferenz nach London zu fliegen. «Sie sagten, dass ich etwas tun könnte, was den nationalen Interessen schaden könnte», ergänzte der renommierte Anwalt.

Cameron versprach vor seiner Abreise, die Themen rund um die Menschenrechte anzusprechen, er wolle China jedoch «nicht belehren oder einschüchtern». Viel lieber spricht er in dieser Hinsicht von einem «Dialog» zwischen den beiden Ländern. Derweil werfen britische Menschenrechtsgruppen ihrem Premier vor, heikle politische Fragen zu umgehen, um die lukrativen Wirtschaftsabkommen nicht zu gefährden. Bezeichnend für diese Entwicklung sei Energieminister Michael Gove, der noch vor einem Jahr China als einen orwellschen Staat bezeichnete, der täglich Hunderte von Menschen beseitige. Heute ist Gove Teil der britischen Regierungs-Delegation in China.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch