UBS gibt für Kleinsparer Entwarnung

Sergio Ermotti verspricht, dass es keine Strafzinsen auf kleinen Guthaben geben wird.

Zum Fall Iqbal Khan nimmt die Grossbank bis dato keine Stellung. Der Hauptsitz der UBS am Zürcher Paradeplatz. Foto: Andrea Zahler

Zum Fall Iqbal Khan nimmt die Grossbank bis dato keine Stellung. Der Hauptsitz der UBS am Zürcher Paradeplatz. Foto: Andrea Zahler

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Die UBS will auch weiterhin Kleinsparer von Negativzinsen verschonen. Das sagte Bankchef Sergio Ermotti dieser Zeitung anlässlich der Quartalsergebnisse. «Die Kleinsparer zahlen schon genug, weil es auf ihr Erspartes keine Zinsen mehr gibt und die Vorsorgewerke in Bedrängnis kommen», erklärte Ermotti. «Wir werden auch weiterhin keine ­Negativzinsen von Kleinsparern verlangen.» Eine genaue Zahl nannte Ermotti nicht. In Finanzkreisen wird ein Kleinsparer definiert als ein Kunde, der bis zu 100'000 Franken Barvermögen auf dem Konto hat.

Ab November verlangt die UBS einen Strafzins von 0,75 Prozent auf Barbeständen von mehr als 2 Millionen Franken. Für Euroguthaben werden neu Strafzinsen von 0,6 Prozent schon ab 500'000 Euro Barguthaben fällig, zuvor lag die Schwelle bei 1 Million Euro. Auch die Credit Suisse hat vor kurzem angekündigt, Negativzinsen auf Barvermögen von mehr als 2 Millionen Franken zu verlangen.

In den Medien wurde breit die Frage diskutiert, wann es die Kleinsparer trifft. In Bankkreisen ist die Kritik zu hören, dass solche Berichte Panikmache seien. Es gebe in der gesamten Branche keine grössere Bank, die Negativzinsen auf kleineren Guthaben einführen wolle.

Mit Blick auf das Geschäft seiner Bank fürchtet Ermotti nicht, dass die Einführung von Negativzinsen auf Frankenguthaben zu nennenswerten Abflüssen von Kundenvermögen führen wird. In einer Telefonkonferenz erläuterte Finanzchef Kirt Gardner, dass Kunden ihre Bargelder «in andere Einheiten» der Bank verlegen könnten.

Khan hat 60 Tage Schonfrist

Die «SonntagsZeitung» hatte berichtet, dass die Grossbank reichen Kunden anbietet, ihr Geld bei der UBS-Filiale in Jersey anzulegen, um Negativzinsen zu umgehen. Denn die Niederlassung in Jersey zählt zur UBS AG. Dort wird das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft gebucht. Im Unterschied zur UBS Switzerland AG, über die das Schweiz-Geschäft läuft, hat die UBS AG weniger Frankeneinlagen in der Bilanz und leidet damit weniger unter Negativzinsen.

Zum Beschattungsskandal um Iqbal Khan, der seit Anfang Oktober als Co-Chef der Vermögensverwaltung bei der UBS arbeitet, wollte Ermotti nichts sagen. Er erklärte einzig, dass er froh sei, Khan im Team zu haben. Bei der Credit Suisse, wo er den vergleichbaren Job bekleidete, hatte es Khan geschafft, durch den aggressiven Verkauf von Krediten und anderen Produkten das Wachstum anzukurbeln.

Ermotti dämpft die Erwartungen: «Iqbal Khan hat 60 Tage Zeit, um sich einzuarbeiten», sagt er. «Anfang Dezember wird er uns dann zusammen mit Tom Naratil seine ersten Ideen vorstellen. Es ist aber keine Revolution zu erwarten, er soll innerhalb der bestehenden Strategie neue Impulse geben.»

Erstellt: 23.10.2019, 15:42 Uhr

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