Ermotti: Brexit kostet Bank über 100 Millionen Franken

Die UBS hat im zweiten Quartal 2018 mehr verdient. In der globalen Vermögensverwaltung flossen allerdings Gelder ab. CEO-Ermotti äussert sich zu weiteren Kosten.

Mehr Gewinn: UBS-Chef Sergio Ermotti.

Mehr Gewinn: UBS-Chef Sergio Ermotti. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Der Reingewinn der UBS ist im zweiten Quartal 2018 um 9 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken gestiegen. Das, dank einer guten Entwicklung in der Vermögensverwaltung und in der Investmentbank. In der globalen Vermögensverwaltung (GWM) musste die Grossbank einen Abfluss von Geldern in Höhe von 1,2 Milliarden Franken hinnehmen, teilte die Bank mit.

Die UBS-Aktie startet 3,5 Prozent höher in den Handel (Stand: 10:00 Uhr). Der SMI liegt im frühen Handel 0,2 Prozent im Plus.

Erwartungen übertroffen

Der Vorsteuergewinn der grössten Schweizer Bank belief sich im zweiten Quartal auf 1,68 Milliarden nach 1,50 Milliarden im Vorjahresquartal beziehungsweise 1,97 Milliarden im Startquartal 2018.

Den Reingewinn wies das Institut mit 1,28 Milliarden aus nach 1,17 Milliarden im Vorjahr. Die Erwartungen des Marktes wurden damit übertroffen: Der AWP-Konsens für den Vorsteuergewinn lag bei 1,46 Milliarden, derjenige für das Ergebnis unter dem Strich bei 1,07 Milliarden Franken.

Brexit wird über 100 Millionen Franken kosten

Erfreulich entwickelten sich die Einnahmen. So stieg der Geschäftsertrag der gesamten Bank auf 7,55 Milliarden von 7,27 Milliarden im Vorjahr. Aber auch die Kosten legten zu und zwar auf 5,88 Milliarden von 5,77 Milliarden. Damit ergibt sich ein Verhältnis von Kosten zu Einnahmen (Cost-Income-Ratio) von 77,5 Prozent. Die mittelfristige Zielgrösse liegt hier bei unter 75 Prozent.

«Ich bin zufrieden mit dem zweiten Quartal, das zu einem starken ersten Halbjahr beitrug, mit besonders gutem Kapitalwachstum», wird CEO Sergio Ermotti in der Mitteilung zitiert. In einer Präsentation der Resultate sagte CEO Ermotti zu anfallenden regulatorischen Kosten: Der Brexit werde die Bank über 100 Millionen Franken kosten.

Die meisten Kennzahlen fielen im Rahmen der Erwartungen aus, schreiben die Analysten der ZKB in einem Kommentar. «Auch wenn die Kosten unsere aggressive Schätzung nicht zu schlagen vermochten, scheint sich die Kostenperformance in die richtige Richtung zu bewegen.»

Nettoneugeldabfluss von 1,2 Milliarden

Der neu zusammengeführten globalen Vermögensverwaltungseinheit Global Wealth Management (GWM) flossen in der Periode von April bis Juni Nettoneugelder in Höhe von 1,2 Milliarden Franken ab. Für den Abfluss verantwortlich war dabei hauptsächlich das Geschäft in den USA. Das vor allem, weil Kunden in den USA das Geld für Steuerzahlungen abzogen. Die verwalteten Vermögen beliefen sich per Ende Quartal auf 3'242 Milliarden und lagen damit über den 3'155 Milliarden per Ende März.

Gut lief es auch der Investmentbank, die den Vorsteuergewinn um rund ein Viertel auf 569 Millionen Franken steigerte. Bekanntlich hat sich die Bank in den letzten Jahren aus diversen Bereich des Investmentbanking zurückgezogen. Ein wichtiger Bereich, den sie weiter betreibt, ist das Aktiengeschäft. Dort legten die (bereinigten) Erträge um 17 Prozent zu.

Leicht verbessert präsentierte sich zum Quartalsende die harte Kernkapitalquote. Sie stieg auf 13,4 Prozent von 13,1 Prozent per Ende März.

Anhaltende geopolitische Spannungen

Im laufenden dritten Quartal rechnet die Grossbank neben den typischen saisonalen Faktoren mit einer insgesamt nur moderaten Marktvolatilität, was sich gewöhnlich nachteilig auf die Kundenaktivität auswirke.

Insgesamt dürften die Märkte nach Meinung der Grossbank aber auch künftig von den Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum profitieren, obwohl die anhaltenden geopolitischen Spannungen und der wachsende Protektionismus das Anlegervertrauen dämpfen und weiter eine Gefahr darstellen.

US-Banken mit starken Zahlen

Die UBS ist eine der ersten europäischen Banken, die Quartalszahlen vorlegt. Zuvor hatten die US-Banken für das zweite Quartal starke Zuwächse verzeichnet. Grund dafür waren die gute Konjunktur, steigende Zinsen und die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump.

Die US-Bank Morgan Stanley gab zuletzt bekannt, den Quartalsgewinn um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert zu haben. Die Bank verbuchte einen Überschuss von 1,95 Milliarden Euro. Auch Rivale Goldman Sachs erzielte einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar - eine Steigerung von gut einem Viertel.

Die Deutsche Bank, die morgen ihre vollständigen Ergebnisse vorlegt, erwartet einen Gewinn vor Steuern von rund 700 Millionen Euro und nach Steuern von rund 400 Millionen Euro. (cfr/awp/sda)

Erstellt: 24.07.2018, 06:49 Uhr

UBS zahlt im Trustee-Fall 850 Millionen US-Dollar

Die UBS kann einen weiteren Rechtsfall im Zusammenhang mit hypothekenbesicherten Wertpapieren (RMBS) zu den Akten legen. Im sogenannten «Trustee-Fall» sei im Juli eine Einigung erzielt worden, schrieb die Bank in ihrem Bericht zum zweiten Quartal.

Im Rahmen der Vereinbarung werde die UBS 850 Millionen US-Dollar bezahlen und die Angelegenheit damit abschliessen. Ein signifikanter Teil des Betrages werde dabei aber von Drittparteien bezahlt, welche die UBS schadlos halten. Die Einigung müsse noch vom zuständigen Gericht genehmigt werden, erklärte die UBS weiter.

Eine erste im Jahr 2017 erzielte Vereinbarung, welche eine Zahlung von insgesamt 543 Millionen vorgesehen hatte, wurde nach der Ablehnung durch den Trust-Verwalter hinfällig.

Zusätzliche Rückstellungen

Ob für die Einigung zusätzliche Rückstellungen nötig wurden, gab die UBS nicht direkt bekannt. Dem Geschäftsbericht für das zweite Quartal war allerdings zu entnehmen, dass die Bank im sogenannten Corporate Center, in welchem die «Altlasten» verwaltet werden, zusätzliche Rückstellungen von 82 Millionen Franken vorgenommen hat. Diese dürften grösstenteils im Zusammenhang mit dem RMBS-Fall sein.

Insgesamt sind die Rückstellungen für Altlasten etc. im zweiten Quartal um 111 Millionen gestiegen und lagen damit per Mitte Jahr bei 2,44 Milliarden. Dies zeigt auch, dass noch immer gewichtige Fälle nicht abgeschlossen sind - dazu gehört etwa eine Einigung mit dem US-Justizministerium (DoJ) im RMBS-Fall, oder der Fall in Frankreich, wo der Bank wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung noch ein Prozess bevorsteht (awp/sda).

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