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UBS steigert Reingewinn um 19 Prozent

Die Schweizer Grossbank hat im ersten Quartal 1,5 Milliarden Franken verdient. Das ist mehr als im Gesamtjahr 2017.

Schaut auf das vergangene Quartal zurück: UBS-CEO Sergio Ermotti. (Archivbild)
Schaut auf das vergangene Quartal zurück: UBS-CEO Sergio Ermotti. (Archivbild)
Ennio Leanza, Keystone

Die UBS hat im ersten Quartal dieses Jahres mehr Gewinn eingefahren als im gesamten Vorjahr. Trotz dem soliden Jahresstart sieht Konzernchef Sergio Ermotti jedoch keinen Grund zur Euphorie.

«Die UBS legte im Januar einen Superstart hin, die zwei folgenden Monate waren eher gedämpft», sagte Ermotti am Montag an einer Telefonkonferenz. Die US-Sanktionen gegen Russland hätten keine nennenswerten Auswirkungen auf das Geschäft der UBS, so der Konzernchef weiter. Unter dem Strich steigerte die UBS den Reingewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken.

Beim Vorsteuergewinn resultierte im ersten Quartal ein Plus von 17 Prozent auf 1,97 Milliarden Franken. Highlights waren zweistellige Wachstumsraten in der Vermögensverwaltung in den USA und Asienpazifik. Allerdings habe sich die Stimmung der Kunden wegen der geopolitischen Lage gerade in den USA gegen Ende Quartal etwas abgeschwächt, so Ermotti.

Mehr Personal eingestellt

Parallel zum breit abgestützten Expansionskurs stellte die UBS nach dem Abbau der letzten Jahre wieder mehr eigenes Personal ein. Im Vergleich zu Ende Dezember erhöhte sich die Zahl der Angestellten per Ende März um 1274 auf 62'537 - wobei die meisten im Technologie-Bereich dazu kamen. Gleichzeitig reduzierte sich die Anzahl externer Mitarbeiter um 1463 auf 24'027 weiter.

«Wir werden auch in den nächsten drei Jahren mehr Angestellte insourcen», führte Finanzchef Kirt Gardner aus. Das koste zwar, helfe aber auch die Effizienz zu erhöhen.

In der neu ausgerichteten globalen Vermögensverwaltungseinheit Global Wealth Management (GWM) resultierte ein Vorsteuergewinn von 1,23 Milliarden Franken (Vorjahr: 940 Millionen). Zu den Ertragsverbesserungen führten unter anderem die Zunahme der verwalteten Vermögen mit Nettoneugeldern in der Höhe von 19 Milliarden Franken und die gestiegenen Nettozinsmargen.

Im Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft lag der Vorsteuergewinn im ersten Quartal mit 419 Millionen Franken eine Million über dem Vorjahr. Mit eingeflossen ist ein einmaliger Gewinn von 20 Millionen Franken aus dem Verkauf eines Portfolios von Immobiliendarlehen. Wegen der tiefen Zinsen stand das Schweizer Geschäft nach wie vor im Gegenwind, fügte Ermotti hinzu.

Die Nettoneugeldzuflüsse in der institutionellen Vermögensverwaltung führten zu einem verwalteten Vermögen von 792 Milliarden Franken. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren. Der Vorsteuergewinn des Asset Managements stieg aber nur minimal auf 106 Millionen Franken (Vorjahr: 103 Millionen Franken).

Protektionismus belastet Anlegervertrauen

Beflügelt von gestiegenen Erträgen im Aktiengeschäft erhöhte die Investmentbank den Vorsteuergewinn um 23 Prozent auf 589 Millionen Franken deutlich. Im Quartalsergebnis enthalten sind Sonderfaktoren wie Restrukturierungskosten in Höhe von 128 Millionen Franken. Die Rückstellungen für Rechtsfälle wurden dagegen um 11 Millionen (Vorjahr: 33 Millionen) verringert.

Auch im ersten Quartal verbucht wurde ein Gewinn von 225 Millionen Franken im Zusammenhang mit Änderungen bei der Pensionskasse der UBS in der Schweiz. Mittelfristig rechnet die UBS mit höheren Kosten für die Stabilisierung der firmeneigenen Pensionskasse.

Die UBS sieht in geopolitischen Spannungen und dem wachsenden Protektionismus eine Gefahr für das Anlegervertrauen. Die Grossbank zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Märkte auch künftig von den Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum profitieren werden.

Zu den Aussichten für das laufende zweite Quartal gab sich die UBS zurückhaltend. Sie gehe weiterhin von einem Anstieg der US-Dollar-Zinssätze aus, die die Zinserträge stützen dürften. Die transaktionsbasierten Erträge in der Investmentbank und in der Vermögensverwaltung seien aber in der Regel niedriger als zum Jahresstart.

Angesichts der strengeren Kapitalvorschriften (Basel III) rechnet die Bank im zweiten Quartal mit höheren Finanzierungskosten als im Vergleichszeitraum 2017. Zum Quartalsende war die Kapitalposition der Bank etwas schwächer. Die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) sank auf 13,1 Prozent von 13,8 Prozent per Jahresende. Dieser Rückgang aufgrund eines einmaligen Effektes wurde bereits angekündigt.

Obwohl das Ergebnis die Markterwartungen leicht übertraf, erlitten die UBS-Aktien in einem rückläufigen Markt überdurchschnittlich hohe Kursabgaben. Bis kurz vor 11 Uhr gab die UBS-Aktie um 4 Prozent auf 16,50 Franken nach.

SDA/bla

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