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UBS zahlt im Hypotheken-Streit 885 Millionen Dollar

Nachdem die UBS bekannt gab, dass sie sich im Rechtsstreit mit Fannie Mae und Freddie Mac geeinigt hat, werden nun die Details des Vergleichs bekannt: Die Bank muss mehr als 800 Millionen Franken bezahlen.

Kein Schuldeingeständnis: Logo der UBS. (Archivbild)
Kein Schuldeingeständnis: Logo der UBS. (Archivbild)
Keystone

Jetzt ist klar, wie viel die Grossbank UBS im Rechtsstreit um Hypothekenverbriefungen in den USA zahlt: 885 Millionen Dollar. Dies geht aus dem getroffenen Vergleich hervor, den die US-Hypothekenmarktbehörde FHFA publiziert hat.

Im Gegenzug lässt die FHFA ihre Vorwürfe fallen, die UBS habe die Wohnbaufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac bei hypothekenbesicherten Wertpapieren (RMBS) in die Irre geführt. Die Einigung bedeute kein Schuldeingeständnis der UBS, hielt die FHFA fest. Gemäss dem in der Nacht veröffentlichten Vergleich zahlt die UBS rund 415 Millionen Dollar an Fannie Mae und 470 Millionen Dollar an Freddie Mac.

Regulierungsbehörde verklagte die 18 Banken

Die FHFA hatte im Jahr 2011 die UBS und 17 weitere Banken beschuldigt, Fannie Mae und Freddie Mac vor 2008 Subprime-Hypothekenpakete für rund 200 Milliarden Dollar auf der Basis von Dokumenten angedreht zu haben, welche falsche Angaben enthielten oder nicht vollständig waren.

Die Regulierungsbehörde verklagte die 18 Banken im Namen der beiden Hypothekenfinanzierer, welche nach dem Platzen der Subprime-Blase 2007/08 vom Staat für Milliarden gerettet werden mussten. Gegen die UBS ging es um Wertpapiere im Volumen von 4,5 Milliarden Dollar, auf denen die FHFA Kursverluste von rund 1,2 Milliarden Dollar inklusive Zinsen geltend machte.

Dritter Vergleich

Die UBS ist die dritte der 18 Banken, die mit der FHFA zu einem Vergleich kommt. Bei der Schweizer Grossbank hat die Behörde erstmals die Höhe der Zahlung genannt. Die US-Banken General Electric und Citigroup haben im Januar und im Mai Vergleichen mit der FHFA zugestimmt, ohne dass die Behörde die Höhe der vereinbarten Zahlungen publik gemacht hätte.

Bei General Electric ging es um RMBS im Volumen von 549 Millionen Dollar und bei der Citigroup um 3,5 Milliarden. An der Spitze stehen laut Anklage JP Morgan mit 33 Milliarden Dollar, RBS mit 30,4 Milliarden Dollar, Countrywide mit 26,6 Milliarden Dollar und Merrill Lynch mit 24,8 Milliarden Dollar.

Dahinter folgen Deutsche Bank mit 14,2 Milliarden und die Credit Suisse mit 14,1 Milliarden Dollar. Die nominelle Summe ist aber nicht allein entscheidend, es geht auch um die Qualität und die Entwicklung des Portfolios.

CS-Chef zuversichtlich

So erwartet CS-Chef Brady Dougan für die Bank keine erhebliche Belastung: «Wir glauben, dass wir verantwortlich gehandelt haben», sagte Dougan bei der Präsentation der Quartalszahlen. Die Verluste, welche Fannie Mae und Freddie Mac mit dem Portfolio der CS erlitten hätten, beliefen sich auf höchstens rund 100 Millionen.

Die CS bilde von Quartal zu Quartal die nötigen Rückstellungen. Im zweiten Quartal stellte die Grossbank für alle Rechtsfälle netto 155 Millionen Fr. zurück. Eine Zahl zum FHFA-Fall nannte Dougan nicht. Die UBS hatte am Montag mitgeteilt, sie habe sich im Rechtsstreit mit der FHFA grundsätzlich geeinigt. Die Kosten seien durch Rückstellungen gedeckt, die im zweiten Quartal und in früheren Perioden gebildet worden seien.

Für Rechtsfälle, sonstige Rückstellungen und Wertminderungen hat die UBS im abgelaufenen Quartal Kosten von 865 Millionen Fr. verbucht. Dennoch erzielte die Bank laut der Vorankündigung einen operativen Vorsteuergewinn von etwa 1,02 Milliarden und einen Reingewinn von rund 690 Millionen Franken. Das detaillierte Quartalsergebnis publiziert die UBS nächsten Dienstag.

SDA/fko

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