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UBS-Manager: «Bank verlor Ikonen-Status»

Das Vertrauen der Kunden in die UBS hat im Zuge der Finanzkrise besonders stark in der Schweiz gelitten, sagt Raoul Weil, Chef der UBS-Vermögensverwaltung.

UBS-GV: Für das Management wars früher ein Triumphzug, heute nimmt kein Aktionär mehr ein Blatt vor den Mund.
UBS-GV: Für das Management wars früher ein Triumphzug, heute nimmt kein Aktionär mehr ein Blatt vor den Mund.
Keystone

«Wir waren eine nationale Ikone, wie das Schweizer Sackmesser oder die Toblerone», sagte Weil in einem Interview mit dem Magazin «Bilanz», das heute vorab publiziert wurde. Der harte Schlag, der die US-Hypothekenkrise der UBS versetzt hat, habe hierzulande für grössere Enttäuschung gesorgt als anderswo.

Von den 17 Milliarden Franken, die UBS-Kunden allein im letzten Quartal abgezogen hatten, entfallen 7,5 Milliarden auf die Schweiz. In der Schweiz werde es länger dauern als im Ausland, bis das Vertrauen zurückgewonnen sei. «Die Situation hat sich zwar leicht beruhigt. Wir sind aber noch nicht zufrieden», bekannte Weil.

Image schlecht kommuniziert

Weil gestand ein, dass die UBS trotz ihres «ikonenhaften» Status vor dem Debakel als unnahbar galt: «Während der starken Aufbauphase im Ausland hat die Bank zu wenig direkt kommuniziert» und so ihr Image vernachlässigt. Man versuche jetzt, aktiver auf Schweizer Kunden zuzugehen.

Vertrauen werde wieder aufgebaut, wenn die Bank überzeugende Resultate liefere. Diese müssten sich von Quartal zu Quartal verbessern, was harte Arbeit bedeute, sagte Weil.

Potenzial in Asien und Südamerika

Der Ausstieg aus dem amerikanischen Offshore-Geschäft sei «nicht matchentscheidend» für die Grossbank, hielt Weil fest. Bisher betreute die UBS 19’000 amerikanische Offshore-Kunden, von denen sicherlich viele eine neue Bank suchen würden. Diese Vermögen machten aber weniger als 1 Prozent der von der UBS betreuten Gelder aus.

Wachstum verspricht sich Weil in Asien: «Wir sind dort heute schon Marktführer, der Anteil an den verwalteten Vermögen aus dieser Region liegt aber erst bei 12 Prozent.» In Asien sei der Geldzufluss gut. Auch in Südamerika erkenne die UBS noch grosses Potenzial.

Kein Drama um Bankgeheimnis

«Wenig dramatisch» empfindet der UBS-Banker die derzeitige Diskussion um das schweizerische Bankgeheimnis. Die Aushöhlung der Institution durch die USA werde die Europäische Union nicht zu ähnlichem inspirieren: «Wir haben heute ein funktionierendes System mit der EU», resümiert Weil.

SDA/cpm

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