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Uncle Sam und die CS-Filiale am Zürcher Flughafen

Zum ersten Mal zeigt ein Dokument, wie tief die Credit Suisse ins Geschäft mit US-Kunden verstrickt war.

Walter Niederberger, San Francisco
«Wir greifen dort an, wo das Geld ist»: Senator Carl Levin wird heute die CS-Vertreter befragen.
«Wir greifen dort an, wo das Geld ist»: Senator Carl Levin wird heute die CS-Vertreter befragen.
Keystone
Viel Erfahrung im Kampf gegen Steuerschlupflöcher: Carl Levin, demokratischer Senator aus Michigan.
Viel Erfahrung im Kampf gegen Steuerschlupflöcher: Carl Levin, demokratischer Senator aus Michigan.
Keystone
Im Zuge der Finanzkrise gerät die UBS 2007 ins Visier der US-Behörden. Das US-Justizministerium fordert die Namen von Kunden, die ihr Geld in der Schweiz vor dem Fiskus versteckt halten. Bild: Einbahnstrassenschild vor dem Sitz der UBS an der Park Avenue in New York City. (20. Juli 2009)
Im Zuge der Finanzkrise gerät die UBS 2007 ins Visier der US-Behörden. Das US-Justizministerium fordert die Namen von Kunden, die ihr Geld in der Schweiz vor dem Fiskus versteckt halten. Bild: Einbahnstrassenschild vor dem Sitz der UBS an der Park Avenue in New York City. (20. Juli 2009)
Keystone
Den USA gelingt ein Coup: Bradley Birkenfeld, ehemaliger Kundenberater bei der UBS, meldet sich als Whistleblower bei der Steuerbehörde IRS. Er liefert der Behörde Informationen darüber, wie Mitarbeiter der UBS interne Richtlinien unterlaufen, um US-Kunden die Steuerhinterziehung zu ermöglichen. Bild: Birkenfeld auf dem Weg zu einer Pressekonferenz vor einem US-Gefängnis. (8. Januar 2010)
Den USA gelingt ein Coup: Bradley Birkenfeld, ehemaliger Kundenberater bei der UBS, meldet sich als Whistleblower bei der Steuerbehörde IRS. Er liefert der Behörde Informationen darüber, wie Mitarbeiter der UBS interne Richtlinien unterlaufen, um US-Kunden die Steuerhinterziehung zu ermöglichen. Bild: Birkenfeld auf dem Weg zu einer Pressekonferenz vor einem US-Gefängnis. (8. Januar 2010)
Keystone
Die USA beantragen ein Amtshilfeverfahren in der Schweiz zur Herausgabe der Daten der betroffenen UBS-Bankkunden. Die Bank erhält dazu eine Frist bis am 18. Februar 2009, andernfalls droht die Einleitung eines Strafverfahrens. Bild: Fussgänger vor dem UBS-Gebäude in New York. (25. April 2008)
Die USA beantragen ein Amtshilfeverfahren in der Schweiz zur Herausgabe der Daten der betroffenen UBS-Bankkunden. Die Bank erhält dazu eine Frist bis am 18. Februar 2009, andernfalls droht die Einleitung eines Strafverfahrens. Bild: Fussgänger vor dem UBS-Gebäude in New York. (25. April 2008)
Keystone
Unter dem Druck der USA weicht die Schweiz das Bankkundengeheimnis auf. Die Finanzmarktaufsicht Finma verfügt die Herausgabe der Daten von 250 UBS-Kunden. In den USA muss die Bank eine Busse von 780 Millionen Dollar bezahlen. Das Parlament stimmt im Nachhinein einem entsprechenden Staatsvertrag mit den USA zu. Bild: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz an einer Medienkonferenz in Bern. (19. Februar 2009)
Unter dem Druck der USA weicht die Schweiz das Bankkundengeheimnis auf. Die Finanzmarktaufsicht Finma verfügt die Herausgabe der Daten von 250 UBS-Kunden. In den USA muss die Bank eine Busse von 780 Millionen Dollar bezahlen. Das Parlament stimmt im Nachhinein einem entsprechenden Staatsvertrag mit den USA zu. Bild: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz an einer Medienkonferenz in Bern. (19. Februar 2009)
Keystone
In der Folge wird ein revidiertes Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Die USA setzen durch, dass die Schweiz auch bei Gruppenanfragen Amtshilfe leisten muss – also auch dann, wenn Bankkunden nicht über Namen oder Kontonummern, sondern über Verhaltensmuster identifiziert werden. Bild: Timothy Geithner (l.) und der Schweizer Botschafter Urs Ziswiler (r.) bei der Unterzeichnung des Steuervertrags. (23. September 2009)
In der Folge wird ein revidiertes Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Die USA setzen durch, dass die Schweiz auch bei Gruppenanfragen Amtshilfe leisten muss – also auch dann, wenn Bankkunden nicht über Namen oder Kontonummern, sondern über Verhaltensmuster identifiziert werden. Bild: Timothy Geithner (l.) und der Schweizer Botschafter Urs Ziswiler (r.) bei der Unterzeichnung des Steuervertrags. (23. September 2009)
Keystone
Die USA stellen ein neues Amtshilfegesuch betreffend 4450 UBS-Kundendaten. Die Schweiz verpflichtet sich, Fälle von Steuerbetrug und schwerer Steuerhinterziehung innert Jahresfrist zu melden. Bild: Die Bundesräte Micheline Calmy- Rey, Hans-Rudolf Merz und Eveline Widmer-Schlumpf orientieren über die UBS-Abkommen zwischen der Schweiz und den USA. (19. August 2009)
Die USA stellen ein neues Amtshilfegesuch betreffend 4450 UBS-Kundendaten. Die Schweiz verpflichtet sich, Fälle von Steuerbetrug und schwerer Steuerhinterziehung innert Jahresfrist zu melden. Bild: Die Bundesräte Micheline Calmy- Rey, Hans-Rudolf Merz und Eveline Widmer-Schlumpf orientieren über die UBS-Abkommen zwischen der Schweiz und den USA. (19. August 2009)
Keystone
Die Ermittlungen der US-Steuerbehörde weiten sich auf die Credit Suisse aus. Im Februar werden zunächst einzelne Mitarbeiter angeklagt, im Juli gerät die Bank selbst ins Visier. Dabei geht es um die Anstiftung zur Steuerhinterziehung für US-Kunden in der Vergangenheit. Bild: US-Hauptsitz der Credit Suisse in New York.
Die Ermittlungen der US-Steuerbehörde weiten sich auf die Credit Suisse aus. Im Februar werden zunächst einzelne Mitarbeiter angeklagt, im Juli gerät die Bank selbst ins Visier. Dabei geht es um die Anstiftung zur Steuerhinterziehung für US-Kunden in der Vergangenheit. Bild: US-Hauptsitz der Credit Suisse in New York.
Reuters
Nach der Credit Suisse geraten weitere Banken, etwa die Zürcher Kantonalbank, die Basler Kantonalbank, Wegelin und Julius Bär in den Fokus der US-Justizbehörden. Im Oktober werden zwei Berater von Julius Bär in den USA wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung angeklagt. Bild: Filiale von Julius Bär in Zürich. (7. Februar 2011)
Nach der Credit Suisse geraten weitere Banken, etwa die Zürcher Kantonalbank, die Basler Kantonalbank, Wegelin und Julius Bär in den Fokus der US-Justizbehörden. Im Oktober werden zwei Berater von Julius Bär in den USA wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung angeklagt. Bild: Filiale von Julius Bär in Zürich. (7. Februar 2011)
Keystone
Die Privatbank Wegelin & Co. zerfällt unter dem Druck der US-Steuerbehörden. Sie verkauft den Grossteil ihres Geschäfts an die Raiffeisen-Gruppe. Die Teilhaber der ältesten Schweizer Privatbank reagieren mit diesem Schritt auf eine drohende Klage aus den USA. Bild: Blick auf den Hauptsitz der Bank Wegelin & Co. in St. Gallen. (27. Januar 2012)
Die Privatbank Wegelin & Co. zerfällt unter dem Druck der US-Steuerbehörden. Sie verkauft den Grossteil ihres Geschäfts an die Raiffeisen-Gruppe. Die Teilhaber der ältesten Schweizer Privatbank reagieren mit diesem Schritt auf eine drohende Klage aus den USA. Bild: Blick auf den Hauptsitz der Bank Wegelin & Co. in St. Gallen. (27. Januar 2012)
Keystone
Die Suche nach einer Globallösung: In einer konzentrierten Aktion liefert das Finanzdepartement erneut Bankdaten an die USA. Die Daten sind verschlüsselt, Namen von Kunden oder Bankberatern wurden unkenntlich gemacht. Den Schlüssel zur Dekodierung sollen die USA erst erhalten, wenn eine Lösung im Steuerstreit vereinbart ist. Bild: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf nach einer Bundesratssitzung. (27. Januar 2012)
Die Suche nach einer Globallösung: In einer konzentrierten Aktion liefert das Finanzdepartement erneut Bankdaten an die USA. Die Daten sind verschlüsselt, Namen von Kunden oder Bankberatern wurden unkenntlich gemacht. Den Schlüssel zur Dekodierung sollen die USA erst erhalten, wenn eine Lösung im Steuerstreit vereinbart ist. Bild: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf nach einer Bundesratssitzung. (27. Januar 2012)
Reuters
Es kommt zur Klage gegen Wegelin: Die USA werfen der Bank vor, im Rahmen einer Verschwörung mit Steuerbetrügern Geld gewaschen zu haben. Bild: Blick auf den Hauptsitz der Bank Wegelin und Co. in St. Gallen. (27. Januar 2012)
Es kommt zur Klage gegen Wegelin: Die USA werfen der Bank vor, im Rahmen einer Verschwörung mit Steuerbetrügern Geld gewaschen zu haben. Bild: Blick auf den Hauptsitz der Bank Wegelin und Co. in St. Gallen. (27. Januar 2012)
Keystone
Das Bundesverwaltungsgericht hiesst die Beschwerde eines CS-Kunden gegen die von der Eidgenössischen Steuerverwaltung Anfang Jahr bewilligte Amtshilfe an die amerikanische Steuerbehörde IRS gut. Diese hatte 2011 gestützt auf das schweizerisch-amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen ein Amtshilfegesuch eingereicht. Damit verkompliziert sich die Lage.
Das Bundesverwaltungsgericht hiesst die Beschwerde eines CS-Kunden gegen die von der Eidgenössischen Steuerverwaltung Anfang Jahr bewilligte Amtshilfe an die amerikanische Steuerbehörde IRS gut. Diese hatte 2011 gestützt auf das schweizerisch-amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen ein Amtshilfegesuch eingereicht. Damit verkompliziert sich die Lage.
Keystone
Mehrere Topbanker erachten es als unrealistisch, dass in den nächsten fünf Monaten noch eine Verhandlungslösung mit den USA zustande kommt. Einige zweifeln gar daran, dass überhaupt noch ein Globalabkommen mit den USA abgeschlossen werden kann.
Mehrere Topbanker erachten es als unrealistisch, dass in den nächsten fünf Monaten noch eine Verhandlungslösung mit den USA zustande kommt. Einige zweifeln gar daran, dass überhaupt noch ein Globalabkommen mit den USA abgeschlossen werden kann.
Keystone
Die Vereinigten Staaten stellen ein neues Amtshilfegesuch an die Schweiz. Dabei handelt es sich um eine neue Version des Gesuchs, mit dem die USA letztes Jahr die Herausgabe von Kundendaten der Credit Suisse verlangt hatten. Diesmal sind die Erfolgsaussichten besser.
Die Vereinigten Staaten stellen ein neues Amtshilfegesuch an die Schweiz. Dabei handelt es sich um eine neue Version des Gesuchs, mit dem die USA letztes Jahr die Herausgabe von Kundendaten der Credit Suisse verlangt hatten. Diesmal sind die Erfolgsaussichten besser.
Keystone
Die Privatbank Wegelin hat sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig bekannt und bezahlt eine Busse von 58 Millionen Dollar.
Die Privatbank Wegelin hat sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig bekannt und bezahlt eine Busse von 58 Millionen Dollar.
Keystone
Grünes Licht fürs Fatca-Abkommen: Ab 2014 sollen Schweizer Banken Daten von US-Kunden den US-Behörden melden müssen. Der Bundesrat will das Steuergesetz Fatca unterzeichnen und in die Vernehmlassung schicken. Damit ist eine Lösung betreffend der Zukunft für den Steuerstreit gefunden, eine Vergangenheitslösung steht noch an. Bei Fatca verzichtet die Schweiz auf Gegenseitigkeit, die USA müssen keine Daten an die Schweiz liefern.
Grünes Licht fürs Fatca-Abkommen: Ab 2014 sollen Schweizer Banken Daten von US-Kunden den US-Behörden melden müssen. Der Bundesrat will das Steuergesetz Fatca unterzeichnen und in die Vernehmlassung schicken. Damit ist eine Lösung betreffend der Zukunft für den Steuerstreit gefunden, eine Vergangenheitslösung steht noch an. Bei Fatca verzichtet die Schweiz auf Gegenseitigkeit, die USA müssen keine Daten an die Schweiz liefern.
Keystone
Hintergründe zum US-Angebot an Schweizer Banken kommen ans Licht. Es gibt ein böses Erwachen: Dem Vernehmen nach werden zahlreiche weitere als die bisher bekannten elf Banken mit den USA zusammenarbeiten. Je nach Schwere der Vergehen werden die Banken in vier Kategorien eingeteilt, wobei unterschiedlich hohe Bussen geleistet werden müssen.Bild: Skyline von New York.
Hintergründe zum US-Angebot an Schweizer Banken kommen ans Licht. Es gibt ein böses Erwachen: Dem Vernehmen nach werden zahlreiche weitere als die bisher bekannten elf Banken mit den USA zusammenarbeiten. Je nach Schwere der Vergehen werden die Banken in vier Kategorien eingeteilt, wobei unterschiedlich hohe Bussen geleistet werden müssen.Bild: Skyline von New York.
Keystone
Auch die Bank Julius Bär soll Daten liefern: Die Bank bestätigt, dass die USA ein Gesuch um Amtshilfe bei der Schweiz deponiert hat. Dieses entspricht dem neuen Standard und soll der Bank ermöglichen, ein Abkommen mit der US-Justiz zu schliessen.
Auch die Bank Julius Bär soll Daten liefern: Die Bank bestätigt, dass die USA ein Gesuch um Amtshilfe bei der Schweiz deponiert hat. Dieses entspricht dem neuen Standard und soll der Bank ermöglichen, ein Abkommen mit der US-Justiz zu schliessen.
Keystone
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf macht klar, wie sich der Bund die Lösung des Steuerstreits mit den USA vorstellt. Jede Bank soll selbst entscheiden, ob sie eine Strafklage durch die USA in Kauf nehmen will. Um die Aushandlung von aussergerichtlichen Abkommen zu vereinfachen, soll das Parlament ein Gesetz annehmen, das die zeitlich befristete Lieferung von Geschäftsdaten erlaubt.
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf macht klar, wie sich der Bund die Lösung des Steuerstreits mit den USA vorstellt. Jede Bank soll selbst entscheiden, ob sie eine Strafklage durch die USA in Kauf nehmen will. Um die Aushandlung von aussergerichtlichen Abkommen zu vereinfachen, soll das Parlament ein Gesetz annehmen, das die zeitlich befristete Lieferung von Geschäftsdaten erlaubt.
Keystone
Der Nationalrat tritt zwar auf die Vorlage über den Bankendeal Schweiz - USA ein, entscheidet dann aber auf einen Ordnungsantrag der SP hin, das Geschäft so lange aufzuschieben, bis der Inhalt des Abkommens bekannt ist.
Der Nationalrat tritt zwar auf die Vorlage über den Bankendeal Schweiz - USA ein, entscheidet dann aber auf einen Ordnungsantrag der SP hin, das Geschäft so lange aufzuschieben, bis der Inhalt des Abkommens bekannt ist.
Keystone
Der Ständerat spricht sich zum zweiten Mal für die Lex USA aus. Gleichentags stimmt der Nationalrat dagegen. Die Zeit läuft dem Parlament davon.
Der Ständerat spricht sich zum zweiten Mal für die Lex USA aus. Gleichentags stimmt der Nationalrat dagegen. Die Zeit läuft dem Parlament davon.
Keystone
Jetzt ist es klar: Die Lex USA ist gescheitert. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf muss eine andere Lösung finden.
Jetzt ist es klar: Die Lex USA ist gescheitert. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf muss eine andere Lösung finden.
Keystone
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf präsentiert den Vorschlag des Bundesrates, wie es nach dem Nein des Parlaments für die Lex USA weitergehen soll. Die Banken erhalten die Möglichkeit, beim Bund Einzelbewilligungen zu beantragen, um Daten an die US-Behörden auszuliefern.
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf präsentiert den Vorschlag des Bundesrates, wie es nach dem Nein des Parlaments für die Lex USA weitergehen soll. Die Banken erhalten die Möglichkeit, beim Bund Einzelbewilligungen zu beantragen, um Daten an die US-Behörden auszuliefern.
Keystone
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Die Untersuchung der Sonderkommission des Senats zeigt zum ersten Mal, wie tief die Credit Suisse ins Geschäft mit US-Kunden verstrickt war. Und wie hartnäckig sie sich gegen die Aufdeckung von Kundennamen wehrt. Der demokratische Senator Carl Levin erklärte, die Bank habe ein sehr weitreichendes Amerikageschäft betrieben, ohne dies je vollständig aufgedeckt zu haben.

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