Unicredit streicht 8000 Stellen

Die italienische Grossbank will die Kosten bis 2023 um um eine Milliarde Euro senken. Den Einsparungen stehen höhere Ausgaben für IT gegenüber.

Das Logo der Unicredit hängt über dem Eingang einer Bankfiliale in Mailand. (18. August 2018) Foto:  Geraldine Hope Ghelli/Getty Images

Das Logo der Unicredit hängt über dem Eingang einer Bankfiliale in Mailand. (18. August 2018) Foto: Geraldine Hope Ghelli/Getty Images

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Die italienische Grossbank Unicredit setzt den Rotstift an. Bis zum Jahr 2023 will das Institut 8000 Stellen abbauen und die Kosten um eine Milliarde Euro drücken, wie Vorstandschef Jean Pierre Mustier am Dienstag ankündigte.

Wie viele Jobs bei der deutschen Tochter HypoVereinsbank (HVB) wegfallen, steht noch nicht fest. Die Anleger sollen von dem Sparkurs profitieren: Unicredit stellte eine höhere Dividende und einen zwei Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf in Aussicht. An der Börse kam das gut an: Unicredit-Titel legten in Mailand im frühen Handel gut ein Prozent zu.

Der Gewinn soll in den nächsten vier Jahren laut dem neuen Strategieplan mit dem Namen «Team 23» auf fünf Milliarden Euro steigen. Für dieses Jahr wird bereits ein Überschuss von 4,7 Milliarden Euro erwartet. Wachsen will Unicredit vor allem aus eigener Kraft.

«Es wird keine grossen Fusionen und Übernahmen geben, das steht fest», sagte Mustier in einer Telefonkonferenz. Lediglich kleinere, ergänzende Zukäufe in Zentral- und Osteuropa seien möglich. Unicredit wurde in der Vergangenheit Interesse unter anderem an der Commerzbank nachgesagt.

500 Geschäftsstellen schliessen

In Westeuropa will Unicredit 500 Geschäftsstellen schliessen, wie der seit Mitte 2016 amtierende Vorstandschef ankündigte. Zudem werde es weitere kleinere Verkäufe geben. Erst vor wenigen Tagen hatte Unicredit die Beteiligung an dem türkischen Geldhaus Yapi reduziert.

Unklar blieb zunächst, wie viele der 8000 Arbeitsplätze in den einzelnen Regionen wegfallen. In Deutschland sollen die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern bald beginnen, wie ein Sprecher sagte. Auf die HVB entfielen zum Halbjahr rund 12'000 der konzernweit gut 80'000 Stellen.

Die Kostensparmassnahmen kamen bei Branchenexperten gut an. Die geplanten Einsparungen seien höher als erwartet, schrieb Analyst Benjie Creelan-Sandford von der Bank Jefferies. Jedoch stünden dem höhere Ausgaben für IT gegenüber. Die Bank will in den kommenden Jahren die Investitionen in neue IT-Systeme für Bereiche wie Personal, Cyber-Sicherheit und Instandhaltung um 17 Prozent erhöhen.

Banken stecken derzeit viel Geld in digitale Angebote, um mithalten zu können mit Fintechs und anderen neuen Firmen, die die traditionelle Finanzbranche aufmischen. Auch die Deutsche Bank steigert ihre IT-Ausgaben, während sie den Konzern umbaut und weltweit 18'000 Stellen streicht. (sda)

Erstellt: 03.12.2019, 11:11 Uhr

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