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Unternehmen streicht Fleisch für Mitarbeiter

Eine erste Firma zwingt ihren Mitarbeitern eine vegetarische Ernährung auf. Auch Schweizer Kantinen setzen häufiger auf fleischlose Gerichte.

Fleischlose Ernährung wird gefördert: Officesharing bei We Work.
Fleischlose Ernährung wird gefördert: Officesharing bei We Work.
We Work

Wer den Vormittag über bereits vom Schnitzel in der Kantine träumt, wird bei der Firma We Work enttäuscht: Das Büro-Sharing-Unternehmen verzichtet darauf, seinen Mitarbeitern Fleisch zu servieren. An Firmenevents soll künftig vegetarisches Essen aufgetischt werden. Gleichzeitig werden Spesen für fleischhaltige Mahlzeiten ausser Haus nicht mehr zurückerstattet.

Das Verbot betrifft rotes Fleisch, Schwein und Geflügel. Die Mitglieder bei We Work, insgesamt über 253'000 Personen in 22 Ländern, dürfen allerdings selbst Fleisch mit zur Arbeit bringen oder Events organisieren, an denen Fleisch serviert wird – solange sie selbst dafür zahlen.

«Besser, als auf ein Hybridauto umzusteigen»

«Neue Untersuchungen zeigen, dass der Verzicht auf Fleisch eines der wichtigsten Dinge ist, die ein Individuum tun kann, um seine persönliche Umweltbelastung zu reduzieren», schreibt Mitbegründer Miguel McKelvey in einer Nachricht an die Mitarbeiter.

Die Produktion von Fleisch ist besonders ressourcenaufwendig. Ein Zehntel des weltweiten Süsswasserverbrauchs geht dafür drauf. Die Produktion von Rindfleisch braucht laut dem Welt-Ressourcen-Institut (WRI) 20-mal mehr Land und produziert 20-mal mehr Treibhausgase pro Gramm Protein, als bei der Produktion von pflanzlichen Proteinen – etwa Bohnen – verwendet werden.

Mit dem Fleischverbot will We Work bis im Jahr 2023 63,2 Milliarden Liter Wasser und 202 Millionen Kilo CO2-Emissionen sparen sowie über 15 Millionen Tiere retten.

«Dies ist ein mutiger Schritt, der den wachsenden Trend bei vielen Grossunternehmen widerspiegelt, auf pflanzliche Lebensmittel umzustellen», sagt Daniel Vennard vom WRI der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Schweizer Vegetarier- und Veganerorganisation Swissveg begrüsst solche Entscheidungen von Unternehmen wie We Work: «Das zeugt von Weitsichtigkeit und setzt ein Zeichen. Dabei wird nichts verboten, aber die umwelt- und tierschonendere Variante unterstützt», sagt Simone Fuhrmann von Swissveg.

Kantinen werden fleischloser

We Work ist Umweltexperten zufolge das erste Unternehmen weltweit, das seine Mitarbeiter zwingt, komplett auf Fleisch zu verzichten. Viele andere Unternehmen haben allerdings fleischfreie Tage eingeführt oder ihre Kantinen auf nachhaltigere Angebote umgestellt – auch in der Schweiz. Dem Bundesamt für Umwelt zufolge bieten bereits weit über 200 Kantinen, Kinderkrippen und Mensen in der ganzen Schweiz klimagerechte Menüs an.

So isst die Schweiz

Eine Studie von Menu.ch über unsere Essgewohnheiten. Video: SDA/Keystone

Das ETH-Spin-off Eaternity zertifiziert Personalrestaurants für ihre klimaschonenden Mahlzeiten. Mit dem Eaternity Award dürfen sich diese nur rühmen, wenn ihre Menüs 50 Prozent weniger CO2 verursachen als ein Durchschnittsgericht. Zuletzt hatten sechs Kantinen in der Stadt Zürich getestet, wie sie die CO2-Werte ihrer Menüs reduzieren könnten. Besonders wirksam sei dabei die Verwendung weniger umweltbelastender Fleischstücke oder der gänzliche Verzicht auf Fleisch, heisst es im Bericht der Stadt.

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