US-Pharmariese muss sich wegen Menschenversuchen verantworten

Das Unternehmen Bristol-Myers Squibb hat im letzten Jahrhundert Hunderte von Menschen in Guatemala mit Syphilis infiziert.

Düstere Vergangenheit: Ein Ableger von Bristol-Myers Squibb in New Jersey. (Archiv)

Düstere Vergangenheit: Ein Ableger von Bristol-Myers Squibb in New Jersey. (Archiv) Bild: Mel Evans (AP)/Keystone

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Der amerikanische Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb, die Johns Hopkins Universität und die Rockefeller Stiftung müssen sich wegen Menschenversuchen in Guatemala in den 40er und 50er Jahren verantworten. Das entschied US-Bundesrichter Theodore Chuang, indem er die Forderung der Verteidigung auf Einstellung des Verfahrens zurückwies.

In dem zentralamerikanischen Land waren damals hunderte Menschen absichtlich mit der Geschlechtskrankheit Syphilis infiziert worden. Ziel dieser Menschenversuche war es herauszufinden, ob Penicillin gegen sexuell übertragbare Krankheiten wirkt.

Im Jahr 2015 hatten 774 Opfer und Opferangehörige Klage eingereicht. Sie versichern, die Versuche seien ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung erfolgt. Nach Angaben von Richter Chuang fordern die Kläger eine Milliarde Dollar Entschädigung.

Die Menschenversuche waren 2010 von der Professorin Susan Reverby vom Wellesley College in den USA aufgedeckt worden. Sie war auf Notizen von John Charles Cutler gestossen, einem 2003 gestorbenen Spezialisten für Geschlechtskrankheiten. Cutler hatte die Versuchsreihe geleitet. Er und seine Kollegen aus der Forschung nahmen die Tests in Guatemala an Soldaten, psychisch Kranken, Prostituierten und verurteilten Straftätern vor.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte sich 2010 für die Experimente entschuldigt. Seine damalige Aussenministerin Hillary Clinton bezeichnete die Versuche als «unethisch» und «verwerflich».

Die Firma Bristol-Myers Squibb will für insgesamt 90 Milliarden Dollar das Biotechunternehmen Celgene mit drei Standorten in der Schweiz schlucken. (fal/afp)

Erstellt: 05.01.2019, 15:08 Uhr

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