USA warben Huawei-Mitarbeiter für Werksspionage an

Die US-Regierung soll Mitarbeiter des chinesischen Telekom-Ausrüsters zum Sammeln und dem Verrat von Werksgeheimnissen ermuntert haben.

Washington hat Huawei im Mai auf eine Verbotsliste aufgenommen, wodurch der Konzern den Zugang zu wichtigen US-Komponenten verlieren könnte. Foto: Keystone

Washington hat Huawei im Mai auf eine Verbotsliste aufgenommen, wodurch der Konzern den Zugang zu wichtigen US-Komponenten verlieren könnte. Foto: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die amerikanische Regierung soll ihre gerichtlichen und administrativen Befugnisse sowie andere Mittel eingesetzt haben, um die Geschäfte von Huawei und Partnern zu untergraben, teilte der weltweit zweitgrösste Smartphone-Hersteller am Dienstag mit. Unter anderem sollen die US-Strafverfolgungsbehörden versucht haben, sowohl aktuelle als auch ehemalige Huawei-Mitarbeiter zu ermuntern, sich gegen das Unternehmen zu wenden. Acht Mitarbeiter, darunter mehrere US-Bürger, seien von den Vorfällen betroffen gewesen. Sie sollen alle mittlere bis hohe Führungskräfte seien. Der jüngste Vorfall soll sich am 28. August ereignet haben, als ein Mitarbeiter des US-Büros von Huawei das Unternehmen über einen Besuch der Bundespolizei FBI informierte und die Person bat, ein Informant zu werden.

Seit Anfang dieses Jahres seien mindestens drei US-Mitarbeiter von den US-Strafverfolgungsbehörden kontaktiert worden, heiss es in dem Huawei-Papier. Huawei lieferte keine Beweise für seine Anschuldigungen und sagte, dass die Mitarbeiter Anwerbeversuche gemeldet hätten.

Justizministerium in Washington äussert sich nicht

Huawei beschuldigte die US-Regierung, in den vergangenen Monaten «jedes zur Verfügung stehende» Mittel genutzt zu haben, um den normalen Geschäftsbetrieb zu stören, heisst es in einer Stellungnahme zur jüngsten Berichterstattung in US-Medien. Dabei sei Washington auch vor «skrupellosen Methoden» nicht zurückgeschreckt. So wirft der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphonehersteller den USA unter anderem unrechtmässige Durchsuchungen, Festsetzungen und Verhaftungen von Angestellten und Partnern vor. Auch Cyber-Angriffe zur Infiltrierung von IT-Systemen soll es angeblich gegeben haben.

Das Justizministerium in Washington wollte sich auf Nachfrage nicht konkret zu den Anschuldigungen äussern. Ein Sprecher betonte jedoch, dass die Untersuchungsmethoden stets im Einklang mit dem Gesetz stünden. Alle Parteien, die im Fokus von Ermittlungen stünden, würden in den USA zudem die gleichen verfassungsmässigen Rechte geniessen.

Huawei auf Verbotsliste

Washington hat Huawei im Mai auf eine Verbotsliste aufgenommen, wodurch der Konzern den Zugang zu wichtigen US-Komponenten und -Technologien und Google-Apps zu verlieren droht.

Das US-Justizministerium beschuldigt das Unternehmen, gegen Iran-Sanktionen verstossen zu haben. Auch Präsident Donald Trump geht im Handelsstreit mit China gegen den Netzwerkausrüster vor. Er fürchtet nach eigenen Angaben, dass Huawei-Technik der chinesischen Regierung zur Spionage dienen könnte.

Ende August sind dem «Wall Street Journal» zufolge in den USA neue Ermittlungen wegen des Verdachts auf Technologie-Diebstahl gegen Huawei eingeleitet worden. Der Konzern wies alle Vorwürfe zurück. (step/sda)

Erstellt: 04.09.2019, 10:33 Uhr

Artikel zum Thema

Huawei kündet Smartphone-Event an

Digital kompakt Eine Woche nach Apple plant Huawei eine Präsentation in München. Und Nokia liefert Android-Updates am schnellsten aus. Mehr...

Was der Tech-Herbst bringt

Neue iPhones, neue Smartwatches und neue Handys von Huawei und Google stehen in den Startlöchern. Eine Vorschau. Mehr...

Huawei: Kann Android schon jetzt ersetzen

Der Tech-Konzern ist nach eigenen Angaben bereits in der Lage, das Google-System durch seine Software zu ersetzen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Fast wie auf der Titanic: Ein Liebespaar betrachtet die untergehende Sonne im untergehenden Venedig (17. November 2019).
(Bild: Luca Bruno) Mehr...