US-Börsenaufsicht bestraft die CS

Die Credit Suisse ist von der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde zu einer Busse von 90 Millionen Dollar verurteilt worden.

Vorwurf der mangelhaften Praxis: Blick auf die Filiale der CS in New Yorks Stadteil Manhattan. (17. Mai 2013)

Vorwurf der mangelhaften Praxis: Blick auf die Filiale der CS in New Yorks Stadteil Manhattan. (17. Mai 2013) Bild: Alessandro della Valle/Keystone

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Die Credit Suisse ist von der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC zu einer Busse von 90 Millionen Dollar verurteilt worden. Der Grossbank wurde vorgeworfen, in früheren Jahren die eigenen Leitlinien zur Neugelddarstellung im Private Banking nur bedingt eingehalten zu haben.

Durch die Mängel seien die von der Credit Suisse gemachten Angaben zum Nettoneugeld «wesentlich irreführend» gewesen, teilte die Securities and Exchange Commission (SEC) am Mittwochabend mit.

Laut den Aufsehern wurde die Praxis mindestens ab dem vierten Quartal 2011 bis zum vierten Quartal 2012 mangelhaft eingehalten. Die Bank habe die ihr zur Last gelegten Punkte eingeräumt und auch den Umstand, dass man gegen geltende Bundeswertpapiergesetze verstossen habe.

Gelder umklassifiziert

Der Bericht des SEC beleuchtet den Umgang der CS mit den Geldern von vier Kunden in dieser Zeit (Client A bis D). Der namentlich nicht genannte «Kunde B» sei ein Unternehmer, der sein Geschäft im Jahr 2011 für einen Milliardenbetrag verkauft habe. Um den Neugeldausweis insgesamt vorteilhafter darzustellen, habe die Credit Suisse gewisse Gelder dieses Kunden von Custody zu Assets under Management (AuM) umklassifiziert, so die SEC.

Einer zweiten Mitteilung zufolge hat der damalige COO des Private Banking, Rolf Bögli, in diesem Prozess eine entscheidende Rolle gespielt. Bögli habe Mitarbeiter in bestimmten Fällen unter Druck gesetzt, bestimmte Kundenvermögen als AuM zu klassifizieren. Bögli kann seinen Fall mit der Bezahlung von 80'000 Dollar beilegen.

Messgrösse für Attraktivität

Der Nettoneugeldzufluss stellt im Private Banking eine wichtige Messgrösse bezüglich Attraktivität eines Instituts für reiche Kunden sowie für die künftige Ertragskraft der Bank dar.

Die Klassifizierung des Neugelds oder welche Gelder als AuM gelten, ist dabei aber keine exakte Wissenschaft. Vielmehr stellen die Banken dazu Leitlinien auf, welche bei der Klassifizierung zu Rate gezogen werden sollen. Im Einzelfall obliegt der abschliessende Entscheid, was tatsächlich als Neugeld ausgewiesen wird, dem Management.

In einer Stellungnahme schreibt die CS, sie habe mittlerweile Verbesserungsmassnahmen eingeleitet. Zudem betont die Bank, ihr sei kein absichtliches Fehlverhalten vorgeworfen worden und auch nicht, die Neugeldzahlen falsch ausgewiesen zu haben. Kunden seien zudem nicht zu Schaden gekommen.

CS-Kunden seien nicht zu Schaden gekommen

In einer Stellungnahme teilte die Credit Suisse heute morgen mit, dass sie dem Vergleich zugestimmt und damit die Auseinandersetzung mit der SEC beigelegt habe. Die Bank habe bereits Verbesserungsmassnahmen umgesetzt und legt Wert auf die Feststellung, dass ihr kein absichtliches Fehlverhalten vorgeworfen werde. Auch werde ihr nicht vorgeworfen, sie habe Neugeldzahlen falsch ausgewiesen. Kunden von Credit Suisse seien auch nicht zu Schaden gekommen. (fal/chk/sda)

Erstellt: 05.10.2016, 20:29 Uhr

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