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US-Ermittler nehmen weitere VW-Software ins Visier

Ein Computerprogramm zur Emissionskontrolle, welches seit 2009 bei VW zum Einsatz kommt, wird nun ebenfalls von den US-Behörden untersucht. Der Konzern beginnt nun zu sparen.

Vergleich zwischen VW und Autobesitzern: Die US-Flagge reflektiert im VW-Logo. (Archivbild)
Vergleich zwischen VW und Autobesitzern: Die US-Flagge reflektiert im VW-Logo. (Archivbild)
Keystone
Sollen weniger verdienen: Die VW-Vorstandsmitglieder (v.l.) Karlheinz Blessing, Herbert Diess, Matthias Mueller, Bernd Osterloh und Stephan Weil an einer Pressekonferenz in Wolfsburg. (18. November 2016)
Sollen weniger verdienen: Die VW-Vorstandsmitglieder (v.l.) Karlheinz Blessing, Herbert Diess, Matthias Mueller, Bernd Osterloh und Stephan Weil an einer Pressekonferenz in Wolfsburg. (18. November 2016)
Philipp von Ditfurth/EPA, Keystone
Die EPA untersucht nach dem VW-Skandal auch weitere Fahrzeuge: BMW bei einer Garage in Denver. (3. Juni 2007)
Die EPA untersucht nach dem VW-Skandal auch weitere Fahrzeuge: BMW bei einer Garage in Denver. (3. Juni 2007)
David Zalubowski, Keystone
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Im Abgas-Skandal um Volkswagen ist eine weitere Software zur Emissionskontrolle ins Visier der US-Behörden geraten. Das Computerprogramm kommt in den seit 2009 benutzten Diesel-Motoren zum Einsatz, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete.

Die fraglichen Motoren seien auch mit dem sogenannten Defeat Device zur Manipulation von Messwerten bei Abgastests ausgestattet, meldete Bloomberg am Freitag unter Berufung auf eine eingeweihte Quelle.

Hinweis von Michael Horn

Den Hinweis auf neue Untersuchungen, die über den Einsatz der bislang bekannten Schummel-Software hinausgehen, hatte VW-US-Chef Michael Horn am Vortag selbst gegeben. Bei einer Anhörung vor dem Kongress informierte er die Abgeordneten, dass VW den Antrag auf die Zulassung von Diesel-Wagen des Modelljahres 2016 zurückgezogen habe, weil die US-Umweltbehörde ein in den Fahrzeugen installiertes Hilfsgerät («Auxiliary Emissions Control Device») prüfen müsse.

Bislang ist allerdings unklar, ob es sich dabei um ein zulässiges Mittel zur Abgaskontrolle oder um eine weitere Manipulations-Software handelt. «Wir arbeiten mit den Behörden zusammen, um das Zerfifizierungsverfahren fortzusetzen», sagte Horn.

Nur sehr vorläufige Angaben

Ein Sprecher der US-Umweltbehörde EPA sagte Bloomberg, VW habe bislang nur sehr vorläufige Informationen zu dem kürzlich identifizierten Gerät geliefert, dessen Zweck nun untersucht werde.

Eine VW-Sprecherin machte auf Nachfrage keine Angaben. Zu den möglichen Konsequenzen des verzögerten Zulassungsverfahrens hiess es lediglich, dass noch keine betroffenen Autos aus dem Modelljahr 2016 an Vertragshändler ausgeliefert worden seien.

Wie viele Fahrzeuge der zurückgezogene Antrag auf Zertifizierung betrifft und welche Kosten damit für VW verbunden sind, blieb unklar. In den letzten Jahren waren etwa 20 Prozent der in den USA verkauften VW-Autos Diesel.

VW streicht Phaeton-Nachfolger

Infolge des Abgasskandals muss der VW-Konzern sparen. Dabei soll es als erstes die Luxusklasse treffen. Laut Informationen von «Spiegel Online» wird das für Ende 2016 geplante Nachfolgemodel des Volkswagen Phaeton gestrichen. Eine Version mit Elektroantrieb sei noch in Diskussion.

SDA/chk

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