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US-Kunde verzichtet auf A380-Flotte

Ein amerikanischer Kunde hat bereits georderte Flugzeuge des Typs A380 abbestellt. Stattdessen konnte sich Hersteller Airbus einen Grossauftrag für einen anderen Flugzeugtyp sichern.

Auftrag im Wert von über drei Milliarden Franken zurückgezogen: A380 im Anflug.
Auftrag im Wert von über drei Milliarden Franken zurückgezogen: A380 im Anflug.
Keystone

Die amerikanische Flugzeugleasinggesellschaft ILFC hat ihre zehn georderten Airbusse A380 abbestellt. Das Unternehmen teilt in Los Angeles mit, es habe mit der EADS-Tochter einen Vorvertrag für 100 Maschinen des neuen spritsparenden A320 Neo geschlossen. Diese Vereinbarung ersetze jedoch die frühere Vereinbarung zum Kauf von zehn Maschinen des Typs A380.

Nach einem Onlinebericht der «Financial Times Deutschland» ist es das erste Mal, dass ein Kunde den A380 abbestellt. Die Order für die Grossraumjets wäre laut Liste knapp 3,8 Milliarden Dollar (rund 3,55 Milliarden Schweizer Franken) wert gewesen. Die 100 A320 Neo kosten 9,5 Milliarden Dollar (zirka 8,88 Milliarden Schweizer Franken). Allerdings sind zweistellige Preisnachlässe in der Branche üblich. Die Nachricht kam nach Börsenschluss in Europa.

Leasing an Fluggesellschaften auf der ganzen Welt

Bereits vor knapp zwei Jahren hatte ILFC erklärt, man prüfe, ob man Airbus die zehn bestellten A380 tatsächlich abnehmen wolle.

ILFC verleast nach eigenen Angaben Flugzeuge an Fluggesellschaften auf der ganzen Welt. ILFC gehört dem verstaatlichten Versicherungskonzern American International Group (AIG) und besitzt rund 930 Flugzeuge. Die neue Modellreihe des A320 soll 2016 auf den Markt kommen.

Der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS profitiert aber gleichzeitig von der Erholung der Luftfahrtbranche. Im letzten Jahr fuhr das Unternehmen einen Konzerngewinn von 553 Millionen Euro (rund 719 Millionen Schweizer Franken) ein. Im Vorjahr stand noch ein Verlust von gut 987 Millionen Schweizer Franken zu Buche.

Umsatz steigt um sieben Prozent

Der Umsatz des Airbus-Herstellers kletterte um sieben Prozent auf 45,8 Milliarden Euro (rund 59,53 Milliarden Schweizer Franken). Mit dem Gewinn gönnt der Flugzeugbauer seinen Aktionären auch wieder eine Dividende. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch eine Gewinnbeteiligung von 0,22 Euro je Aktie an. Letztes Jahr wurde keine Dividende ausbezahlt.

Für das laufende Jahr stellte EADS – abhängig von Wechselkursen – ein operatives Ergebnis vor Sondereffekten auf dem Niveau von 2010 in Aussicht. Der Betriebsgewinn werde aber stark davon abhängen, wie Airbus seine Flugzeugprogramme – unter anderem jenes des A380 – im Griff behalte. Ab 2012 werde das Betriebsergebnis dann jedoch deutlich ansteigen, hiess es.

dapd/mrs

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