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Valora baut 83 Kioske an Bahnhöfen ab

Der Umbau der Kioske zu Avec-Läden an SBB-Standorten hat begonnen: Dabei setzt die Kioskbetreiberin voll auf Food und investiert Millionen.

Maren Meyer
Schnell und unkompliziert soll es sein: An Bahnhöfen müssen einige K-Kioske Avec-Läden weichen. Foto: Andrea Zahler
Schnell und unkompliziert soll es sein: An Bahnhöfen müssen einige K-Kioske Avec-Läden weichen. Foto: Andrea Zahler

Für die Kioskbetreiberin Valora steht das Jahr 2020 im Zeichen des Umbaus: Nachdem sie vergangenes Jahr die Ausschreibung der SBB für insgesamt 262 Bahnhofsläden gewann, setzt sie jetzt die damals angekündigte Strategie zügig um: Statt der 32 bereits vorhandenen Avec-Convenience-Läden werden bis nächstes Jahr 146 an SBB-Bahnhöfen zu finden sein. Die Anzahl Kioske hingegen schrumpft von heute 199 auf 116 – damit fallen 83 weg.

Damit wird deutlich, worauf Valora in Zukunft setzt: ein grösseres Food-Angebot und weniger Zeitungen und Zeitschriften. Denn diese sind in den Avec-Läden je nach Standort nicht erhältlich. Das Sortiment von Snacks, Salaten und Sandwichs soll den Bedürfnissen der Pendler angepasst werden: schnell und unkompliziert muss es sein. Und genauso schnell soll der Umbau der Avec-Läden und Kioske nun voranschreiten: «Der Ausbau einer Filiale dauert derzeit im Schnitt zehn Tage. Bis 2021 wollen wir fertig sein», sagt Valora-Chef Michael Mueller.

«Wir zahlen künftig ungefähr doppelt so viel Miete für Kioskstandorte wie vorher.»

Michael Mueller, Valora-Chef

Gegen 110 Millionen Franken will Valora in diesem Jahr investieren – ein Grossteil davon fällt für den Umbau der Filialen an. Ohnehin muss die Kioskbetreiberin tiefer in die Tasche greifen: Die Neuausschreibung durch die SBB führte zu einer Erhöhung der Grundmieten. «Wir zahlen künftig ungefähr doppelt so viel Miete für Kioskstandorte wie vorher», sagt Mueller. Die neuen Mietpreise für die Convenience-Flächen seien vergleichbar mit anderen neueren Mietverträgen dieser Art. Zur Grundmiete kommt wie bisher eine Umsatzbeteiligung dazu.

Dass Valora – zur Gruppe gehören auch Brezelkönig, Backwerk und Caffè Spettacolo – besonders im Food-Bereich wächst, zeigen die aktuellen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr: Der Nettoumsatz in diesem Bereich stieg um 7,6 Prozent auf 353,2 Millionen Franken. Insgesamt setzte Valora netto 2,03 Milliarden Franken um, der Gewinn stieg um 35 Prozent auf 73,7 Millionen. «Wir sind gut aufgestellt – auch für mögliche Akquisitionen», sagt Mueller. Konkreter möchte er dann aber nicht werden.

Durch den Aus- und Umbau der Avec-Läden an SBB-Bahnhöfen wie Zürich, Bern und Basel eröffnen sich Valora neue Umsatzfenster: Pendler nutzen vermehrt den Abend für einen schnellen Einkauf nach der Arbeit. Und das Food-Angebot treibt Kunden auch am Wochenende in die Filialen.

Kassendaten steuern den Warenbestand

Mit den Formaten Avec X und Avec Box testet Valora seit vergangenem Jahr zwei neue Einkaufskonzepte. Per App erhalten die Kunden während 24 Stunden am Tag Zutritt zur Box und zahlen darüber auch ihre Einkäufe. Die Box steht derzeit an der ETH Zürich. Auch Avec X, zu finden im Hauptbahnhof Zürich, funktioniert nach diesem System, hat jedoch noch eine Kasse, allerdings ohne Personal. Hier testet Valora Angebote gemeinsam mit den Kunden.

Wann es zur Markteinführung in der Schweiz kommt, lässt Michael Mueller offen. Denn die Hürden, sich nur mittels App zurechtzufinden und zu zahlen, seien nach wie vor vorhanden. «Wir müssen weiter ausprobieren, was der Kunde wünscht», sagt der Valora-Chef. Dank der Kassendaten weiss er immerhin schon mehr über die Kaufgewohnheiten der Kunden und kann so den Warenbestand steuern.

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