Verluste bringen reiche US-Anleger gegen die UBS auf

Weil Vermögensverwalter der Schweizer Bank spektakuläre Verluste einfuhren, wollen Investoren Geld sehen.

Der viertgrösste Vermögensverwalter des Landes: Die UBS betreut in den USA 579 Milliarden Dollar. <nobr>Foto: Lucas Jackson (Reuters)</nobr>

Der viertgrösste Vermögensverwalter des Landes: Die UBS betreut in den USA 579 Milliarden Dollar. Foto: Lucas Jackson (Reuters)

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Auch ultrareiche Investoren schätzen Verluste nicht. In den klagefreudigen USA gehen deshalb mehr als zwei Dutzend Anleger vor ein Schiedsgericht, um von der UBS-Vermögensverwaltung eine Entschädigung für grosse Verluste zu erstreiten.

Der Grund ist, dass das mit «YES» abgekürzte UBS-Investmentprogramm mit einem Volumen von mehr als 5 Milliarden Dollar den Kunden Einbussen von mindestens 60 Millionen Dollar gebracht hat. Die Schlichtungsinstanz der Finanzaufsichtsbehörde Finra muss nun entscheiden, ob die UBS ihre Kundschaft ausreichend über das Risiko der Anlagen informiert hat.

15 Jahre lang ging alles gut, dann kam der Absturz

«YES» steht für «Yield Enhancement Strategy». Das mit «Strategie zur Ertragsverbesserung» zu übersetzende Programm umfasst einen komplizierten Optionshandel auf der Basis des Aktienindexes S&P 500. Die UBS bietet Kunden mit mindestens fünf Millionen Dollar Vermögen ein Paket von vier verschiedenen Kauf- und Verkaufsoptionen bei gleicher Laufzeit an. Die wegen ihrer grafischen Darstellung auch «Eiserner Kondor» genannte Investmentstrategie zielt darauf hin, kleine Schwankungen des Aktienindexes in namhafte Profite umzumünzen.

Angeblich flog der Kondor 15 Jahre lang gute Ergebnisse ein, seit die Strategie von zwei Anlageberatern bei der Credit Suisse erprobt wurde. Als die beiden Mitarbeiter 2015 zur Schweizer Bankrivalin wechselten, machten sie die UBS zu einem der grössten YES-Player im Land. Für die Anlagestrategie kann die UBS eine überdurchschnittliche Kommission von 1,75 Prozent verlangen.

Doch vergangenen Dezember stürzte der Kondor steil zu Boden – YES kam mit den damals extremen Kursschwankungen an den Börsen nicht zurecht. Die Strategie fuhr den Anlegern herbe Verluste ein, zumal ein Schuldenhebel ihre Einlagen bis um den Faktor fünf vergrösserte.

Kunden sollten sich nur auf die Strategie einlassen, «wenn sie potenziell grosse Verluste verkraften können.»Aus einer Mitteilung der UBS

Als Betroffene stellt das «Wall Street Journal», das als erste grosse Zeitung über den Fall berichtet hat, die 60-jährige Sherrie Pellini vor. Die dreifache Mutter investierte vor zwei Jahren drei Millionen Dollar in das YES-Programm und beklagt jetzt einen Verlust von 750'000 Dollar. Pellini sagt, der UBS-Makler habe ihr falsche Sicherheit vorgegaukelt. «Wenn die Welt morgen enden würde, hätten Sie als Einzige noch Geld», habe er ihr gesagt.

Die UBS widerspricht. Den erfahrenen Anlegern seien Nutzen und Risiken der YES-Strategie klar dargelegt worden, schreibt die Bank in einer Mitteilung. «Teilnehmende Kunden anerkannten schriftlich, dass grössere Marktbewegungen womöglich Verluste mit sich bringen und dass sie sich auf die Strategie nur einlassen sollten, wenn sie potenziell grosse Verluste verkraften können.» In den Augen der UBS erklären die Warnungen, warum «nur ein kleiner Prozentsatz» der Teilnehmer der Strategie bei der Finra eine Klage eingereicht habe.

Der Gegenwind seitens der US-amerikanischen Kundschaft und ihrer Klägeranwälte zeigt, wie rau das Investitionsklima für die UBS geworden ist. Die Grossbank hält sich jedoch wacker. Seit 2015 hat sie die US-Bank Wells Fargo überholt und liegt jetzt mit 579 Milliarden Dollar an verwalteten Geldern auf Platz vier der grössten Vermögensverwalter der USA.

Erstellt: 28.08.2019, 09:40 Uhr

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