Wofür steht eigentlich das Smiley, das auf dem Kopf steht?

Emojis werden oft unterschiedlich interpretiert. Ein Australier schafft mit einer Website Abhilfe – und er hat den heutigen «World Emoji Day» erfunden.

«Nicht alle Kulturen interpretieren dieselben Emojis auf dieselbe Weise»: Emoji-Installation in einem Einkaufscenter in Guangzhou, China.

«Nicht alle Kulturen interpretieren dieselben Emojis auf dieselbe Weise»: Emoji-Installation in einem Einkaufscenter in Guangzhou, China. Bild: Keystone

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Ist das nun ein Kuss-Emoji oder nicht? Soll dieses Symbol bedeuten, dass der andere genervt ist oder einfach nur müde? Und wofür steht eigentlich das Smiley, das auf dem Kopf steht?

Emojis haben unsere Kommunikation mit Sicherheit farbiger gemacht, aber nicht zwingend vereinfacht. Dass die Symbole oft so unterschiedlich interpretiert werden, birgt Potenzial für Missverständnisse. Jeremy Burge erkannte das schon vor drei Jahren. Damals startete der gebürtige Australier in London die Website Emojipedia: eine Enzyklopädie für Emojis. Wer die Nachricht eines Gegenübers verwirrend findet, kann dort nach der Bedeutung der verschickten Symbole suchen. Und erfährt so zum Beispiel, dass das auf dem Kopf stehende Smiley für «Albernheit oder Dummheit» steht.

Einen eigenen Feiertag kreiert

Heute kann Burge von seinem Job als Emoji-Übersetzer nach eigenen Angaben leben. In Artikeln wird er als Emoji-Experte bezeichnet, vom Wirtschaftsmagazin «Business Insider» wurde er 2016 unter die «100 coolsten Menschen in der britischen Tech-Branche» gewählt. Burge hat es sogar geschafft, einen neuen Feiertag zu lancieren: 2014 rief er den heutigen 17. Juli zum «World Emoji Day» aus – weil das Kalender-Emoji dieses Datum zeigt.

Im ersten Jahr sei die Resonanz noch bescheiden gewesen, sagt Burge zur britischen Zeitung «The Independent». Letztes Jahr habe sich das bereits geändert. Von Emoji-Partys wird berichtet oder Angestellten, die mit entsprechenden Kleidern arbeiten gehen.

Dieses Jahr scheint der Feiertag auch im Ausland hier und dort schon angekommen zu sein, etwa bei Schweiz Tourismus. Der Verband zelebriert den Anlass mit einem passenden Rätsel.

Die Polizei von Mumbai nutzt die Gelegenheit, den Autofahrerinnen und Autofahrern eine Lektion zu erteilen.

Auch die Polizei in Niedersachsen hat sich vom «World Emoji Day» inspirieren lassen.

Erster professioneller Übersetzer

Jeremy Burge ist übrigens nicht der Einzige, der sein Geld mit farbigen Symbolen verdient. Auch Keith Broni bestreitet seinen Lebensunterhalt damit. Er gilt als erster Emoji-Übersetzer der Welt. Zumindest bezeichnet die weltweit tätige Übersetzungsagentur Today Translations ihn so, die Broni vor zwei Monaten eingestellt hat.

Seither hilft der Ire Firmen dabei, Emojis in der Werbung richtig zu verwenden. Oder er untersucht, welche Rolle die Zeichen in einem rechtlichen Kontext spielen können, etwa als Drohgebärden oder Symbole für Straftaten. «Wir wissen, dass nicht alle Kulturen dieselben Emojis auf dieselbe Weise interpretieren», sagt Broni. Er wolle Firmen und Organisationen helfen, diese Unterschiede zu verstehen. (fko)

Erstellt: 18.07.2017, 10:25 Uhr

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