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Vorzeitige UBS-Zahlen: Aktie legt deutlich zu

Eigentlich wollte die UBS ihre Zahlen erst am 30. Juli vermelden. Nun ist sie dem Termin zuvorgekommen. An der Börse finden die Angaben Gefallen – trotz Abschreiber.

Hat Quartalzahlen früher als erwartet vermeldet: Grossbank UBS.
Hat Quartalzahlen früher als erwartet vermeldet: Grossbank UBS.
Keystone

Trotz hohen Kosten für Rechtsfälle und Abschreibungen hat die UBS im zweiten Quartal einen Reingewinn von 690 Millionen Franken erzielt und damit das Vorjahresresultat um über eine Viertelmilliarde übertroffen. Rückstellungen musste die Grossbank unter anderem nach der Beilegung eines Rechtsstreit in den USA bilden.

Gemäss der Medienmitteilung von heute hat sich die UBS mit den US-Aufsichtsbehörden in einer Klage im Zusammenhang mit Hypothekenverbriefungen (Residential Mortgage-Backed Securities) geeinigt. Die Federal Housing Finance Agency (FHFA) vertritt dabei die beiden in der Finanzkrise verstaatlichten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Diese sind in den Jahren 2004 bis 2007 von der UBS bei Hypothekenverbriefungen angeblich in die Irre geführt worden. Insgesamt machte die FHFA einen Schaden von 1,2 Milliarden Dollar plus Zinsen geltend. Wie viel die UBS den Rechtsstreit nun tatsächlich kostet, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor. Im Communiqué heisst es einzig, dass die gesamten Kosten dafür durch Rückstellungen gedeckt seien. Gebildet worden sind diese einerseits im vergangenen Quartal, anderseits aber auch schon in früheren Perioden.

100 Millionen Franken für Grossbritannien

In den im zweiten Quartal angefallenen Sonderkosten von insgesamt 865 Millionen Franken ist neben Kosten für den nun beigelegten Rechtsstreit und anderen Rückstellungen und Wertberichtigung auch eine Abschreibung von rund 100 Millionen Franken enthalten. Damit liquidierte die UBS den Betrag aus ihren Büchern, den sie zur Garantiezahlung der Schweizer Banken an Grossbritannien in Zusammenhang mit der schweizerisch-britischen Steuerabkommen beisteuerte.

Da deutlich weniger unversteuerte britische Vermögen auf Schweizer Konten liegen als angenommen, können die Banken nicht mehr damit rechnen, dass sie das im Voraus bezahlte Geld zurückerhalten.

Aktienkurs steigt nach Ergebnispublikation

Dass der Quartalsgewinn trotz Sonderkosten über 60 Prozent höher als 2012 ausgefallen ist, ist teilweise aber auch darauf zurückzuführen, dass die UBS damals durch die technische Panne beim Börsengang von Facebook Geld verloren hatte. Trotzdem beurteilten Anleger das frühzeitig veröffentlichte Ergebnis positiv. Der Aktienkurs der Grossbank kletterte in der ersten Handelsstunde um 3,1 Prozent nach oben. Bei Handelsschluss verzeichneten die UBS-Papiere nach einem temporären weiteren Kursanstieg im Verlauf des Morgens ein Plus von 2,5 Prozent.

Die meisten Analysten hatten ein weniger gutes Ergebnis erwartet. Und auch der Zufluss an neuen Kundengelder überzeugte die Branchenbeobachter. Weltweit verzeichnete die UBS in der Vermögensverwaltung neue Kundengelder von netto rund 12,8 Milliarden Franken, wovon 2,7 aus den USA und anderen amerikanischen Märkten stammte.

Höhere Eigenkapitalquote

Bei der Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger (Asset Management) musste die UBS allerdings ein Mittelabfluss von netto 2,0 Milliarden Franken hinnehmen. Fortschritte erzielte die UBS nach eigenen Angaben auch beim Aufbau einer von den Regulatoren geforderten dickeren Eigenkapitaldecke. Die Basel-III-Quote (Common Equity Tier 1) werde sich deutlich auf etwa 11,2 Prozent erhöhen, schrieb die Bank. Per Ende März rapportierte sie noch eine Quote von 10,1 Prozent.

Bei den heute bekannt gegebenen Resultaten handelt es sich um vorläufige Ergebnisse. Die definitiven und detaillierteren Quartalsergebnisse teil die UBS am 30. Juli mit.

SDA/cpm/rub

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