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Was die Elefantenhochzeit für die Konkurrenz bedeutet

Die Fusion von United und Continental zur weltweit grössten Fluggesellschaft markiert einen Meilenstein in der Luftfahrtgeschichte. Und setzt die Konkurrenz unter Druck.

Zwei Grosse bilden neu einen Giganten: United und Continental fusionieren zur weltgrössten Airline.
Zwei Grosse bilden neu einen Giganten: United und Continental fusionieren zur weltgrössten Airline.
Reuters

Ein koordinierter Flugplan, höhere Preise und ein gemeinsamer Vertrieb könnten dem neuen Riesen einen wichtigen Vorsprung vor der Konkurrenz sichern. Doch was Management und Aktionäre der beiden Airlines freut, macht Wettbewerbern in Europa und Asien eher Sorgen. Sie müssen sich nach Ansicht von Experten auf eine härtere Gangart des neuen Konzerns einstellen.

«Ein gemeinsames Auftreten in Märkten ausserhalb der USA dürfte insbesondere die Partner in Asien und Europa unter Druck setzten», sagte UniCredit-Analyst Uwe Weinreich. Das Unternehmen dürfte in Verhandlungen über Flugpläne und -routen seine Interessen stärker als bislang in den Vordergrund stellen.

Sehr starker Partner in der Star Alliance

Auch die Partner im Luftfahrtbündnis Star Alliance, zu dem die Lufthansa gehört, könnten die neue Macht des US-Rivalen zu spüren bekommen. Sowohl Continental als auch United sind bereits jetzt Mitglieder in dem Bündnis. «Das ist ein Zeichen auch gegenüber den Airlines innerhalb der Star Alliance - es entsteht ein sehr starker Partner», sagte Weinreich.

Zumindest im wichtigen Verkehr über den Nordatlantik dürfte Lufthansa einen stärkeren Wettbewerb aber nicht gravierend zu spüren bekommen. Hier kooperieren Continental, United, Lufthansa und Air Canada bereits - indem sie ihre Erlöse aus dem Ticketverkauf in einen gemeinsamen Topf gegeben und dann nach einem bestimmten Schlüssel aufteilen.

Lufthansa selbst sieht die Formierung des neuen Luftfahrtriesen daher gelassen. «Wir sind eng mit beiden Partnern verbunden über die Star Alliance und das gemeinsame Joint Venture. Wir sehen durch diesen Zusammenschluss keine unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Partnerschaft», sagte ein Sprecher.

Konkurrenzkampf

Branchenkenner erwarten trotz einer möglichen Verschiebung der Machtverhältnisse in der Star Alliance nicht, dass unter den Partnern künftig der Haussegen schief hängt. «Es gibt immer wieder Diskussionen und auch manchmal Konflikte, die aber immer im Star Alliance-Board ausgetragen werden», sagte ein ehemaliger Lufthansa- Topmanager.

Ob auf die Kunden durch die Fusion höhere Ticketpreise zukommen, bleibt abzuwarten. Zumindest kurzfristig dürfte sich für die Reisenden nichts ändern, denn United und Continental wollen ihre Fusion erst im vierten Quartal besiegeln. Damit gebe es einen Wettbewerber weniger, der die Preise drückt, um seine Maschinen auszulasten.

ddp/cpm

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