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Welche Mission hat Roger Köppel im Fall UBS?

Mit den Fakten nimmt es Medienkritiker Roger Köppel jeweils nicht so genau.

Roger Köppel, «Weltwoche»-Verleger und Historiker, mutiert zum Experten in Sachen UBS. Gemäss Köppel war es die Zeitung «Sonntag», die mit ihrer Berichterstattung die 50 Milliarden Verluste auf dem US-Hypothekenmarkt mit einer «fehlerhaften, überkritischen» Berichterstattung herbeischrieben habe. Dass das Aargauer Blatt die Macht haben soll, in den USA den Häusermarkt zu beeinflussen, erscheint schon fast humoristisch.

Doch auch mit den Fakten nimmt es Medienkritiker Köppel nicht so genau. Ein Beispiel: Köppel behauptet, im Juli 2008 hätte die UBS keine Gewinnwarnung herausgeben müssen, obwohl die Medien das so kolportiert hätten. Ein Blick ins Archiv der UBS zeigt aber eine Meldung vom 4. Juli 2008. Da wurde angekündigt, dass dank einer Steuergutschrift von 3 Milliarden ein fast ausgeglichenes Resultat zu erwarten sei. Jeder der eine Bilanz lesen kann, sieht sofort, dass ein Verlust von mindestens 3 Milliarden angefallen war, der durch die Steuergutschrift, die nichts mit dem operativen Geschäft zu tun hatte, ausgeglichen wurde. Eine versteckte Gewinnwarnung also. Entsprechend wurde die Meldung von den Analysten kommentiert, im Quartalsbericht konnte man sogar von 4 Milliarden operativem Verlust lesen. Welche Mission hat Köppel im Fall UBS? Ist es «überkritisch», wenn man fragt, ob seine Frau nach der Babypause ihren Job bei der UBS wieder angetreten habe? Köppel selbst gibt keine Antwort.

UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger gibt landauf, landab Interviews mit der Botschaft, man wolle trotz verweigerter Decharge keinen «Schauprozess» gegen die ehemaligen UBS-Chefs. Nun, Herr Villiger, da könnten sie eigentlich zufrieden sein, denn heikle zivile Verantwortlichkeitsprozesse finden meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Fall Swissair beispielsweise laufen zurzeit mehrere, in den Zeitungen steht jeweils höchstens das Urteil.

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