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«Mehr Menschen sterben, wenn wir zu lange warten»

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht in den Problemen mit selbstfahrenden Autos in erster Linie ein Risiko für die USA.

Tesla ist nach dem tödlichen Unfall eines Model X letzte Woche stark unter Druck. Fängt sich das Unternehmen wieder? Tesla ist ein Unternehmen, in das man auf der einen Seite riesige Hoffnungen gesetzt hat und das auf der anderen Seite mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Bis heute weiss man nicht, wie gut es bei der Produktion des Model 3 wirklich läuft. Was man hört, ist, dass die Fahrdynamik toll ist und die Tester Spass haben, aber die Verarbeitungsqualität soll lausig sein. Wenn Tesla es nicht schafft, das alles in einem Jahr auf ein vernünftiges Mass zu bringen, wird es von den Verlusten überrollt. Die Konkurrenzprodukte kommen nun auch langsam auf den Markt, ein entsprechender Jaguar ist da, im nächsten Jahr folgen weitere Konkurrenten.

Und wenn sich nun noch herausstellen sollte, dass der Autopilot zum Unfallzeitpunkt eingeschaltet war? Probleme mit dem autonomen Fahren allein würden ihn nicht aus der Bahn werfen. Das würde eher andere Firmen treffen, die nur darauf setzen. Für Tesla sind die Produktionsprobleme die grösste Baustelle.

Die Technologie selbstfahrender Autos steht derzeit auch stark in der Kritik. Was heisst das für die Entwicklung? Ich glaube, es gibt Rückschläge, das sieht man ja in den USA, wo Uber in Arizona die Lizenz entzogen wurde. Allerdings muss man auch sagen, dass man bei Uber immer den Eindruck hat, dass das Unternehmen eher schnell auch grössere Risiken einzugehen bereit ist. Bei Google und dem chinesischen Konkurrenten Baidu sieht das anders aus. Google testet die Technologie seit Jahren und liefert hervorragende Daten. So oder so glaube ich aber, dass die Diskussion, wie schnell man diese Autos auf die Strassen lassen soll, jetzt an Fahrt gewinnt. Aber aufhalten wird das die Entwicklung nicht, nur die Regionen verschieben sich.

Wohin denn? Ich glaube, dass es in China nun vorangeht. Es mag Zufall sein, aber fast zum gleichen Zeitpunkt, als Uber die Probleme bekam, erhielt Baidu die Lizenz für Tests in Peking. China ist sehr vorsichtig geworden und bemüht sich – auch angesichts der Spannungen im Handelsstreit – viel unabhängiger und eigenständiger zu werden. Das ist ein Risiko für Amerika.

Grundsätzlich ist es aber gut, wenn die Technologie weiterentwickelt wird? Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass mehr Menschen sterben, wenn man die Technologie zu lange nach hinten schiebt. Das sieht man ja auch beim Fliegen. Dort hat die Automatisierung einen enorm unfallreduzierenden Effekt.

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