Zum Hauptinhalt springen

Wie Kevin Costner BP helfen soll

Jetzt soll ein Hollywood-Schauspieler am Golf von Mexiko aus der Not helfen. Derweil melden britische Zeitungen: Der Konzern braucht dringend Geld.

Seine Technologie soll Öl von Wasser trennen: Kevin Costner (links) mit dem Staatsanwalt von Louisiana, Buddy Caldwell.
Seine Technologie soll Öl von Wasser trennen: Kevin Costner (links) mit dem Staatsanwalt von Louisiana, Buddy Caldwell.

Der britische Ölkonzern BP ist im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko eine Allianz mit dem Hollywood-Star Kevin Costner eingegangen. BP-Manager Doug Suttles und der US-Schauspieler präsentierten die Technologie von Costners Firma Ocean Therapy Solutions, die den Kampf gegen die Ölkatastrophe deutlich beschleunigen soll. Die Zentrifugen mit der sogenannten V-20-Technologie trennen den Angaben zufolge extrem effektiv Öl von Wasser. Pro Minute filtern die Ölabscheider demnach knapp 760 Liter und erreichen dabei einen Reinheitsgrad von 99 Prozent.

BP kauft von Costners Firma 32 der Ölabscheider. «Das ist wahre Technologie mit wahrer Wissenschaft dahinter», sagte Suttles. Zusammen mit anderen Methoden im Kampf gegen die Ölpest könnten damit künftig täglich 128'000 Barrel Öl aus dem Meereswasser gefiltert werden. Aus dem Bohrloch am Boden des Golf von Mexiko strömen der US-Regierung zufolge täglich rund 60'000 Barrel Öl. Drei Zentrifugen sollen nun zur gesunkenen Ölplattform transportiert werden, der Rest soll innerhalb von 60 Tagen entlang der Küste des US-Bundesstaates Louisiana eingesetzt werden.

BP muss Milliarden auftreiben

Derweil meldet eine britische Zeitung, BP gerate angesichts der verheerenden Ölpest wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Der Konzern versuche durch Anleihen, Verkäufe und Kredite 50 Milliarden Dollar für die Abdeckung der Schäden aufzutreiben, berichtete der «Sunday Telegraph».

Der Konzern, der bisher 104 Millionen Dollar als Entschädigungen zahlte, streitet zudem mit seinem Partnerunternehmen Anadarko über die Kosten. BP arbeite einen Plan aus, um zur Abdeckung der Schäden durch die Ölpest vor der Südküste der USA 50 Milliarden Dollar aufzutreiben, schrieb die britische Zeitung «Sunday Times».

Nächste Woche sollen zunächst Anleihen ausgegeben werden, die zehn Milliarden Dollar einbringen sollen. 20 Milliarden Dollar sollen bei Banken geliehen und die übrigen 20 Milliarden Dollar über den Verkauf von Vermögenswerten des Unternehmens in den kommenden zwei Jahren zusammenkommen, hiess es dem Bericht zufolge in einem Entwurf. Dadurch sollten die bevorstehenden Entschädigungszahlungen und das Vertrauen der Anleger in die Finanzkraft von BP sichergestellt werden.

Anteile an Projekten zum Verkauf angeboten

Die «Sunday Times» berichtete weiter, BP bereite sich auf rechtliche Schritte gegen Anadarko, sein wichtigstes Partnerunternehmen bei der lecken Ölquelle im Golf von Mexiko, vor. Anadarko-Chef Jim Hackett hatte am Freitag BP die volle Schuld an der Umweltkatastrophe zugewiesen. «Die auftauchenden Hinweise zeigen klar, dass diese Tragödie vermeidbar und das direkte Ergebnis der rücksichtslosen Entscheidungen und Handlungen von BP war», erklärte er in New York. BP wies die Kritik zurück und forderte eine Beteiligung von Anadarko an den Kosten der Ölpest.

Die Wochenzeitung «The Observer» berichtete, BP verkaufe möglicherweise seine verbleibenden Anteile an Ölbohrungen in der Nordsee sowie Anteile an Dutzenden Ölförderprojekten, bei denen das Unternehmen nicht die Oberaufsicht hat. BP hatte am Mittwoch auf Druck von US-Präsident Barack Obama 20 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) für einen Entschädigungsfonds zugesagt. Die Entschädigungszahlungen könnten jedoch noch weiter steigen.

BP teilte am Samstag mit, dass es im Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko vorerst 104 Millionen Dollar an Entschädigungen ausgezahlt habe. Der Konzern erhielt demnach bereits 64'000 Klagen. Es sei das Ziel des Konzerns, dass all diejenigen, «die wegen der Ölpest kein Geld verdienen konnten», entschädigt würden, erklärte BP. Dies betreffe vor allem Fischer und Garnelenfischer.

Rückschlag bei Arbeiten im Kampf gegen Ölpest

Die von BP betriebene Ölplattform Deepwater Horizon war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem sprudeln Millionen Liter Rohöl aus dem lecken Bohrloch ins Meer und verschmutzen die Küsten. BP war wiederholt scharf für sein Krisenmanagement kritisiert worden.

Die Arbeiten zur Eindämmung der Ölpest erlitten erneut einen Rückschlag. Die Discoverer Enterprise, ein Schiff zum Abpumpen des ausströmenden Öls, stellte am Freitagabend den Betrieb ein, da ein Teil der Brandschutzeinrichtung verstopft war. Am Samstag nahm das Schiff laut BP die Arbeiten wieder auf. Über eine Art Trichter, der über die gekappte Steigleitung in 1500 Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel gestülpt worden war, pumpt es demnach bis zu 18'000 Barrel täglich aus dem lecken Bohrloch.

AFP/oku

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch