Wie man mit Mitarbeitern nicht umgeht

Die Valiant-Bank kürzt ihren älteren Angestellten die Ferien. Der Entscheid wird für das Unternehmen zum Bumerang.

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Bei der Valiant-Bank wurden den über 56-jährigen Beschäftigten die bisher zugestandenen zusätzlichen Ferientage gestrichen. Die Bank begründet das mit der Gleichbehandlung gegenüber den jüngeren Mitarbeitern.

Das Argument überzeugt nicht. Tatsächlich sieht das mehr nach einer Sparmassnahme auf Kosten jener aus, die am wenigsten Job-Alternativen haben – den älteren Bankmitarbeitern. Schliesslich hatten alle Mitarbeitenden die Aussicht, nach dem Erreichen der Altersschwelle von den zusätzlichen Tagen zu profitieren.

Verschlechtert ein Unternehmen mit einer fadenscheinigen Begründung die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten, die sich am wenigsten wehren können, verletzt das Fairnessvorstellungen. Dieses Signal dürfte auf die Moral und die Leistungs­bereitschaft der ganzen Belegschaft drücken.

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Reduzierte Altersansprüche für Neueingestellte

Das bedeutet umgekehrt nicht, dass höhere Ansprüche durch ältere Arbeitnehmende – alleine weil sie älter sind – immer gerechtfertigt sind. Wenn ihnen Zusatzleistungen zustehen, die sich nicht durch ihren Beitrag für das Unternehmen rechtfertigen lassen, sind ihre Jobs gefährdet. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass sie besonders schwer einen neuen Job finden, sollten sie den bisherigen verlieren.

Ein Abbau von ökonomisch ungerechtfertigten Sonderrechten kann daher für alle Sinn machen. Das ist aber auch möglich, ohne die Leute vor den Kopf zu stossen. Eine Möglichkeit würde darin bestehen, reduzierte Altersansprüche für alle Neueingestellten einzuführen. Diese Beschäftigten könnten dann frei entscheiden, ob sie sich auf das Unternehmen einlassen wollen.

Wichtig ist ohnehin eine Gesamtbetrachtung. Angesichts der verbreiteten Sorge vor einem Fachkräftemangel könnte es für Unternehmen zum Bumerang werden, wenn sie erfahrenen älteren Mitarbeitern keine Sorge tragen. Aber auch jene sollten alles tun, um für das Unternehmen attraktiv zu bleiben – etwa durch Weiterbildung oder zeitliche Flexibilität.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 11.01.2019, 07:55 Uhr

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