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«Wir gehen durch eine Lernkurve»

Ab 2013 soll die CSeries von Bombardier in den Dienst gehen, auch bei der Swiss. Doch die Entwicklung des Passagierjets macht offenbar Probleme, die den Zeitplan in Gefahr bringen könnten.

Passagierjets für 110 bis 130 Sitze: Animation der künftigen C-Series, ...
Passagierjets für 110 bis 130 Sitze: Animation der künftigen C-Series, ...
Keystone
...die der Hersteller Bombardier im Juli 2008 der Öffentlichkeit vorstellte.
...die der Hersteller Bombardier im Juli 2008 der Öffentlichkeit vorstellte.
Keystone
...und der A318 von Airbus bei der Fertigung in Hamburg.
...und der A318 von Airbus bei der Fertigung in Hamburg.
Keystone
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Bei einem Treffen mit Analysten und Fachjournalisten anlässlich der Ausstellung der National Business Aviation in Las Vegas erläuterte Guy Hachey, CEO von Bombardier Aerospace, den aktuellen Stand. Demnach erwartet das Unternehmen noch immer, den angestrebten Liefertermin Ende 2013 einzuhalten. Doch man habe viel von den eingeplanten Zeitpuffern aufgebraucht, zitierte die «Montreal Gazette» Hachey auf ihrer Webseite: «Ich sehe keinen Fehlschlag, aber wir stehen unter Druck.»

Als problematisch nannte der Topmanager gleich mehrere Felder, die man sorgfältig beobachte: vom Fly-by-Wire-System, das für Bombardier technologisches Neuland ist, über die Avionik-Software bis hin zu den Flügeln aus Verbundwerkstoffen. Konkrete Details nannte Hachey nicht, erklärte aber, dass «wir durch eine Lernkurve gehen». Was ihn aber am stärksten sorge, so zitierte die Zeitung weiter, seien jene Probleme, die man noch nicht vorhersehen könne.

Abgang des Programmchefs im August

Noch im August hatte das Entwicklungsprogramm einen Verlust erlitten: in Gestalt seines Leiters Gary Scott, der überraschend seinen Rücktritt aus familiären Gründen erklärte. Hachey übernahm diese Sparte daraufhin selbst, jedenfalls so lange, bis ein Nachfolger gefunden sei, wie das Unternehmen mitteilte. Dass die Personalie das Projekt dauerhaft in Gefahr bringen könnte, wurde von Branchenanalysten allerdings nicht vermutet – unter anderem mit dem Hinweis, dass Scott ein starkes Team aufgebaut habe, dass auch ohne ihn arbeitsfähig sei.

Lob und Stichelei von der Konkurrenz

Spiegeln Hacheys Äusserungen ernsthafte Sorgen wieder? Oder stapelte mit Blick auf die Konkurrenten tief? Der Topmanager gibt sich laut den Berichten jedenfalls weiterhin überzeugt vom Erfolg der CSeries, die speziell auf das Marktsegment von Fliegern mit 100 bis 150 Sitzen ausgelegt sein wird – mit einem massgeschneiderten Konzept aus Leichtbau-Komponenten, sparsamen Triebwerken und einer Kabine, deren Design zahlreiche Fachleute bereits gelobt haben.

Auch die Konkurrenz fand kürzlich freundliche Worte für das Konzept. Boeing-Vizepräsident Randy Tinseth sagte laut Medienberichten: «Wenn ich die CSeries sehe, sehe ich ein gutes Flugzeug.» Und setzte dann hinzu: «Aber man muss einen Markt dafür haben» – gefolgt vom Hinweis, dass bei den Bestellungen von CS-Modellen noch wenig Erfolg vorhanden sei. Und es sei lange her, dass ein Hersteller in dieser Grössenklasse einen Verkaufsschlager konstruiert habe.

Übertriebene Zuversicht beim Potenzial?

Der Schätzung des Boeing-Managers, das Verkaufspotenzial bei Passagierjets mit 100, 125 Sitzen läge bei rund 1000 Flugzeugen in den kommenden 20 Jahren, folgte in der «Montreal Gazette» eine Antwort von Bombardier. «Das liegt klar am unteren Ende», zitierte sie Vize-Marketingchef Philippe Poutissou. Tatsächlich rechnet der Hersteller nach eigenen Angaben mit einem Bedarf von bis zu 7000 Flugzeugen.

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