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«Wir haben Zimmer schon ab 180 Franken»

Neuster Tourismus-Hotspot der Schweiz: Was die Gäste im Bürgenstock-Hotel erwartet, sagt Resort-Chef Bruno Schöpfer.

«Uns fehlen Chefs»: Resort-Direktor Bruno H. Schöpfer über Personalmangel und die Probleme in Katar. (Video: Stefan Eiselin, Lea Blum, Lea Koch)

In 68 Tagen wird das Bürgenstock Resort eröffnet. Nervös?

Nervös nicht, aber angespannt. Wir müssen sicher noch einige Hürden nehmen, damit zur Eröffnung am 28. August wirklich alles bereit ist.

Welche Hürden?

Nach dem Bau folgt die endgültige Einrichtung der Hotels. Danach müssen wir den Betrieb langsam hochfahren, sodass die Gäste auch wirklich einziehen können. Diese Phase ist bei jedem Hotelprojekt herausfordernd.

Was war bis jetzt die grösste Herausforderung für Sie?

Es war ein regelrechter Behördenmarathon. Wir mussten beispielsweise mehr als 140 Baubewilligungen einholen. Zum Glück sind die Nidwaldner Ämter sehr kooperativ und gab es keine Einsprachen. Wir konnten deshalb unseren Fahrplan einhalten.

Nicht nur Luxus? Redaktion Tamedia besichtigt das erste fertige Hotel im Bürgenstock-Resort. Video: Lea Koch

Wie sieht der Buchungsstand für das Resort aus?

Die Nachfrage für Tagungen, Kongresse und Veranstaltungen ist enorm. Fünf Leute sind schon jetzt nur mit solchen Buchungen beschäftigt. Es läuft wirklich fantastisch. Für Privatgäste schalten wir das Reservationssystem erst am 1. August frei.

Woher sollen künftig die Gäste auf dem Bürgenstock kommen?

Wir rechnen mit einem Anteil der schweizerischen Gäste von rund 50 Prozent. Dies vor allem auch wegen unseres im Oktober öffnenden Medizinalwellnesshauses Waldhotel. Mit dem sprechen wir vor allem Menschen im Umkreis von rund 100 Kilometern an. Die Zusammensetzung der anderen Hälfte der Gäste im Resort soll geografisch sehr gemischt sein.

Arabische Touristen sind sicherlich ein wichtiges Zielpublikum, das Resort gehört ja letztendlich dem Staatsfonds von Katar. Nun liegt das Land mit vier Nachbarstaaten im Streit. Macht Ihnen das Sorgen?

Unser Projekt ist voll finanziert. Daher gibt es für uns absolut kein Risiko wegen der aktuellen politischen Krise am Persischen Golf.

Aber die Gäste aus arabischen Ländern könnten ausbleiben. Immerhin bezichtigen Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten die Regierung von Katar der Terrorfinanzierung.

Wir sehen bei unseren beiden anderen Hotels in Bern und Lausanne keinerlei Veränderungen beim Buchungsverhalten dieser Gästegruppe. Daher machen wir uns keine Sorgen deswegen.

Sie suchen nicht nur Gäste, sondern auch noch Mitarbeitende. Da hapert es offenbar noch ...

Wir haben mehr als 3000 Bewerbungen erhalten und haben bereits mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt. Die restlichen rund 200 Stellen müssen wir vor der Eröffnung noch besetzen.

In welchen Bereichen fehlt Ihnen noch Personal?

Beim Küchen- und Servicepersonal stehen wir vor einer grossen Herausforderung. Da fehlen uns noch sehr viele Leute. Wir haben schöne Personalhäuser gebaut und bieten den Angestellten verbilligte Tickets für den Schiff-Shuttle ab Luzern, um sie hierhin zu locken. Ich bin überzeugt, dass wir die Lücken noch schliessen können.

Auch Tagesgäste sind willkommen: Das Luxusresort mit dem Fünfsternhotel und der neu gebauten Bahn. Visualisierung: PD
Auch Tagesgäste sind willkommen: Das Luxusresort mit dem Fünfsternhotel und der neu gebauten Bahn. Visualisierung: PD

Wie hoch ist der Anteil der Schweizer unter dem Personal?

Momentan steht er bei 55 Prozent. Im Laufe der weiteren Anstellungen wird er aber wohl noch ein wenig sinken.

In zehn Wochen reisen die ersten Gäste an. Nach hohen Investitionen von rund einer halben Milliarde Franken könnten Sie dann endlich auch etwas einnehmen. Wann erwartet der Investor von Ihnen den ersten Gewinn?

Für uns ist es wirklich toll, dass unser Investor Katara Hospitality sehr langfristig denkt. Mit einem solchen Resort kann man keine schnellen Gewinne erwarten. Wir glauben, dass wir nach drei bis vier Jahren den Idealbetrieb erreichen werden.

Das heisst, Sie machen ab 2020 oder 2021 Gewinn?

Wir werden dann Cash-positiv sein, wir werden also genug Geld verdienen, dass wir nicht nur unsere laufenden Kosten decken, sondern auch die Zinsen bezahlen können.

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