Zum Hauptinhalt springen

«Wir werden alle einmal tot sein. Das gilt auch für Zeitungen»

Warum Martin Kall, Geschäftsleiter von Tamedia, an die Printmedien glaubt. Was er den Kritikern entgegnet, die ihn für einen knallharten Strategen halten. Und was er sich von der iPad-Ausgabe des «Tages-Anzeigers» erhofft.

Jean-Martin Büttner und Res Strehle

Lesen Sie noch auf Papier oder schon auf dem Bildschirm? Beides natürlich, wie könnte es anders sein? Das gilt demnächst auch für den «Tages-Anzeiger»: Den werde ich unterwegs und in den Ferien auf dem iPad lesen – und zu Hause als Zeitung. Für mich ist aber nicht das Format entscheidend, sondern die Zustellung. Den «Spiegel» etwa kann ich schon am Sonntagmorgen herunterladen, also einen Tag früher und erst noch dann, wenn ich am meisten Zeit zum Lesen habe. Also werde ich die Printausgabe wohl bald nicht mehr brauchen.

Eine gedruckte Zeitung gibt den Nachrichten eine Struktur: Man erkennt sofort, wie eine Redaktion gewichtet. Oder ist das eine blosse Gewohnheit? Man bekommt einen viel rascheren Überblick, hält das Blatt in den Händen, kann es aufschlagen, kann einen Artikel oder ein Bild jemandem zeigen. Ich geniesse es auch, einen gelesenen Bund auf den Boden zu werfen. Da ist natürlich viel Gewohnheit dabei. Doch schaffen die Neuen Medien ihre eigenen Gewohnheiten. Deshalb glaube ich auch, dass unterschiedliche Formate noch lange nebeneinander bestehen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen