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Woran starb Sergio Marchionne?

Italiens Medien spekulieren über die Todesursache des Topmanagers. Familienangehörige bestreiten die Tumor-Version.

Sergio Marchionne ist tot: Seine Karriere lancierte der Manager in der Schweiz, dann wurde er zum grossen Retter von Fiat. Wibbitz/cpm

«Leider ist das eingetreten, was wir befürchtet haben.» Es war John Elkann, Chef der Exor-Holding, der Fiat-Chrysler, angehört, der heute Vormittag die traurige Nachricht verkündete: «Sergio Marchionne, ein Freund, ist fort.»

Über die Umstände des Todes des 66-jährigen Spitzenmanagers machte Elkann keine Angaben. Auch vom Universitätsspital Zürich, wo Marchionne verstarb, gab es keine Informationen. Umso mehr spekulierten die italienischen Medien über Marchionnes Spitalaufenthalt.

Tod nach zweitem Herzstillstand

Die Zeitung «Il Giornale» glaubt zu wissen, woran Marchionne gestorben ist. Der einstige Fiat-Chrysler-Chef habe sich Ende Juni an einer Schulter operieren lassen, nachdem er seit einiger Zeit grosse Schmerzen gehabt habe, die ihm Schwierigkeiten gemacht hätten, seinen Arm zu bewegen. Bei der schwierigen Operation des Schulterbereichs soll es zu «plötzlichen und unerwarteten Komplikationen» gekommen sein.

Marchionne erlitt gemäss dem Medienbericht einen Herzstillstand und musste danach maschinell am Leben gehalten werden. Schliesslich kam es zu einem weiteren Herzstillstand, an dessen Folgen Marchionne am Dienstag im Zürcher Unispital verstorben ist. Vor seinem Tod soll sich Marchionne etwa eine Woche lang in einem «irreversiblen Koma» befunden haben.

Spekulationen über Tumorerkrankung

Nach Informationen von Personen, die der Marchionne-Familie nahestehen, litt der verstorbene Topmanager nicht an einem Tumor, wie einige Medien berichtet hatten. In den Berichten, die sich angeblich auf Insider beriefen, hatte es geheissen, dass die Operation im Schulterbereich wegen eines Sarkoms notwendig gewesen sei. Sarkome sind bösartige Tumore, die Weichteile und Knochen befallen können.

Gemäss einem Bericht der Website «Lettera43» soll Marchionne bei der Operation infolge von Komplikationen eine Gehirnembolie erlitten haben und dann ins Koma gefallen sein. Auch die Turiner Wirtschaftszeitung «La Stampa» berichtete über eine Krebsoperation mit Komplikationen, die zum Tod des Managers geführt haben.

Angeblich nur ein «Check-up»

Franzo Grande Stevens, ein früherer Agnelli-Anwalt und guter Freund Marchionnes, hatte in der Zeitung «Corriere della Sera» die Vermutung aufgestellt, dass es sich um einen Lungentumor handeln könnte. Marchionne sei ein Kettenraucher gewesen, der drei Päckchen Zigaretten am Tag geraucht habe. Als er am Wochenende Nachrichten aus Zürich erhalten habe, so Grande Stevens, habe er geahnt, dass Marchionne sterben werde.

Auf das Drama um Marchionne hatte zunächst nichts hingedeutet. Firmenintern hatte Marchionne seinen Aufenthalt im Zürcher Unispital als routinemässiges «Check-up» dargestellt, wie Medien berichten. Nachdem Exor-Chef Elkann und die Spitze von Fiat-Chrysler über den hoffnungslosen Gesundheitszustand von Marchionne informiert worden waren, wurde am Samstag bekannt, dass der Topmanager die Führung des italienisch-amerikanischen Autobauers aus gesundheitlichen Gründen abgibt.

Sergio Marchionne: Bilder einer grossen Karriere

Der italienischstämmige Kanadier übernahm 2004 den angeschlagenen Autobauer Fiat als CEO.
Der italienischstämmige Kanadier übernahm 2004 den angeschlagenen Autobauer Fiat als CEO.
PACO SERINELLI, AFP
Im gleichen Jahr brachte Marchionne Ferrari an die Börse – passend zum 70-jährigen Jubiläum der Sportwagen-Ikone.
Im gleichen Jahr brachte Marchionne Ferrari an die Börse – passend zum 70-jährigen Jubiläum der Sportwagen-Ikone.
TIMOTHY A. CLARY, AFP
Als Chef des siebtgrössten Autobauers der Welt pflegte Marchionne auch Kontakte zur Politik, hier bei einem Treffen mit US-Präsident Trump im Jahr 2017.
Als Chef des siebtgrössten Autobauers der Welt pflegte Marchionne auch Kontakte zur Politik, hier bei einem Treffen mit US-Präsident Trump im Jahr 2017.
SAUL LOEB, AFP
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