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US-Notenbank rüstet sich für Trump

Die Fed erhöht den US-Leitzins und will bald nachlegen. Chefin Janet Yellen schliesst einen Rücktritt aus – trotz der Attacken des neuen US-Präsidenten.

pat/AFD/sda
Fed-Sitzung: Die US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Konjunktruentwicklung fest im Blick. (14. Dezember 2016)
Fed-Sitzung: Die US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Konjunktruentwicklung fest im Blick. (14. Dezember 2016)
AFP

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Er liegt damit zwischen 0,5 und 0,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mitteilte. Zuletzt hatte die Fed den Leitzins im Dezember 2015 angehoben – von einem Rekordtief nahe null, das während der Finanzkrise 2008 festgelegt worden war.

Die US-Notenbank wagte die Erhöhung wenige Wochen nach der Wahl Donald Trumps ins Weisse Haus. Trumps geplantes Konjunkturprogramm dürfte der Wirtschaft nach Ansicht vieler Investoren mehr Schub verleihen. Zuvor hatte die Notenbank im laufenden Jahr eine Zinserhöhung immer wieder hinausgeschoben. Zur Begründung hatte sie unter anderem auf globale Risiken wie die Verlangsamung des chinesischen Wachstums und das EU-Referendum der Briten verwiesen.

Anleger rund um den Globus waren jedoch nach entsprechenden Hinweisen von Fed-Chefin Janet Yellen auf die jetzige Erhöhung vorbereitet. Die Währungshüter signalisierten in ihren aktuellen Prognosen, dass sie angesichts der guten Konjunkturperspektiven die Zügel 2017 stärker anziehen wollen als bislang gedacht.

Ende nächsten Jahres soll der Zins dann bei 1,375 Prozent stehen. Damit wird der geldpolitische Kurs voraussichtlich straffer, da die Fed-Führungsmitglieder im September nur zwei Schritte nach oben für 2017 angepeilt hatten. Jetzt sind es drei Schritte für 2017.

Robuste US-Wirtschaft

Wie aus dem Begleittext zum Zinsentscheid hervorgeht, ist die Wirtschaft aus Sicht der Fed robust genug, um eine Erhöhung zu verkraften. Zuletzt war die Arbeitslosenquote auf 4,6 Prozent gesunken, womit die Notenbank das Ziel Vollbeschäftigung de facto erreicht hat.

«Die Fed liegt mit dem Zinsschritt richtig. Der voll ausgelastete Arbeitsmarkt und die steigende Inflation lassen ihr die Argumente für ein weiteres Stillhalten ausgehen», hiess es in Kommentaren von Ökonomen. «Richtig Zähne» zeige die US-Notenbank aber damit noch nicht. Entscheidend sei, welchen Kurs sie 2017 einschlagen werde.

Viele Analysten sagen voraus, dass die Notenbank wegen der von Trump angekündigten massiven Steuersenkungen sowie Rieseninvestitionen in die Infrastruktur den Zins rascher anheben muss als geplant. Diese Pläne bergen das Risiko, dass die Inflation stark ansteigt.

Yellen sagte dazu am Mittwoch lediglich, Veränderungen in der Wirtschaftspolitik könnten die Projektionen noch verändern. Doch sei es es derzeit «viel zu früh», um vorherzusagen, wie sich der Kurs des neuen Präsidenten auswirken werde.

Yellen will bleiben

Donald Trump hatte Yellen und die Fed im Wahlkampf wiederholt heftig angegriffen. An der Pressekonferenz sagte die Notenbankchefin, sie wolle über die volle Amtszeit (bis 2018) auf ihrem Posten bleiben. Über eine weitere Amtszeit habe sie sich noch keine Gedanken gemacht.

Trump hatten Yellen unter anderem vorgeworfen, aus politischen Gründen die Zinserhöhung künstlich hinauszuschieben. Sie wolle so die Wirtschaftsbilanz des scheidenden Präsidenten Barack Obama äusserlich aufmöbeln. Die Fed-Chefin sollte sich deshalb «schämen», wetterte Trump.

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