Piloten müssen Ferien abbauen – Ryanair streicht bis zu 2100 Flüge

In den nächsten sechs Wochen werden täglich 40 bis 50 Flüge der irischen Billig-Airline ausfallen. Die Belegschaft muss noch vor Jahresende ihre Ferientage beziehen.

Ryanair-CEO Michael O'Leary an einer Pressekonferenz in Madrid. (24. August 2017)

Ryanair-CEO Michael O'Leary an einer Pressekonferenz in Madrid. (24. August 2017) Bild: Chema Moya/EPA/Keystone

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Die irische Billig-Fluggesellschaft Ryanair streicht in den kommenden sechs Wochen bis zu 2100 Flüge, um nach eigenen Angaben die Pünktlichkeit ihrer Maschinen zu verbessern. In dem Zeitraum sollten täglich 40 bis 50 Flüge ausfallen, also insgesamt 1680 bis 2100, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Dies entspreche weniger als zwei Prozent der Ryanair-Verbindungen und solle die Pünktlichkeit vor Inkrafttreten des Winter-Flugplans Anfang November verbessern.

Gemäss dem «Independent» sollen 20'000 Passagiere betroffen sein. Seitens Ryanair wurde keine Zahl genannt.

Zu viele Ferientage

In den vergangenen zwei Wochen sei die Pünktlichkeit auf unter 80 Prozent gesunken, erklärte Ryanair-Sprecher Robin Kiely. Mit dem «Rekord-Flugplan» der Airline hätten sich bei den Piloten und der Crew zu viele Ferientage angehäuft. Nun muss die Belegschaft die angehäuften Ferien noch vor Ende Jahr abbauen.

Auch Kapazitätsengpässen bei der Flugkontrolle und Streiks in Frankreich spielten eine Rolle. Durch die Flugstreichungen könne Ryanair die «Belastbarkeit unserer Flugpläne verbessern und die Pünktlichkeit auf unser Jahresziel von 90 Prozent wiederherstellen».

Shitstorm auf Twitter

Ryanair entschuldige sich «aufrichtig bei der geringen Zahl von betroffenen Passagieren» und werde sein Möglichstes tun, um sie umzubuchen oder zu entschädigen, sagte der Sprecher.

Passagiere reagierten empört. Der Twitter-Feed von Ryanair quoll am Freitag über mit Kommentaren entnervter Fluggäste, deren Flüge gestrichen worden waren. Viele beschwerten sich, dass sie vorher nicht rechtzeitig informiert worden waren.

Ryanair steht wirtschaftlich derzeit gut da: Sein zweites Quartal von April bis Ende Juni schloss der Billigflieger mit einem Nettogewinn von 397 Millionen Euro ab.

(mch/afp)

Erstellt: 15.09.2017, 20:55 Uhr

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