Zurich bläst RSA-Übernahme ab

Der Finanzkonzern Zurich Insurance will seinen englischen Konkurrenten RSA doch nicht übernehmen. Im dritten Quartal wird mit grossen Verlusten gerechnet.

Das Unternehmen schätzte eine Übernahme der RSA als nicht attraktiv genug ein: Tafel mit Logo der Zurich vor dem Hauptsitz in Zürich. (11. März 2014)

Das Unternehmen schätzte eine Übernahme der RSA als nicht attraktiv genug ein: Tafel mit Logo der Zurich vor dem Hauptsitz in Zürich. (11. März 2014) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Die Zurich Insurance Group krebst zurück: Man wolle die RSA nun doch nicht übernehmen, teilte das Unternehmen heute mit. Ende August hatte Zurich noch einen unverbindlichen Vorschlag für die Übernahme von RSA vorgelegt. Doch bereits damals wurde betont, dass nicht sicher sei, ob tatsächlich eine Kaufofferte unterbreitet würde.

Zuerst würden die Bücher der Konkurrentin geprüft. Nur wenn diese zufriedenstellend seien und man sich zudem in weiteren Punkten einigen könne, werde eine Offerte gemacht.

Bewertung von 8,2 Milliarden Franken

Zurich hält gemäss letzten Angaben bereits rund 15 Prozent an RSA. Im Kaufvorschlag nannte Zurich das Angebot von 550 Pence pro RSA-Aktie. Hätte Zurich für die übrigen Aktien tatsächlich 550 Pence geboten, hätte dies einer Bewertung der Konkurrentin von gut 5,5 Milliarden Pfund oder umgerechnet etwa 8,2 Milliarden Franken entsprochen.

Über ein Angebot in dieser Höhe war an der britischen Börse bereits Ende Juli spekuliert worden. Damals hatte Zurich noch nicht einmal publik gemacht, dass sie am englischen Versicherer interessiert ist. Aufgrund der Spekulationen bestätigte sie in der Folge ihr Interesse.

Es werden tiefrote Zahlen erwartet

Die Versicherungsgesellschaft Zurich Insurance geht davon aus, dass die Sparte Schadensversicherung im dritten Quartal tiefrote Zahlen schreiben wird. Es werde ein operativer Verlust von rund 200 Millionen Dollar erwartet, teilte Zurich am Montag mit.

Hauptgrund dafür seien geschätzte Kosten von rund 275 Millionen Dollar, welche die Explosion im Hafen von Tianjing Mitte August verursacht hätten. Abgesehen davon bewegten sich die Grossschäden im dritten Quartal auf dem Niveau des ersten Halbjahres.

Zudem müsse Zurich nach einer Überprüfung der Verpflichtungen unter anderem mit Autohaftpflichtversicherungen in den USA weitere Reserven von rund 300 Millionen Dollar bilden.

Gewinnwarnung

Die beiden Sparten Global Life und Farmers entwickelten sich aber voraussichtlich im Rahmen der Erwartungen, heisst es weiter. Detaillierte Zahlen will die Zurich am 5. November publizieren. An den Mittelfristzielen halte das Unternehmen fest, wird zudem betont.

Analysten verstehen die Aussagen zur Geschäftsentwicklung als Gewinnwarnung. Der für Bernstein Research tätige Analyst schreibt, dass die Firmenverantwortlichen die Schadensentwicklung im Nicht-Leben-Geschäft rückblickend zu optimistisch eingeschätzt hätten. Er selber sei bislang von einem operativen Gewinn von gut 600 Millionen Dollar ausgegangen. (sda)

Erstellt: 21.09.2015, 09:13 Uhr

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