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Zurich Financial Services mit kräftiger Gewinnsteigerung

Nach dem Rückschlag vor einem Jahr hat der Schweizer Versicherer im ersten Quartal 2010 wieder deutlich mehr verdient.

Nach dem Rückschlag wegen der Finanzkrise vor einem Jahr hat die Versicherungsgruppe Zurich Financial Services (ZFS) im ersten Quartal 2010 wieder deutlich mehr verdient. Der Reingewinn stieg um 76 Prozent auf 935 Millionen Dollar.

Obwohl es viele Schäden durch Unwetter und Katastrophen gegeben habe, habe die Gruppe aufgrund ihres breiten, globalen Geschäftsportfolios ein gutes Ergebnis erzielen können, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Die Erholung der Finanzmärkte führte zu steigenden Gewinnen im Lebensversicherungsgeschäft und höheren Anlageerträgen. Vor einem Jahr hatte der Orkan an den Finanzmärkten noch ein grosses Loch in die Kasse geritten.

Nun stieg im ersten Quartal 2010 der so genannte operative Gewinn (Business Operating Profit, BOP) um 19 Prozent auf 1,259 Milliarden Dollar. Der BOP klammert das Anlageergebnis und andere Einflüsse aus und gilt im Zurich-Konzern als massgebliche Leistungskennzahl. Zur Gewinnsteigerung habe auch das aktuelle Spar- und Effizienzsteigerungsprogramm beigetragen.

Erwartungen übertroffen

Das gesamte Geschäftsvolumen der Gruppe, bestehend aus Bruttoprämien, Policengebühren, Beiträgen mit Anlagecharakter und Managementgebühren erreichte 19 Milliarden Dollar. Das sind 11 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Damit hat der Versicherer die Erwartungen der Analysten übertroffen. Diese hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Betriebsgewinn von 1,023 Milliarden Dollar und einem Reingewinn von 860 Millionen Dollar gerechnet.

Im Lebensversicherungsgeschäft konnte ZFS deutlich zulegen. Die Prämien, Policengebühren und Beiträge mit Anlagecharakter kletterten um fast ein Viertel auf 6,774 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn legte um 58 Prozent auf 351 Millionen Dollar zu. Dies sei vor allem der Erholung der Finanzmärkte zu verdanken, sagte Finanzchef Dieter Wemmer in einer Telefonkonferenz.

Auch bei der US-Versicherung Farmers Exchange, die ZFS zwar nicht besitzt, für die sie aber gegen Entgelt Managementdienstleistungen erbringt, verdiente ZFS deutlich mehr.

Erdbeben drückt Resultat

In der Sachversicherung schlugen dagegen Katastrophen und Unwetter aufs Resultat. Der operative Gewinn sank um 30 Prozent auf 621 Millionen Dollar. Schuld daran seien hauptsächlich das Erdbeben in Chile und Unwetterschäden. So hätten Teile Europas und der USA den härtesten Winter seit vielen Jahren erlebt, während Australien umfangreiche Hagel- und Gewitterschäden erlitten habe.

Alleine das Erdbeben in Chile schlage mit 200 Millionen Dollar zu Buche, sagte Wemmer. Dagegen sei der Wintersturm Xynthia für den Konzern ein kleineres Ereignis mit Schäden von maximal 30 Millionen Dollar, die vor allem in Deutschland angefallen seien.

In Frankreich, wo der Sturm verheerende Folgen hatte und Menschen in den Tod riss, sei ZFS kaum exponiert. «Der harte Winter in Grossbritannien und Irland war für uns teurer als Xynthia», sagte Wemmer. Der Schaden aus der untergegangenen Ölbohrinsel vor der US- Küste dürfte sich für ZFS auf weniger als 20 Millionen Dollar belaufen. Dieser falle allerdings erst im zweiten Quartal an.

Prämieneinnahmen

Das Verhältnis von Schadenaufwand und Kosten zu den Prämieneinnahmen (Combined Ratio) verschlechterte sich von 95,8 auf 99 Prozent. Analysten hatten allerdings eine noch grössere Verschlechterung auf 100,7 Prozent befürchtet. Die Prämien und Policengebühren im Sachversicherungsgeschäft stiegen indes dank schwächerem Dollar um 2 Prozent auf 10,01 Milliarden Dollar.

Einen Ausblick für das Gesamtjahr wollte der Finanzchef wie üblich nicht geben. An der leicht festeren Schweizer Börse stieg die Aktie bis gegen 10.30 Uhr um 0,7 Prozent auf 235,90 Franken.

SDA/jak

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