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Varoufakis' angeblicher Grexit-Geheimplan

Plante die griechische Regierung einen Währungsputsch? Ja, behauptet eine griechische Zeitung. Sie veröffentlichte angebliche Details der Pläne.

Liess er sein eigenes Ministerium hacken? Giannis Varoufakis am 10. Juli im griechischen Parlament.
Liess er sein eigenes Ministerium hacken? Giannis Varoufakis am 10. Juli im griechischen Parlament.

Mitglieder der griechischen Regierungspartei Syriza sollen an einem Plan gearbeitet haben, um Griechenland auf den möglichen Euroaustritt vorzubereiten. Die Details dazu soll Ex-Finanzminister Giannis Varoufakis während einer Telefonkonferenz am 16. Juli verraten haben. Die Zeitung «Kathimerini» will an eine Mitschrift des Gesprächs gekommen sein.

Demnach habe Varoufakis ein paralleles Zahlungssystem, das auch im Fall von Bankenschliessungen funktioniert hätte, einführen wollen. «Es braucht ein paralleles Zahlungssystem, das die Wirtschaft für eine Weile am Laufen erhält und der Bevölkerung des Gefühl gibt, dass der Staat die Kontrolle hat und es einen Plan gibt», soll der ehemalige Finanzminister gesagt haben. «Wir planten, heimlich Reservekonten für jede Steuernummer zu schaffen, um ein funktionierendes System in der Hinterhand zu haben», wird Varoufakis weiter zitiert. So wäre es per «Knopfdruck» möglich gewesen, von Euro auf Drachme umzustellen.

Hacker beauftragt

Um dies umzusetzen, habe Varoufakis einen «Freund aus Kindertagen», einen IT-Experten, engagiert. Er sollte das Datensystem der Steuerverwaltung hacken. Dieser machte sich laut Varoufakis angeblichen Aussagen sogleich an die Arbeit: «Etwa eine Woche, nachdem wir in der Regierung waren, rief er mich an und sagte: ‹Stell dir vor, ich kontrolliere die Maschinen, ich kontrolliere die Hardware, aber nicht die Software.›»

Den Auftrag, den Plan auszuarbeiten, soll Varoufakis bereits vor den Wahlen im Januar erhalten haben: «Der Premierminister hatte mir, noch bevor er Premierminister wurde und wir die Wahl im Januar gewonnen hatten, grünes Licht gegeben, einen Plan B zu entwickeln.» Jedoch habe ihm Tsipras nie erlaubt, über die Planungsphase hinauszugehen.

Sind die Gerüchte wahr?

Ob an den Gerüchten tatsächlich etwas dran ist, ist schwierig abzuschätzen. Der ehemalige Finanzminister hat sich offiziell noch nicht zu den Berichten geäussert. In der Telefonkonferenz soll er aber gesagt haben, er werde alles abstreiten, sollte er jemals danach gefragt werden.

Hingegen hat der Vize-Finanzminister, Dimitris Mardas, die Gerüchte gegenüber Skai television bereits kommentiert: «Ich habe wiederholt gesagt, dass es solche Diskussionen innerhalb der Regierung nie gegeben hat.»

Die griechische Opposition zeigt sich dennoch irritiert. «Die Enthüllungen werfen grosse politische, ökonomische und moralische Fragen an die Regierung auf und müssen eingehend geprüft werden», zitiert der «Spiegel» aus einem Statement.

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