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verkauft für 502 Millionen Fr. drei margenschwache Sparten

Der Spezialchemiekonzern Clariant trennt sich von seinen Geschäften mit Emulsionen, mit Chemikalien für die Papierherstellung und mit Hilfsstoffen für die Textilverarbeitung.

Grund für den Verkauf der drei Sparten ist die aus Sicht von Clariant zu tiefe Rentabilität. Für eine halbe Milliarde Franken gehen die drei Geschäftsfelder nun an die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft SK Capitals über. Nach Angaben von Clariant belief sich ihr Umsatz 2012 auf 1,2 Milliarden Franken. Das entspricht rund 15 Prozent des Konzernumsatzes, der etwa 7,4 Milliarden Fr. beträgt. Für die drei Sparten sind etwa 3000 der konzernweit über 22'000 Mitarbeiter tätig. Mit den Chemikalien zur Papier- und Textilverarbeitungen und den Emulsionen, die etwa zur Herstellung von Farben und Klebstoffen eingesetzt werden, hat Clariant auch Gewinne erwirtschaftet. Mit einem Betriebsgewinn von Abschreibungen (Ebitda) von insgesamt 80 Millionen Fr. sind diese der Clariant aber gemessen am Umsatz zu klein. Bereits Anfang 2012 hat Clariant daher angekündigt, sie abzustossen. Erklärtes Ziel des Konzern ist es, sich auf Märkte zu konzentrieren, die hohe Wachstumsraten aufweisen und in denen das Unternehmen eine starke Wettbewerbsposition und damit Preisgestaltungsmacht hat. Verkauf von weiteren Sparten «Nach der Akquisition von Süd-Chemie ist diese Transaktion für Clariant ein bedeutender Meilenstein in der Umsetzung der profitablen Wachstumsstrategie», wird Konzernchef Hariolf Kottmann am Donnerstag im Communiqué zitiert. Abgeschlossen werden soll der Verkauf bis Mitte nächsten Jahres. Bereits genauer unter die Lupe genommen werden von der Clariant-Führung unterdessen das Geschäft mit Chemikalien für die Lederverarbeitung sowie die jenes mit Grundstoffen für Wasch- und Reinigungsmittel sowie Agrochemikalien (Detergents & Intermediates). Für diese Sparten sollen nun ebenfalls «strategische Optionen» gesucht werden. Bewusst Käufer mit gutem Ruf gewählt Für die 3000 Clariant-Mitarbeiter der nun verkauften Geschäftsteile ändert sich mit der neuen Besitzerin - zumindest vorerst - nichts. Es könne damit gerechnet werden, dass die neue Besitzerin die Geschäftsbereiche weiterführe, sagte ein Clariant-Sprecher am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Man habe als Käufer bewusst nicht einen anonymen Finanzinvestor, sondern eine in der Branche bekannte Gesellschaft mit einem guten Ruf gewählt. Schweizer Mitarbeiter sind vom Verkauf nur wenige betroffen, da die Produktion der Geschäftsbereiche ausschliesslich in asiatischen und lateinamerikanischen Ländern sowie in Deutschland, Spanien und Frankreich angesiedelt ist. Guter Verkaufspreis erzielt Erfreut über den raschen Verkauf - das Management hat sich einst zum Ziel gesetzt, bis Ende nächsten Jahres eine Lösung für die Sparten zu haben - zeigten sich am Donnerstag die Anleger. Die Clariant-Aktie gewann in einem seitwärts tendierenden Gesamtmarkt deutlich an Wert. Kurz vor 14.45 Uhr waren die Aktien 3,3 Prozent mehr wert als noch am Freitagabend. Am Morgen hatte der Kursgewinn zwischenzeitlich bis 6 Prozent betragen. Von Analystenseite wurde insbesondere der von Clariant erzielte Verkaufspreis gelobt, der die Geschäftseinheiten mit dem 6,3-fachen ihres Betriebsgewinns bewertet.

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