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«Viele von Musks Aussagen werden später als Lügen entlarvt»

Der Verlust des Elektroauto-Herstellers steigt. Ein New Yorker Hedgefonds-Manager kritisiert die Firma scharf. Und setzt auf ihre Pleite.

Hoher Quartalsverlust bei Tesla: Firmen-Gründer Elon Musk bei der Grundsteinlegung seiner Batteriefabrik.
Hoher Quartalsverlust bei Tesla: Firmen-Gründer Elon Musk bei der Grundsteinlegung seiner Batteriefabrik.
James Glover, Reuters

Alles läuft bei Tesla nach Plan. So der Eindruck, den der 45-jährige Tesla-Gründer Elon Musk an der gestrigen Analystenkonferenz hinterliess. Die Probleme bei der Produktion rauben ihm nicht mehr den Schlaf. Die Firma sei zwar in den ersten sechs Monaten in der Produktionshölle gewesen, so Musk, doch sei das nun vorbei.

Dieses Jahr sollen nun 80'000 bis 90'000 Autos vom Fliessband rollen. 2018 sollen 500'000 Autos hergestellt werden. Auch seine weiteren Pläne bekräftigte Musk. Das neue Model 3 werde Ende 2017 ausgeliefert und bald würden auch Busse gebaut. Zudem sei der Einstieg ins Carsharing-Geschäft ein Ziel. Das alles soll dafür sorgen, dass die Firma dereinst profitabel wird. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Rückschläge für Tesla

Er erreichte seine finanziellen Ziele meist nicht und die neuen Modelle erscheinen meist zu spät, so das heutige Fazit der Nachrichtenagentur Bloomberg zu Elon Musk. In den letzten Monaten musste das Unternehmen zudem einige Rückschläge hinnehmen. Die Produktion haperte, dadurch konnten weniger Autos ausgeliefert werden und es kam zu ersten Unfällen mit selbstfahrenden Teslas.

Doch bleiben Musks Ambitionen riesig. Erst kürzlich wurde der Grundstein für eine 5-Milliarden-Dollar-teure Batteriefabrik namens Gigafactory gelegt. Zudem verfolgt er mit einem Kaufangebot für den Solaranlagenhersteller Solarcity seine hochgesteckten Ziele.

Tesla gab am Montag bekannt, die US-Solarfirma für 2,6 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. So würde Musks Firma auch zum Hersteller von Solardächern und Batteriespeichern. Sie bietet dann Elektrowagen und Solaranlagen aus einer Hand. Für Tesla-Optimisten ein genialer Schachzug. Für Kritiker ist das hingegen nur eine Fusion von zwei Firmen, die viel Geld verlieren. Und der Zusammenschluss helfe Musk, seine bereits getätigte Investition von 500 Millionen Dollar in Solarcity zu schützen.

Hedgefonds setzt auf Insolvenz

Einer dieser Kritiker ist der New Yorker Hedgefonds-Manager Mark B. Spiegel. Der 55-Jährige griff kürzlich in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» (Artikel kostenpflichtig) Musk und seinen Firma scharf an. «Viele von Musks Aussagen werden später als Übertreibungen und manchmal sogar als Lügen entlarvt», so Spiegel.

Spiegel hat daher auf eine Pleite von Tesla gewettet. Er erachte Musk als einen Visionär, der dafür gesorgt habe, dass sich die etablierten Autohersteller mit Elektrofahrzeugen befasst haben. Doch könnten seine Pläne nicht aufgehen. Die Firma sei derzeit völlig überbewertet, so Spiegel. Der Aktienkurs werde daher immer weiter sinken und das Unternehmen dereinst Insolvenz anmelden müssen.

Fonds-Manager Spiegel legte heute auf Twitter nach. Anleger sollten gegen Tesla setzen, der Aktienkurs werde dereinst zusammenbrechen:

Umsatz steigt

Musk hat andere Pläne. Er wettet auf die Zukunft. Innert drei Jahren soll sich die Produktion von Tesla verzehnfachen. Dafür wird viel Geld investiert. 13 Quartale in Folge hat das Unternehmen nun einen Verlust ausgewiesen. Der Umsatz stieg zwar um ein Drittel auf rund 1,3 Milliarden Dollar. Doch auch das Minus wuchs um 60 Prozent auf rund 29o Millionen Dollar.

So schlecht die Zahlen scheinen, sie übertreffen die Erwartungen der Analysten. Die Tesla-Aktie legte daher trotz der durchzogenen Zahlen zu. Die Wetten von Musk und Spiegel werden noch eine Weile laufen.

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