So holt die Polizei in Davos Drohnen vom Himmel

Was sind das für Geräte, mit denen die Sicherheitskräfte am WEF fotografiert wurden? Es soll sich um Anti-Drohnen-Waffen handeln.

Drohne im Visier: Ein Mitglied der WEF-Sicherheitskräfte testet eines der mysteriösen Geräte. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg)

Drohne im Visier: Ein Mitglied der WEF-Sicherheitskräfte testet eines der mysteriösen Geräte. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Seit einigen Jahren besteht während des WEF jeweils eine allgemeine Flugverbotszone für die Zivilluftfahrt, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor mutmasslichen Gefahren von oben zu schützen. 2014 passten die Behörden ihr Sicherheitskonzept an und verhängten erstmals ein derartiges Flugverbot für Drohnen. Auch in diesem Jahr dürfen sich vom 16. bis 21. Januar keine Drohnen über der ganzen Gegend um Davos und Teilen des Prättigaus befinden.

Gilt für Drohnen, Modellhelikopter und -flugzeuge sowie Gleitschirm- und Deltapiloten: Luftraumsperre über Davos während des WEF 2017. (Karte: Kanton Graubünden)

Die Behörden befürchten, dass Drohnen benutzt werden könnten, um illegale Fotos zu schiessen, die Standorte der Polizei aufzudecken oder – im schlimmsten Fall –, um als fliegende Bombe einen Anschlag zu verüben. Mit welchen Mitteln die kleinen Flugkörper im Ernstfall bekämpft werden könnten, war bis anhin allerdings unklar.

Nun sind verschiedene Fotos aufgetaucht, welche die Polizei im Vorfeld des WEF beim Testen von Anti-Drohnen-Geräten zeigen, die Maschinengewehren ähneln. Wie Bloomberg berichtet, handelt es sich dabei um das Modell HP 47 Counter UAV Jammer der deutschen Firma H.P. Marketing & Consulting Wüst.

Beeinträchtigt Drohnensignale: Die HP 47 Counter UAV Jammer. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg)

Die Anti-Drohnen-Geräte sind keine Schusswaffen, sondern Störsender. Sie blockieren die Signale zwischen dem Flugkörper und der Fernbedienung des Benutzers, der die Drohne daraufhin nicht mehr steuern kann. Mehr als 300 Meter soll die Reichweite der HP 47 Counter UAV Jammer betragen.

Die Drohne ist durch den Störsender nicht mehr in der Lage, ihre Aufnahmen beziehungsweise Livebilder zu übertragen. Sie fällt aber nicht einfach auf den Boden, sondern wird von der Anti-Drohnen-Waffe an Ort und Stelle gehalten, damit sie entweder abgeschossen oder kontrolliert eingefangen und zu Boden gebracht werden kann.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.01.2017, 16:49 Uhr

Artikel zum Thema

«Wahrscheinlichstes Bedrohungs-Szenario ist ein Anschlag»

Die erhöhte Terrorgefahr treibt die Kosten für die Sicherheit am WEF in die Höhe. Wie die Polizei die Teilnehmer in Davos schützt. Mehr...

Wie sich das WEF für eine «neue Art von Bedrohung» rüstet

Nach den Anschlägen in Paris stellen sich die Sicherheitskräfte auf neue Bedrohungen am WEF 2016 in Davos ein. Man habe auf ein Szenario mit Selbstmordattentaten reagiert. Mehr...

Immer mehr Drohnen schwirren am Schweizer Himmel

Die Schweizer lieben die Schweizer Mini-Flugobjekte – und auch die Industrie hat sie entdeckt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Welttheater Big Ben verstummt
Blog Mag Das Auto, dein Partner
Mamablog Kinder beschimpfen

Newsletter

Kurz, bündig, übersichtlich

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Installationskünstler: Präsentation des Werks «Der Baum, der blinzelte» vom britischen Künstler Karel Bata in einem Nachtfestival in Singapur. Das Lichtspektakel findet vom 18. bis 26. August 2017 statt (16. August 2017).
(Bild: Wallace Woon) Mehr...