Zum Hauptinhalt springen

Trumps Geist – der heimliche Star von Davos

Anthony Scaramucci schaut für den President-elect am WEF nach dem Rechten. Früher schmiss er hier die besten Partys. Heute sagt er, in welchen drei Kategorien Trump denkt.

Trump entlässt seinen neuen Kommunikationschef nach nur zehn Tagen: Anthony Scaramucci vor dem Weissen Haus. (25. Juli 2017)
Trump entlässt seinen neuen Kommunikationschef nach nur zehn Tagen: Anthony Scaramucci vor dem Weissen Haus. (25. Juli 2017)
Pablo Martinez Monsivais/AP, Keystone
Hatte einmal Spenden für Barack Obama gesammelt: Anthony Scaramucci bei seiner ersten Pressekonferenz im Weissen Haus. (21. Juli 2017)
Hatte einmal Spenden für Barack Obama gesammelt: Anthony Scaramucci bei seiner ersten Pressekonferenz im Weissen Haus. (21. Juli 2017)
Pablo Martinez Monsivais/AP
In der Lobby des Trump Tower: Anthony Scaramucci gehörte für wenige Tage zum Übergangsteam des President-elect.
In der Lobby des Trump Tower: Anthony Scaramucci gehörte für wenige Tage zum Übergangsteam des President-elect.
Evan Vucci, Keystone
1 / 5

Ein normales Gespräch in Davos: Am Nachbartisch erzählt ein Mann, dass er endlich nicht mehr Finanzminister seines Landes ist und nach langen Jahren eine andere Rolle in der Regierung übernehmen durfte. Doch gegen das Gesprächsthema Nummer eins ist selbst das nur Small Talk. Es geht vor allem um Donald Trump. Er ist natürlich nicht nach Davos gekommen, am Freitag muss er in Washington sein, für die Amtseinführung als US-Präsident.

Trump hat deshalb Anthony Scaramucci in die Schweiz geschickt, der mit dem künftigen Präsidenten im Weissen Haus arbeiten wird. Scaramucci hat früher bei Goldman Sachs gearbeitet, wurde Vermögensverwalter und investierte Milliarden für seine reichen Kunden. Er war schon oft in Davos, diskutierte mit berühmten Leute auf Podien. Und angeblich hat er stets eine der bestbesuchten Partys in Davos geschmissen, schreibt die Finanzagentur Bloomberg. Dieses Jahr wollen alle Scaramucci sehen. Er soll der versammelten Wirtschaftselite erklären, wie irre ein Präsident Trump wirklich wird. Seine Botschaft: Es wird ganz wunderbar.

«Sorry, dass ich das sage ...»

«Trump ist die letzte grosse Hoffnung für die Globalisierung, er kann sie retten», sagt Scaramucci. Die reichsten drei Prozent der Weltbevölkerung seien gut durch die Finanzkrise gekommen. Sie hätten genauso viel Vermögen oder sogar mehr als 2007. Die anderen 97 Prozent müssten aber kämpfen. Das hätten die globalen Elite nicht erkannt. «Sorry, dass ich das sage, zur Elite gehören wir ja praktisch alle dazu», sagte er zum Publikum in Davos. «Ihr müsst rausgehen in die echte Welt und den Leuten zuhören», sagte Scaramucci.

Bildstrecke – die VIP's in Davos:

Das Afghanische Frauenorchester spielt an der Schlussfeier. (20. Januar 2017)
Das Afghanische Frauenorchester spielt an der Schlussfeier. (20. Januar 2017)
Gian Ehrenzeller, Keystone
Auf Einladung von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann trafen sich 29 WTO-Vertreter zu informellen Gesprächen: WTO-Generaldirektor Roberto Azevèdo sprach sich gegen Protektionismus aus. (20. Januar 2017)
Auf Einladung von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann trafen sich 29 WTO-Vertreter zu informellen Gesprächen: WTO-Generaldirektor Roberto Azevèdo sprach sich gegen Protektionismus aus. (20. Januar 2017)
Laurent Gillieron, Keystone
Im Vergleich zum letzten Jahr wurden die Polizeipräsenz rund um Davos und die Personen- und Verkehrskontrollen etwas erhöht.
Im Vergleich zum letzten Jahr wurden die Polizeipräsenz rund um Davos und die Personen- und Verkehrskontrollen etwas erhöht.
Keystone
1 / 42

Wenn die künftige Trump-Regierung diese Probleme nicht auf die Reihe bekomme, könnte in vier Jahren ein linker Populist die US-Präsidentenwahl gewinnen. Er nannte Hillary Clintons ehemaligen Konkurrenten Bernie Sanders nicht beim Namen, er sprach von einem «linkslastigen Charismatiker». Scaramucci warnte: «Das könnte sehr schädlich für die Welt werden.»

Scaramucci versichert, Trump sei kein Rassist

Menschen seien immer wieder von Trump überrascht, weil er ein Unternehmer sei und in drei Kategorien denke, wenn er Dinge analysiere. Erstens: Das hier funktioniert - wie können wir es noch besser machen? Zweitens: Das funktioniert nur so mittel, wir müssen viel umkrempeln. Drittens: Das funktioniert gar nicht - weg damit. Die dritte Kategorie mache viele nervös, sagte Scaramucci. «Das haben wir schon immer so gemacht» sei kein Argument für Unternehmer. Wer den Status quo hinterfrage, löse Ängste aus, aber das sei manchmal nötig. Steve Jobs habe es mit der Erfindung des iPhones vorgemacht. «Unternehmer zerschlagen bestehende Strukturen, durchbrechen sie», sagte Scaramucci.

Trump sei kein Rassist. «Er liebt Menschen", und das sei ganz wichtig. Er werde sich super mit Barack Obama verstehen. «In zwei Jahren spielen die beiden Golf.» Trump sage in Interviews einfach, was er denke. Man könnte das intellektueller ausdrücken, aber Trump sei ein «Genie», weil er eine Sprache spreche, die Millionen Menschen verstünden.

Die Wirtschaftselite solle sich keine Sorgen machen, sagt Scaramucci. Die Antrittsrede am Freitag werde sie an Ronald Reagan erinnern. Der habe am Anfang auch einen ganz anderen Ruf gehabt als nach acht Jahren. Dann hätten die Menschen erkannt, dass Reagan die Welt friedlicher gemacht habe.

Video – Scaramucci erinnert am WEF an die Amtseinführung von Ronald Reagan:

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch