Die Krisen der Welt in Davos diskutieren

Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft treffen sich nächste Woche am WEF.

Auch er wird mitdiskutieren: Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho, hier bei einem Auftritt in Berlin im August 2012. Foto: EPA, Keystone

Auch er wird mitdiskutieren: Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho, hier bei einem Auftritt in Berlin im August 2012. Foto: EPA, Keystone

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Über den Terroranschlag auf die Redaktion des Satiremagazins «Charlie Hebdo» von letzter Woche sprach Klaus Schwab, Gründer und Präsident des World Economic Forum (WEF), zwar nur kurz. Aber in der gewählten Kürze machte er deutlich, wie er die derzeitige weltpolitische Lage einschätzt. «Wir sind in einem kritischen Jahr», sagte er gestern in einer Ansprache vor der Präsentation des ­diesjährigen WEF-Programms.

Die Welt befinde sich an einer Wegscheide zwischen Desintegration und Fundamentalismus auf der einen Seite und Solidarität und Kooperation auf der anderen, sagte Schwab. In Paris habe man letzte Woche beide Seiten gesehen, die erste zuerst, dann die zweite. Die Friedensaktivitäten der letzten Tage wertete er als gutes Zeichen. Das bevorstehende WEF (21. bis 24. Januar) werde alles in allem «anders sein als alle vorangegangenen», prophezeite Schwab, ohne dabei ins Detail zu gehen.

Eine Aussage, die WEF-Kommunikationschef Adrian Monck später teilweise relativierte. Zwar sind Vertreter aller aktuellen Krisenregionen in Davos, allerdings fokussiere man bei der Programmgestaltung auf langfristig relevante Themen – und orientiere sich nicht an einer News-Agenda. Fragen über möglicherweise verstärkte Sicherheitsauflagen mochte Monck nicht beantworten. Zu diesem Thema äussere man sich generell nicht. Sowieso sei dafür die Schweizer Regierung verantwortlich.

Alle Bundesräte in Davos

Das diesjährige WEF steht ganz im Zeichen des «Neuen Globalen Kontexts», die Programmgestaltung verläuft allerdings nicht primär entlang politischer Konfliktlinien. Die mehr als 2500 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, internationalen Organisationen und der Kultur werden über die Entwicklung der Weltwirtschaft im Lichte der zunehmenden politischen Spannungsfelder diskutieren, sich mit den Herausforderungen im Zusammenhang mit der technischen Revolution beschäftigen und versuchen, Fragen rund um die Internetsicherheit und die Erderwärmung zu thematisieren. Philipp Rösler, bis 2013 deutscher Vizekanzler und beim WEF für Regierungskontakte und regionale Aktivitäten zuständig, hat zudem Diskussionen über die Zukunft des Militärs und der Geheimdienste und ­gewalttätigen Extremismus angesetzt.

Ans WEF kommen dieses Jahr Frankreichs Präsident François Hollande, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der italienische Premierminister Matteo Renzi. Die Ukraine vertritt Petro Poroschenko, Russland Vizepremierminister Igor Schuwalow. Auch der wegen Menschenrechtsverletzungen umstrittene ägyptische Präsident Abdel Fatah Said al-Sisi wird nach Davos reisen sowie der irakische Premierminister Haider al-Abadi. Aus den USA kommt Aussenminister John Kerry und wird dort auf den chinesischen Regierungschef Li Keqiang treffen. Zudem werden sämtliche sieben Bundesräte in Davos sein. Auch die Kulturschaffenden sind am WEF prominent vertreten. Unter anderen reisen Architekt Shigeru Ban, Schriftsteller Paulo ­Coelho und die Musiker Peter Gabriel und Pharrell Williams an.

Erstellt: 14.01.2015, 21:51 Uhr

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