Darüber sprechen Topmanager und Staatschefs am WEF

Brexit, Handelskrieg, Populismus: Das sind die Top-Themen in Davos.

Das offizielle Motto: «Globalisierung 4.0 – Bilden einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution».

Das offizielle Motto: «Globalisierung 4.0 – Bilden einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution». Bild: Fabrice Coffrini/AFP

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«Der Dialog ist jetzt so wichtig wie noch nie», hat Klaus Schwab im Vorfeld des heute Abend in Davos beginnenden Weltwirtschaftsforums (WEF) erklärt. Daran orientiert sich auch das Programm der Veranstaltung, die bis zum Freitag dauert. 600 Arbeitssitzungen sind geplant und mehr als 350 Debatten. Mehr als 3000 Teilnehmer aus über 110 Ländern werden erwartet, darunter 1700 Topmanager, 60 Staatschefs und 40 Leiter internationaler Organisationen.

Das offizielle Motto der Veranstaltung lautet: «Globalisierung 4.0: Bilden einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution». Das soll den Zweck des Treffens wiedergeben, neue Modelle für den Frieden und für eine nachhaltige Entwicklung auszuarbeiten, die auch möglichst alle Menschen einbeziehen. Beim WEF nennt man das «Inclusiveness».

Dieses Ziel beruht auf der Erkenntnis, dass die Globalisierung und der technologische Fortschritt auch Verlierer schaffen. Das bedroht den sozialen Zusammenhalt und gibt populistischen Parteien Auftrieb. Dies wiederum gefährdet Fortschritte bei der Integration.

Grossmächte fehlen

Eine Vertiefung der Zusammenarbeit ist aber unerlässlich, davon ist man beim WEF überzeugt. Doch laut einem Bericht der Organisation stellen weitere politische und ökonomische Konfrontationen zwischen den grössten Mächten derzeit die grössten Risiken dar.

Wenig hilfreich ist daher, dass die Chefs der Grossmächte beim diesjährigen Treffen mit Abwesenheit glänzen. China schickt mit Wang Qishan immerhin noch den Vizepräsidenten. Aus den USA sagte zunächst Präsident Donald Trump seine Teilnahme ab, kurz darauf strich die gesamte Delegation der US-Regierung ihren Trip in die Schweiz.

Abwesend ist auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der im Vorjahr noch als Hoffnungsträger und als Gegengewicht zu Populisten wie Donald Trump gefeiert wurde. Obwohl er sich zur Globalisierung bekannte, schien seine Politik bei der Bevölkerung anzukommen. Weil diese jetzt gegen ihn auf die Strasse geht, bleibt auch er zu Hause.

So wie Theresa May. Die britische Premierministerin will angesichts der wachsenden Gefahr eines ungeordneten Brexit das Land nicht verlassen. Dabei wäre Davos eine gute Plattform für informelle Gespräche. Schliesslich kommen viele europäische Spitzenpolitiker zum WEF wie zum Beispiel Angela Merkel.

Aufmerksamkeit erregt die erstmalige Teilnahme des neu gewählten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Der am äussersten rechten Rand politisierende Bolsonaro gilt als Populist, teilt gegen Minderheiten aus und ist durch seine Bewunderung für die einstige Militärdiktatur in Brasilien aufgefallen. Zur vom WEF gepriesenen «Inclusiveness» trägt er wenig bei.

Erstellt: 21.01.2019, 09:02 Uhr

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