Drei Milliarden Euro reichen der Türkei nicht

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise in der Türkei müsse die EU höhere Finanzhilfen einkalkulieren, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am WEF.

«Wir betteln nicht um EU-Geld»: Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu spricht in Davos. (21. Januar 2016)

«Wir betteln nicht um EU-Geld»: Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu spricht in Davos. (21. Januar 2016) Bild: Fabrice Coffrini/AFP

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In der Flüchtlingskrise muss die EU aus Sicht der türkischen Regierung höhere Finanzhilfen als die bislang versprochenen drei Milliarden Euro einkalkulieren. Nach Aussagen des Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu reichen die Mittel vermutlich nicht aus.

«Wir betteln nicht um Geld von der EU», sagte Davutoglu im Interview mit der Nachrichtenagentur DPA. «Aber wenn es einen ernsthaften Willen gibt, die Last zu teilen, dann müssen wir uns hinsetzen und über alle Einzelheiten der Krise sprechen.»

Vor deutsch-türkischen Regierungskonsultationen am Freitag in Berlin fügte er hinzu: «Drei Milliarden Euro sind nur dazu da, den politischen Willen zur Lastenteilung zu zeigen.»

«Die Krise wurde in die Türkei exportiert»

Die Türkei ist das wichtigste Transitland für Flüchtlinge besonders aus Syrien, die in die EU kommen. Die EU hat der Türkei drei Milliarden Euro für die syrischen Flüchtlinge im Land zugesagt. Bereits über die Finanzierung dieser Summe gibt es unter den Mitgliedstaaten aber Streit.

Davutoglu sagte im Interview in Davos vor seiner Abreise nach Berlin: «Wir exportieren keine Krise, die Krise ist in die Türkei exportiert worden. Jetzt ist es eine europäische Krise geworden. Wir haben 2,5 Millionen Flüchtlinge in der Türkei aus Syrien, 300'000 weitere aus dem Irak.»

Die Türkei habe umgerechnet fast neun Milliarden Euro für die Flüchtlinge ausgegeben. «Niemand kann von der Türkei erwarten, die gesamte Last allein zu tragen», sagte er. (chk/sda)

Erstellt: 22.01.2016, 06:23 Uhr

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