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«Es herrscht kein dauernder Albtraum»

US-Aussenminister John Kerry hat in seiner Rede am WEF Zuversicht verströmt. Die Welt sei im Wandel, aber nicht nur zum Negativen.

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Die Gesellschaft könne die Welt verändern, sagte US-Aussenminister John Kerry im Kongresszentrum in Davos. (22.1.2016)
Die Gesellschaft könne die Welt verändern, sagte US-Aussenminister John Kerry im Kongresszentrum in Davos. (22.1.2016)
Keystone
Johann Schneider-Ammann (hier mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales) hat am WEF mit General-Electric-Chef Steve Bolze über den Alstom-Stellenabbau gesprochen. (21.1.2016)
Johann Schneider-Ammann (hier mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales) hat am WEF mit General-Electric-Chef Steve Bolze über den Alstom-Stellenabbau gesprochen. (21.1.2016)
Laurent Gillieron, Keystone
Bundesrat Didier Burkhalter und US-Aussenminister John Kerry führten Gespräche in Davos. Syrien-Verhandlungen in Genf seien möglich, allerdings mit Verspätung, so Burkhalter. (21.1.2016)
Bundesrat Didier Burkhalter und US-Aussenminister John Kerry führten Gespräche in Davos. Syrien-Verhandlungen in Genf seien möglich, allerdings mit Verspätung, so Burkhalter. (21.1.2016)
Jean-Christophe Bott, Keystone
US-Vizepräsident Joe Biden sprach am WEF über die Risiken, die die Wirtschaft 4.0 für die Mittelklasse bedeutet. (20.1.2016)
US-Vizepräsident Joe Biden sprach am WEF über die Risiken, die die Wirtschaft 4.0 für die Mittelklasse bedeutet. (20.1.2016)
Fabrice Coffrini, AFP
Bundespräsident Johann Schneider-Ammann sprach in seiner Eröffnungsrede am WEF über die Bedeutung von Arbeit und des Unternehmertums als Grundlage moderner Gesellschaften. (20.1.2016)
Bundespräsident Johann Schneider-Ammann sprach in seiner Eröffnungsrede am WEF über die Bedeutung von Arbeit und des Unternehmertums als Grundlage moderner Gesellschaften. (20.1.2016)
EPA/Laurent Gillieron
Black-Eyed-Peas-Frontmann William Adams unterstützt Kinder, um ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen, und erhielt dafür ebenfalls den Crystal Award des WEF in Davos. (19.1.2016)
Black-Eyed-Peas-Frontmann William Adams unterstützt Kinder, um ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen, und erhielt dafür ebenfalls den Crystal Award des WEF in Davos. (19.1.2016)
Fabrice Coffrini, AFP
Crystal-Award-Gewinnerin Yao Chen, chinesische Schauspielerin, nutzt ihre Bekanntheit, um auf Umweltverschmutzung hinzuweisen. Sie hat 78 Millionen Follower auf dem chinesischen Pendant zu Twitter. (19.1.2016)
Crystal-Award-Gewinnerin Yao Chen, chinesische Schauspielerin, nutzt ihre Bekanntheit, um auf Umweltverschmutzung hinzuweisen. Sie hat 78 Millionen Follower auf dem chinesischen Pendant zu Twitter. (19.1.2016)
Laurent Gillieron, Keystone
Hilde Schwab, Mitbegründerin des WEF, übergibt dem Skulpturenkünstler Ólafur Elíasson seinen Preis. Dieser weist in seinen Werken auf Umwelt- und soziale Probleme hin. (19.1.2016)
Hilde Schwab, Mitbegründerin des WEF, übergibt dem Skulpturenkünstler Ólafur Elíasson seinen Preis. Dieser weist in seinen Werken auf Umwelt- und soziale Probleme hin. (19.1.2016)
Michel Euler, Keystone
Zwei Tage vor Beginn des 46. Weltwirtschaftsforums: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Rund 2500 Politiker und Geschäftsleute werden in Davos erwartet, darunter auch mehr als 40 Staatschefs. (18. Januar 2016)
Zwei Tage vor Beginn des 46. Weltwirtschaftsforums: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Rund 2500 Politiker und Geschäftsleute werden in Davos erwartet, darunter auch mehr als 40 Staatschefs. (18. Januar 2016)
Laurent Gillieron, Keystone
Ein Soldat der Schweizer Armee patrouilliert vor dem Kongresszentrum. (18. Januar 2016)
Ein Soldat der Schweizer Armee patrouilliert vor dem Kongresszentrum. (18. Januar 2016)
Jean-Christophe Bott, Keystone
Polizisten sichern das Gelände rund um den Veranstaltungsort. (18. Januar 2016)
Polizisten sichern das Gelände rund um den Veranstaltungsort. (18. Januar 2016)
Jean-Christophe Bott, Keystone
Zwei Tage vor WEF-Beginn ist US-Vizepräsident Joe Biden (l.) bereits angereist. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann begrüsst den hohen Gast am Flughafen Zürich. (18. Januar 2016)
Zwei Tage vor WEF-Beginn ist US-Vizepräsident Joe Biden (l.) bereits angereist. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann begrüsst den hohen Gast am Flughafen Zürich. (18. Januar 2016)
Ennio Leanza, Keystone
Joe Biden (3. v. r.) besucht die Schweiz mit seiner Ehefrau Jill Biden (r.). (18. Januar 2016)
Joe Biden (3. v. r.) besucht die Schweiz mit seiner Ehefrau Jill Biden (r.). (18. Januar 2016)
Ennio Leanza, Keystone
Das Flugzeug des US-Vizepräsidenten. Biden leitet die US-Delegation am WEF. (18. Januar 2016)
Das Flugzeug des US-Vizepräsidenten. Biden leitet die US-Delegation am WEF. (18. Januar 2016)
Ennio Leanza, Keystone
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Das WEF sei eine Gelegenheit, um der Welt auf den Puls zu fühlen, sagte John Kerry, Aussenminister der USA im Kongresszentrum von Davos. Er habe die Überzeugung gespürt, dass die Gesellschaft die Welt verändern könne.

Es gebe so viele Gräuel auf der Welt, so Kerry weiter. Einige Menschen seien sogar bereit, sich aus ideologischer Überzeugung selber zu töten. «Sind wir jetzt in einer unaufhaltbaren Abwärtsspirale? Eine neue Realität, die wir nicht verändern können?»

Die Bevölkerung sei nicht in einem fortwährenden Stillstand, es herrsche «kein dauernder Albtraum». Deshalb wolle er gegen das Gefühl vieler ankämpfen, die Politik würde nur «die Liegestühle an Deck umstellen, während die globale Titanic sinkt».

Lobes-Hymne auf Obama

Was folgte, war eine lange Liste, was sich im vergangen Jahr auf der Welt verbessert habe: Atomabkommen mit dem Iran, das Pariser Klimaabkommen, die Transpazifische Partnerschaft, der Sieg über Ebola, die Annäherung an Kuba – dies alles sei dank Initiativen von US-Präsident Barack Obama geschafft worden.

Und die Bemühungen der USA würden weitergehen: bei der Bildung einer libyschen Regierung, bei den Friedensverhandlungen in Kolumbien, in der Zypernfrage oder bei der Umsetzung des Minsker Abkommens.

«Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei»

Den Kampf gegen gewaltsamen Extremismus bezeichnete Kerry als die grösste Herausforderung der heutigen Gesellschaft. Dabei seien aber zwei Gefahren zu vermeiden: erstens, dass Gewalt nicht zur Normalität werde; und zweitens, dass die Gesellschaft nicht überreagiere.

Man müsse sich aber denen widmen, die die Gewalttaten ausüben. «Es herrscht nicht, wie viele behaupten, ein Kampf zwischen zwei Zivilisationen», sagte Kerry. «Es herrscht bloss ein Kampf zwischen der Zivilisation und der Barbarei.»

Bei jedem Terrorakt gebe es aber auch eine Chance, um die Radikalisierung zu bekämpfen. «Wir wollen, dass der Terror hilft, sich zu vereinen.» So seien Koalitionen von Ländern aus aller Welt entstanden, die sich bemühen, die extremistische Gewalt zu bekämpfen.

Mehr Hilfe für Syrien-Flüchtlinge

Kerry rief weiter dazu auf, die finanziellen Mittel für die Syrien-Hilfe um fast ein Drittel zu erhöhen. Geberländer sollten den UNO-Hilfsorganisationen mindestens 30 Prozent mehr als bisher überweisen, damit sie die Opfer des Krieges versorgen können. Dafür seien insgesamt 10 bis 13 Milliarden Dollar pro Jahr erforderlich.

US-Präsident Barack Obama wirke auch darauf hin, dass sich zehn weitere Länder zur Aufnahme syrischer Kriegsflüchtlinge bereiterklären, sagte er, ohne einzelne Staaten zu nennen. Andere Staaten sollten aufgerufen werden, sich zur Aufnahme von noch deutlich mehr Kriegsflüchtlingen als bisher bereitzuerklären.

Die USA würden sich zudem dafür einsetzen, dass eine Million Flüchtlingskinder mehr als bisher Schulunterricht bekommen. Zugleich solle erreicht werden, dass eine Million mehr Asylsuchende aus Syrien in ihren Aufnahmeländern legal einer Arbeit nachgehen können.

(SDA)

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