John Kerry bedankt sich beim Schweizer Volk

Didier Burkhalter und John Kerry bringen die Syrien-Friedensverhandlungen auf den Weg. Nun müssen Saudiarabien und die Türkei überzeugt werden.

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Die Syrien-Friedensverhandlungen in der Schweiz finden statt, jedoch mit Verspätung: Davon ist Bundesrat Didier Burkhalter nach seinem Treffen mit US-Aussenminister John Kerry am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos überzeugt. In den Weg stellen sich noch Saudiarabien und die Türkei.

Es gehe vorwärts, sagte Burkhalter gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Weiter gebe es aber Schwierigkeiten bei der Zusammensetzung der Delegation, die für die Opposition die Verhandlungen führen sollte.

Verhandlungen könnten mit etwas Verspätung starten

Nach dem gestrigen Kompromiss zwischen den USA und Russland müssten nun andere Partner überzeugt werden. So habe er in Davos Irans Aussenminister Mohammed Dschawad Zarif getroffen; Burkhalter glaubt, das von Zarifs Seite «alles klar» sei.

«Und jetzt gibt es in den nächsten Tagen vor allem die Diskussion mit der Türkei und Saudiarabien», sagte der Schweizer Aussenminister. «Man macht jetzt ziemlich viel Druck, um eine Lösung zu finden.» Er glaube, die Verhandlungen in Genf könnten nicht so schnell starten wie gewünscht, aber «vielleicht einige Tage später».

US-Aussenminister Kerry hatte bereits zuvor in Davos gesagt, er rechne trotz der jüngsten Boykott-Drohungen der syrischen Opposition mit einem zügigen Beginn der Friedensverhandlungen für das Bürgerkriegsland. Die Gespräche könnten indes einen oder zwei Tage später anfangen.

Kerry bedankte sich darüberhinaus auch ausdrücklich bei Didier Burkhalter und beim Schweizer Volk für die Zusammenarbeit mit der Schweiz bei den Verhandlungen mit dem Iran. «Ich möchte im Namen von Präsident Obama und des amerikanischen Volkes unsere tiefempfundene Wertschätzung für die Schweiz zum Ausdruck bringen.» Dies speziell bei der Freilassung der kürzlich festgenommenen Soldaten, aber auch ganz allgemein im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte. Er lobte den Einsatz der Schweiz im Namen des Friedens.

Gute Beziehungen zu Kerry

Die Verhandlungen über eine politische Lösung für den Syrien-Konflikt sollten wie zunächst geplant am 25. Januar in Genf beginnen. Die UNO will so lange keine Einladungen für das Treffen zwischen syrischer Regierung und Opposition abschicken, bis sich die grossen Mächte, die den Friedensprozess zuletzt vorangetrieben hatten, über die Besetzung der Delegation der Opposition einig sind.

Burkhalter nannte das Gespräch mit Kerry «wie immer sehr produktiv» und «sehr direkt». Es herrsche gerade ein «sehr gutes Momentum», um die direkten Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz zu stärken. Es gebe viele gemeinsame Dossiers und konkrete Operationen; das helfe für eine gute Beziehung. (ofi/sda)

Erstellt: 21.01.2016, 17:39 Uhr

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