Was Teilnehmer für das WEF bezahlen

Unternehmen geben für ihren Besuch in Davos zum Teil sechsstellige Summen aus.

Die Einnahmen des Forums haben sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt: WEF-Gründer Klaus Schwab mit seiner Frau Hilde im Kongresszentrum in Davos.

Die Einnahmen des Forums haben sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt: WEF-Gründer Klaus Schwab mit seiner Frau Hilde im Kongresszentrum in Davos. Bild: Fabrice Coffrini/AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Was unterscheidet den Schweizer Finanzminister Ueli Maurer vom Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam bei ihrem Auftritt beim World Economic Forum in Davos? Maurer muss für seine Teilnahme nichts bezahlen.

Für Unternehmensvertreter ist der Ausflug in die Bündner Berge dagegen nicht ganz billig. Denn es sind die Unternehmen, die mit ihren Beiträgen die Arbeit des WEF tragen. Das Forum hat die Rechtsform einer Stiftung, die rund 1000 Mitglieder zählt. Jedes Mitglied zahlt pro Jahr einen Beitrag von 60'000 Franken. Einfache Mitglieder dürfen dafür einen Vertreter nach Davos entsenden. Der muss aber zusätzlich noch ein Ticket lösen. Das kostet 25'000 Franken plus Mehrwertsteuer.

Und das ist erst der Anfang. Denn das WEF bietet den Mitgliedern verschiedene Niveaus der Zusammenarbeit an. Das Spektrum reicht von der Basismitgliedschaft über den Level «Partner» bis hin zur Kategorie «Strategic Partner». Letztere kostet 600'000 Franken im Jahr.

Laut der WEF-Website haben derzeit 118 Unternehmen diesen Top-Status. In der Schweiz sind unter anderem Credit Suisse, ABB, Novartis und Nestlé in dieser Kategorie. Diese Firmen dürfen fünf Teilnehmer ans WEF schicken. Bedingung: Mindestens eine Frau ist mit dabei. Andernfalls dürfen nur vier Unternehmensvertreter nach Davos. Die Tickets à 25'000 Franken plus Mehrwertsteuer kosten extra.

Der Status des «Strategic Partner» beinhaltet weitere Leistungen. Manager dieser Unternehmen bekommen private Räumlichkeiten für Einzeltreffen. Und der CEO darf an den «Governors Meetings» teilnehmen, wo er die Konzernchefs seiner Branche im engsten Kreis treffen kann.

«Mehr als das eine Treffen»

Lohnt sich der Aufwand? «Ja, denn das WEF bietet eine einmalige neutrale Plattform für das Networking auch mit politischen Entscheidungsträgern», erklärt der Manager eines Schweizer Konzerns, der seit Jahren «Strategic Partner» ist. «Das WEF umfasst zudem weit mehr als nur das jährliche Treffen in Davos.»

So würde das Unternehmen Mitarbeiter aller Senioritätsstufen zu Arbeitsgruppen des WEF entsenden, die sich mit Themen wie Umwelt-, Cyberrisiken oder nachhaltige Finanzwirtschaft auseinandersetzen. Und hier sitzen auch Vertreter der Politik und von Nichtregierungsorganisationen mit am Tisch, zu denen Unternehmen allein nicht so schnell Zugang bekämen.

Der Erfolg des WEF zeigt sich in den Zahlen der Stiftung. So haben sich die Einnahmen des Forums in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt und betrugen zuletzt knapp 327 Millionen Franken. Das Geld reinvestiert WEF-Gründer Klaus Schwab in den Ausbau der Organisation: So eröffnete das WEF in San Francisco ein neues Zentrum für die vierte industrielle Revolution. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 21.01.2019, 08:06 Uhr

Artikel zum Thema

«Die Mittelschicht wird verschwinden»

Interview Werden Maschinen unsere Jobs vernichten? Starökonom Lord Adair Turner spricht vor seinem WEF-Besuch über die Folgen des Roboterkapitalismus. Mehr...

Flughafen Zürich bringt Davos in Bedrängnis

Dank dem WEF ist Davos ein bekannter Kongressort. Nun bedroht das Projekt The Circle das Geschäft. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Leuchtende Präsidentengattinnen: Melandia Trump und Akie Abe besuchen zusammen das Museum der digitalen Künste in Tokyo (26. Mai 2019).
(Bild: Koji Sasahara) Mehr...