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Weissrussland in Währungskrise - Russland lehnt Kreditansuchen ab

Moskau/Minsk Weissrussland steckt schon seit Wochen in einer Währungskrise und hat deshalb bei Russland um einen Kredit über 1 Milliarden

Dollar angesucht. Ausserdem beantragte das Land weitere 2 Milliarden Dollar beim Krisenfonds der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG). Russlands Finanzminister Alexej Kudrin hat am Mittwoch dem Ansuchen eine Absage erteilt. Weissrussland kann sich seiner Ansicht nach nur aus dem EAWG-Krisenfonds finanzieren, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti. Zu der 2000 gegründeten Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft gehören neben Russland und Weissrussland auch die zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan. Medienberichten zufolge kaufen in Weissrussland immer mehr Menschen Devisen, um sich vor dem Wertverfall des weissrussischen Rubels abzusichern. Allein im März deckten sich die Weissrussen mit mehr als 700 Millionen Dollar ein. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es insgesamt 1,5 Milliarden Dollar. Unterdessen kündigte die weissrussische Notenbank an, den Wechselkurs des weissrussischen Rubels nicht mehr zu unterstützen: Die Vorschrift an die Banken, die Devisen an die Bevölkerung mit maximal 2 Prozent Abweichung vom amtlichen Wechselkurs zu verkaufen, fällt ab 12. Mai weg. Experten sehen nur zwei Auswege für Weissrussland: Entweder den Verkauf von Staatsbeteiligungen oder die Senkung des Wechselkurses der Währung. Mitte April lag der amtliche Wechselkurs des weissrussischen Rubels bei 3044 Rubel für einen Dollar. Notenbank-Chef Anatoli Moros hält einen Kurs 3800 Rubel pro Dollar für gerechtfertigt. Nach Einschätzung der Bank Renaissance Capital müsste dieser aber zwischen 4000 und 4.300 Rubel pro Dollar liegen. Laut der russischen Zeitung «Wedomosti» ist der weissrussische Interbankenmarkt lahmgelegt: Es gebe kaum Angebote für den weissrussischen Rubel - und wenn, dann zu einem deutlich schlechteren Kurs.

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